Kinder und Jugendliche mit Bunten Plakaten und Transparenten "Kein Planet B" oder "Die Welt verändert sich - warum nicht wir
Kinder und Jugendliche bei der Freitagsdemo für Klimaschutz in Chemnitz. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Weltweiter Schüler-Aktionstag Zehntausende Schüler demonstrieren für Klimaschutz

In Deutschland haben am weltweiten Aktionstag Zehntausende Schüler für mehr Klimaschutz demonstriert. In Berlin und Köln kamen viele tausend Menschen zusammen, auch in mitteldeutschen Städten gingen Tausende Kinder und Jugendliche auf die Straßen.

Kinder und Jugendliche mit Bunten Plakaten und Transparenten "Kein Planet B" oder "Die Welt verändert sich - warum nicht wir
Kinder und Jugendliche bei der Freitagsdemo für Klimaschutz in Chemnitz. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

An den weltweiten Demonstrationen für mehr Klimaschutz haben sich am Freitag auch in Deutschland Zehntausende Schülerinnen und Schüler beteiligt. Die Veranstalter meldeten Kundgebungen in mehr als 220 Städten. Die internationalen Demonstrationen gelten als vorläufiger Höhepunkt der Bewegung "Fridays for Future", die von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg initiiert wurde.

In Berlin zogen laut Polizei bis zu 20.000 Menschen durch das Regierungsviertel. Erstmals unterstützten auch Lehrer, Eltern und Wissenschaftler die Aktion. Die Gruppe "Scientists for Future" überreichte den Schülern eine Erklärung, in der sie die Klimabewegung unterstützen - unterzeichnet von rund 23.000 Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In Köln wurden 10.000 Teilnehmer gemeldet, in Hamburg sprach die Polizei am späten Nachmittag von rund 7.000 Demonstrierenden.
In Hannover und Bremen beteiligten sich jeweils etwa 5.000 Schülerinnen und Schüler an Klimaschutzdemos. Eine der zentralen Forderungen ist ein schneller Kohleausstieg.

Zulauf auch in Mitteldeutschland

Auch in den größeren Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gingen Tausende junge Leute auf die Straße. Mit Sprechchören und Transparenten forderten sie von der Politik mehr Einsatz für den Klimaschutz.

Schüler und Jugendliche ziehen am 15.03.2019 anlässlich einer Fridays-for-Future-Demonstrationen durch Halle (Saale) – hier auf dem Hansering
Junge Klimaschützer ziehen durch Halle. Bildrechte: MDR/Martin Paul

In Dresden zogen schätzungsweise 5.000 Teilnehmer durch die Innenstadt zur Kreuzkirche, in Leipzig war von mehreren tausend Teilnehmern die Rede. In Chemnitz versammelten sich etwa 2.000 Jugendliche auf dem Neumarkt. Auch in Görlitz gab es eine Kundgebung.

In Jena schätzte die Polizei die Zahl der Demonstranten ebenfalls auf rund 1.000. Auch in Erfurt kamen mehrere hundert Schülerinnen und Schüler zusammen, ebenso in Eisenach. In Magdeburg wurden knapp 1.000 Teilnehmer geschätzt.

Schule schwänzen für den Klimaschutz?

Seit mehreren Wochen gehen junge Menschen in vielen Ländern freitags auf die Straße, anstatt die Schule oder die Universität zu besuchen. Sie fordern von ihrer jeweiligen Regierung eine bessere Klimapolitik. Die Aktionen sind umstritten, weil Tausende Schüler seit Wochen deshalb die Schulpflicht verletzen.

Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF finden zwei Drittel der Befragten die Demonstrationen der Schüler gut - auch wenn Unterricht ausfällt.

Thunberg für Friedensnobelpreis nominiert

Klimaaktivistin Greta Thunberg spricht bei einer Kundgebung auf dem Rathausmarkt. Die junge Schwedin ist erstmals für einen Schulstreik für mehr Klimaschutz nach Deutschland gekommen.
Die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg begründete eine weltweite Bewegung. Bildrechte: dpa

Vorbild für die weltweite Bewegung "Fridays for Future" ist die 16 Jahre alte Schwedin Greta Thunberg, die mit einem mehrwöchigem Schulstreik im Sommer 2018 internationale Aufmerksamkeit erlangte.

