Der Amazon-Sprachassistent Alexa steht auf einem Tisch.
Amazon-Sprachassistent Alexa auf festlich gedeckter Tafel: Hören die Geheimdienste mit? Bildrechte: imago/AFLO

Antwort der Bundesregierung Nutzen Geheimdienste Alexa und Co. als Abhöranlagen?

Die Bundesregierung gibt keine Auskunft, ob Nachrichtendienste digitale Sprachassistenten wie Alexa zum Abhören benutzen. Diese Informationen könnten nicht herausgegeben werden, heißt es in einer Regierungsantwort.

Der Amazon-Sprachassistent Alexa steht auf einem Tisch.
Amazon-Sprachassistent Alexa auf festlich gedeckter Tafel: Hören die Geheimdienste mit? Bildrechte: imago/AFLO

Nutzen deutsche Nachrichtendienste digitale Sprachassistenten wie Alexa als Abhöranlagen? Die Bundesregierung jedenfalls gibt über diese Frage keine Auskunft.

Keine Antwort der Regierung

Wie das ARD-Magazin "Kontraste" am Donnerstag berichtete, antwortete die Regierung auf eine Anfrage der Linken mit der Aussage, diese Informationen könnten nicht herausgegeben werden - auch nicht als Verschlusssache. Sollten sie bekannt werden, würden die Nachrichtendienste diese Fähigkeit verlieren und es wäre "kein Ersatz durch andere Instrumente möglich".

Auch Nachrichtendienste schweigen

"Kontraste" fragte auch bei den Nachrichtendiensten an, ob sie in der Lage seien, Amazons "Echo"-Lautsprecher zu infiltrieren und als Abhöreinrichtung zu nutzen. Der Bundesnachrichtendienst (BND) wollte sich dem ARD-Magazin zufolge grundsätzlich nicht dazu äußern. Das Bundesamt für Verfassungsschutz wiederum habe darauf verwiesen, dass es laut Gesetz das Recht zu Wohnraumüberwachung habe.

"Lauschangriff in die Wohnung holen"

Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum sagte der Sendung: "Mit Alexa holen Sie sich den Lauschangriff sozusagen in die Wohnung." Die Leute sollten sich vor Augen führen, dass sie "ihre Menschenwürde gegen ihre Bequemlichkeit" eintauschten, warnte der FDP-Politiker.

Amazon räumt Auswertung ein

Zuvor hatte der Online-Versandhändler Amazon eingeräumt, aufgezeichnete Befehle von Alexa-Nutzern durch seine Mitarbeiter anhören und abtippen zu lassen, um die Spracherkennung des Gerätes zu verbessern. Laut dem Informationsdienstleister Bloomberg wird diese Arbeit an diversen Standorten rund um die Welt erledigt, unter anderem in Boston, Costa Rica, Indien und Rumänien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. April 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2019, 22:19 Uhr

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20 Kommentare

13.04.2019 20:01 Fragender Rentner 20

So kommt man einfacher an Informationen heran.

13.04.2019 16:15 Fragender Rentner 19

Wie sollen sie etwas aufdecken können, wenn man nicht solche Dinge zur Verfügung hat?

Und man kann sich noch als unschuldig hinstellen.

Da benötigt man keine V-Männer.

13.04.2019 05:03 Atheist aus Mangel an Beweisen 18

Ich bin davon überzeugt das wir schon im Knast sitzen würden wenn Alexa unsere Privaten Gespräche über Politik und Religion mithören könnte.
Früher konnte man das Abhören nicht wissen, heute stellen viele dies freiwillig zur Verfügung.
Bei mir gibt es weder Alexa noch Facebook, es reicht schon so wo meine Daten überall hinterlegt sind.

12.04.2019 18:44 NRW-18 17

@ 9 Sr.Raul
Wenn ich die Kommentare hier lese, scheinen viele Bürger kritischer zu sein, als es sich manche Leute erhoffen. Das ist gut so.
Als Technikfeind sehe ich mich nicht, nur ist der Digitalisierungs- und Überwachungswahn inzwischen so übertrieben, dass selbst Leute, die mit Mitte 20 etwa halb so alt sind wie ich, dem kritisch gegenüber stehen.

Was würden Honecker und Mielke sagen, wenn sie wüssten, dass viele Menschen weltweit für die elektronischen "IM" in Wohnungen und Hosentaschen sogar bezahlen?

12.04.2019 17:43 Anne2018 16

Es gibt Dinge, die sollte man sich nicht in die Wohnung stellen. Alexa und Co gehören auf jeden Fall dazu.

12.04.2019 13:46 Johny 15

Ein Staat darf ungestraft Verbrechen begehen,er darf diese Verbrechen geheim halten. Er darf diejenigen bestrafen,die diese Verbrechen öffentlich machen. Die Gerichte haben die Aufgabe diese Handlungen zu decken und für rechtens zu befinden. Das Ganze nennt sich dann Rechtsstaat und der Staatsbürger soll dann stolz darauf sein.

12.04.2019 12:24 Querdenker 14

Zitat: „Die Bundesregierung gibt keine Auskunft, ob Nachrichtendienste digitale Sprachassistenten wie Alexa zum Abhören benutzen.“

Wie lustig. :-) Also wer sich eine potenzielle „Wanze“ von den indirekten Erfüllungsgehilfen der Geheimdienste ins Haus holt, der sollte sich nicht wundern (siehe „faz Auch die Geheimdienste wollen mit Alexa spionieren“).

Es ist doch wirklich amüsant, die Bürger „verwanzen“ ihre Wohnungen freiwillig, sie geben sogar Geld aus.

12.04.2019 10:33 Fragender Rentner 13

@Ralf Richter zu 3

Da hast du bestimmt auch noch viel andere Geräte und auch so manche Puppen vergessen?

Soll auch z.B. mit dem Handy möglich sein wie du ebenfalls schreibst.

12.04.2019 10:30 Fragender Rentner 12

Die Technik muß doch besser werden um an mehr Informationen zu kommen.

Wie soll man wohl sonst etwas aufdecken?

12.04.2019 10:18 Wo ist das Lobbyregister? 11

@12.04.2019 08:39 Frank

(Unsere Lemminge wird das alles natürlich nicht stören, denn sie haben ja nichts zu verbergen und werden auch in Zukunft auf jeden Hype der vorbeifliegt aufspringen, um anschließend gedankenverloren und fröhlich, wie immer, über jede Klippe zu hüpfen. Bequemlichkeit ist eben viel angenehmer als Menschenwürde.)

Genau das - die buchstäbliche Verblödung und Infantilisierung des Souveräns - ist das zentrale Problem der Staatsform Demokratie. Und für die Handlanger des Kapitals aka "unsere Politiker" feste Kalkulationsgrösse. Das TV-Programm lässt zudem den begründeten Verdacht aufkommen, hier würde sogar nachgeholfen.

Exakt diese mentale Verfasstheit und ihre Konnotationen haben sich die SPD-Schröderlinge in der Konzeption der Agenda2010 zunutze gemacht.
Kein Wunder, kennt die "SPD" doch ihre kleinbürgerliche Wähler-Klientel genau.