Sie demonstriert immer freitags vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm und will ihren Protest so lange fortsetzen, bis ihr Land seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllt. Norwegische Parlamentsabgeordnete haben Thunberg für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. März 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 15:19 Uhr

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127 Kommentare

17.03.2019 17:54 Thomas 127

@125 ralf meier
OT - Genau - denn Bäume binden CO² bei der Photosynthese. Dank des Abholzens von Wäldern steigt der CO²-Gehalt zusätzlich, weil weniger davon in Pflanzen gebunden ist. Dasselbe trifft auf Moore übrigens auch zu. Ein mehr an CO² führt aber nicht zwangsläufig zu mehr Pflanzenwachstum.
Dann findet Photosynthese verschieden statt, C3 und C4 sei da genannt. Dummerweise findet bei Pflanzen der wärmeren und/oder trockeneren Gefilde das Umsetzen eher nach C4 statt und dort ist die CO²-Aufnahme der Pflanzen begrenzt.
Also eher nicht zielführend, um die Unmengen industriellen CO² aus Kohle, Öl , dem Verbennen des Holzes selbst und Abgasen zu kompensieren.
Was in Jahrmillionen gebunden wurde und nun in geologisch kürzester Zeit freigesetzt wurde, lässt sich eben nicht mit einem Fingerschnipp korrigieren.
Aber das wirklich nur nebenbei...
...und auch aus diesem Grund ist der Protest sinnvoll, wenn er denn unsere Politiker und Wirtschaft zu einem anderen Handeln bewegte.

17.03.2019 17:00 H.E. 126

Es würde mich brennend interessieren, ob Umweltministerin Svenja Schulze zur letzten UNO-Umweltkonferenz nach Polen geflogen oder mit dem Zug gefahren ist.
Die angeblichen Umweltschützer u. ihre polit. Vertreter (auch von der UNO) sollen einmal das Kind beim Namen nennen, wegen der Hauptverursachung des CO2-Ausstoßes u. zwar das exponentielle Bevölkerungswachstum in bestimmten Staaten, die Hauptverursacher der Vermüllung der Weltmeere u. zwar China, Indien, Malaysia, Vietnam, Indonesien, der Transport der Waren aus diesen Staaten mit Schwerölcontainer-Schiffen etc..
Aber wir in D mit nur 3 % der Weltbevölkerung müssen das Klima unbedingt retten.
Heute mußte ich mal wieder auf den Friedhof am Rande von Stuttgart. Ich habe bewußt den Sonntag rausgesucht, um nicht einen Strafzettel von Euro 108 zu bekommen.
Ich habe seither lange Jahre GRÜN gewählt, aber jetzt nicht mehr, auch wegen der Türkologin und ISLAMWISSENSCHAFTLERIN Ska Keller. Was sollen diese Berufe im Europaparlament.

17.03.2019 16:47 ralf meier 125

Da lese ich 'Den CO²-Anteil wird dadurch nicht reduziert, die verschwundenen Wälder wachsen dadurch nicht'

Darf ich freundlich darauf hinweisen. Wälder wachsen nicht, wenn man den CO2 Anteil reduziert.Das Gegenteil ist der Fall.

17.03.2019 16:26 ralf meier 124

Auf einer politisch inkorrekten Seite kann man mit Foto erfahren. 'Die Klima-Demo der Regensburger Schüler, angeführt von einem großen LKW mit einem leistungsstarken, "stinkenden" Dieselmotor.

Aber keine Angst Kiddies, auch wenn ihr wieauf dem Foto ersichtlich direkt dahinter gelaufen seid. ihr müßt jetzt nicht in Panik verfallen,auch wenn das eure neue Umwelt Ikone von euch wünscht.

Wie sagt doch Herr Dieter Nuhr zu Recht. '(Nur) wenn ein Asthmatiker 24 Stunden in ein Meter Höhe direkt an einer Kreuzung atmet, dann schadet das nicht nur dem Rücken'

17.03.2019 16:22 Ludwig 123

Ob der Freitagvormittag als Demonstrationstag wohl ausreicht? Für eine so existenzielle Frage wie die Klimarettung kann es doch gar nicht genug Demos in der Woche geben. Mindestens auch am Donnerstag auf die Straße gehen, da bekommt man noch mehr der so wichtigen Aufmerksamkeit. Am meisten natürlich, wenn die Kinder von Montag bis Freitag für den Klimaschutz demonstrieren würden.

17.03.2019 16:08 Sonja 122

also nu laßt alle zusammen mal die Kirche im Dorf die Luftverschmutzung verursachen nicht die Menschen weil sie mal mit dem flieger in Urlaub reisen sondern die Luftverschm. verursachen diese gesamten Politker so muß man es verdammt ehrlich ansprechen, wenn ein Steinmeier für 60 km mit dem Flieger zu seiner Mutter reist ( stand in der Zeitung ) wenn nur einer erstmals lt . Maas
30 . 0 0 0 km im Jahr durch die Welt reist nur einer von dieser Regierung bedonne ich extra dann sollten die jugendl. diese und alle anderen Gutmenschen dazu diese verurteilen, nicht uns einfache Bürger, hört nun entlich damit auf sondern stellt diese zur rede wie ich es geschrieben habe, sowie Merkel für nur 2 Tage nach China geflogen ist die Liste dazu kann man verlängern von denen.

[Liebe Sonja, die Demonstrationen richten sich in erster Linie an die Politiker. Die Schüler fordern eine konsequentere Klimapolitik.
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

17.03.2019 16:06 NRW-18 121

@ 118 Liebe MDR-Redaktion,
meist wird Wasser gepredigt und Sekt getrunken. Ich kenne Leute, die auf Wunsch ihrer übrigens streikenden Kinder Produkte direkt in Asien bestellen. Dass diese per Mailanhang :) verschickt werden, glaube ich kaum und wie oft fliegt die Familie Thunberg?
Beim Klimaschutz geht es immer nur um den normalen Bürger, der seinen sparsamen Diesel abwracken soll, der seine älteren, aber robusten E-Geräte austauschen und insgesamt "klimafreundlich" kaufen soll. Das lässt ein primär ökonomisches Interesse vermuten.
Uns Bürgern wird m.E., suggeriert, dass es 5 vor 12 sei. Wäre dies so, würde man von einer Reduktion des Flugverkehr und von Kreuzfahrten hören. Das Gegenteil passiert und bevor medienwirksame Demos daran etwas ändern, verlaufen sie vermutlich im Sande, nachdem sie beim normalen Bürger gewirkt haben.

[Lieber NRW-19, es mag diese Fälle geben, aber pauschal allen streikenden Schülern etwas zu unterstellen, entbehrt jeglicher Grundlage und lenkt auch vom Thema ab. Es geht vielmehr um die Sache. Klimaschutz geht uns alle an. Trotzdem gehen "nur" die Schüler auf die Straße. Sie kritisieren nicht die kleinen Leute. Ihnen geht es um das große Ganze, deshalb fordern sie eine konsequentere Klimapolitik.
Laut Klimaforschern ist es auch schon 5 vor 12 und es passiert nichts. Deshalb demonstrieren ja die Schüler.
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

17.03.2019 14:40 Auf zum letzten Gefecht! 120

@Wessi 117

"Woher nehmen Sie die Weisheit, daß die Demonstrierenden Flugurlaubsreisen machen?Haben Sie jeden einzelnen der Tausenden weltweit befragt? UNSINN, mal wieder."

sie denken wohl das die Fluggastzahlen manipuliert sind?
Vielleicht um Geld zu waschen ;-)

17.03.2019 13:27 Thomas 119

@NRW-18, D.o.M., Uwe
Staub in der Athmosphäre löst das problem defintiv nicht, weil er nur die Temperatur beeinflussen würde.
Den CO²-Anteil wird dadurch nicht reduziert, die verschwundenen Wälder wachsen dadurch nicht, der Verkehr wird deshalb nicht weniger und am systembedingten Profitstreben, dem wir das zu einem guten Teil zu verdanken haben, ändert es auch nichts.
Das ist halt ein Gesamtproblem, wo es nicht genügt, mal eben kurzfristig hier und da etwas nachzujustieren.
Ein ähnliches Ereignis war übrigens Ursache für den 30-jährigen Krieg, weil in dessen FOlge durch genau so eine verdunkelte Athmosphäre durch kalte Winter und nasse Sommer die Ernten ausfielen. Das würde bei unserer Landwirtschaft m.E. ähnlich gravierende Folgen haben wie das jetzige Verändern des Klimas.
In Summe ist es also Nonsens, solange sich nichts ändert in Wirtschaft und Politik. Der eigene Einfluss bringt zwar ebenfalls etwas, die grossen Schrauben müssen andere drehen und das notfalls per Gesetz.

17.03.2019 13:08 NRW-18 118

@ 115 D.o.M.
Genau das beobachte ich schon seit Jahren und leider wird dieses Thema meist unter den Teppich gekehrt oder wie viele unbequeme Dinge als Verschwörungstheorie dargestellt. Dass es sich bei den Turbinenabgasen nur um Wasserdampf handelt, kann ich mir bei dem zivilen Jet-A1und dem militärischen JP8-Kraftstoff nicht vorstellen.
Würden die Schüler außerhalb der Unterrichtszeit vor allen deutschen Flughäfen demonstrieren und konsequenterweise auf weltweites Online-Shopping und die Studenten auf Europa-Städtetrips für 20€ verzichten so würde ich das begrüßen.

Was aber macht Vorzeige-Teeny Greta Thunberg? Sie reist von Auftritt zu Auftritt und ist durch ihre Eltern (Schauspieler/Produzent und Opernsängerin) bestens für PR geschult.

[Lieber NRW-18, danke für Ihren Beitrag. Woher nehmen Sie die Erkenntnis, dass die demonstrierenden Schüler alles im Internet bestellen und ständig durch Europa reisen? In der Sache haben Sie natürlich recht: Die Vielfliegerei hat großen Anteil an der Luftverschmutzung. Auch dagegen demonstrieren die Schüler. Die Demonstrationen richten sich aber in erster Linie an die Politiker, die endlich eine konsequentere Linie bei der Klimapolitik einschlagen sollen.
Und was ist daran verkehrt, dass Greta Thunberg mit ihrer Präsenz auf das Thema hinweist? Damit hat Sie dazu beigetragen, dass das Thema Klimaschutz eine jetzt schon weltweite Protestwelle ausgelöst hat.
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]