Eine verzweifelte alleinerziehende Mutter mit Baby auf dem Schoß vor dem Laptop,
Alleinerziehende Eltern sind deutlich häufiger von Armut bedroht als Eltern in Partnerschaften. Bildrechte: Colourbox.de

Statistisches Bundesamt Alleinerziehende doppelt so häufig von Armut bedroht

Das Armutsrisiko für Alleinerziehende ist in Deutschland doppelt so hoch wie für die übrige Bevölkerung. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Zugleich nahm die Zahl alleinerziehender Eltern weiter zu.

Eine verzweifelte alleinerziehende Mutter mit Baby auf dem Schoß vor dem Laptop,
Alleinerziehende Eltern sind deutlich häufiger von Armut bedroht als Eltern in Partnerschaften. Bildrechte: Colourbox.de

Alleinerziehende und ihre Kinder sind in Deutschland überdurchschnittlich stark von Armut bedroht. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag veröffentlicht hat.

Armutsgefährdungsquote bei 33 Prozent

Demnach lag die Armutsgefährdungsquote für Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten 2016 bei 33 Prozent. Das war mehr als das Doppelte des Bevölkerungsdurchschitts in diesem Jahr, bei dem die Quote bei 16 Prozent lag. Der Präsident des Statistischen Bundesamts, Georg Thiel, sagte dazu: "Finanziell stehen sie [Alleinerziehende, d. Red.] nach wie vor oftmals schlechter da als Menschen, die in anderen Familienformen leben."

Als armutsgefährdet gelten Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen.

Zwei Drittel haben keine 1.000 Euro übrig

Laut Statistischem Bundesamt hatten zudem im Jahr 2017 knapp zwei Drittel der Alleinerziehenden (63 Prozent) nicht die finanziellen Mittel, unerwartete Ausgaben von etwa 1.000 Euro zu bestreiten. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt, wo die Quote im vergangenen Jahr bei 30 Prozent lag.

200.000 Alleinerziehende mehr

Gleichzeitig wächst die Zahl alleinerziehender Eltern in Deutschland seit 20 Jahren kontinuierlich an. So gab es laut Statistischem Bundesamt 2017 in Deutschland 1,5 Millionen Alleinerziehenden-Haushalte. Das waren 200.000 mehr als 1997. Damit hatte knapp jede fünfte Familie mit mindestens einem minderjährigen Kind im Jahr 2017 eine alleinerziehende Mutter oder einen alleinerziehenden Vater.

27 Prozent alleinerziehender Mütter ohne Arbeit

Von den alleinerziehenden Müttern hatten der Statistik zufolge 27 Prozent keine Arbeit. Familiäre oder persönliche Gründe seien die am häufigsten genannten Hinderungsgründe dafür, hieß es. 55 Prozent dieser nicht erwerbstätigen alleinerziehenden Mütter würden den Angaben zufolge aber gerne arbeiten. Anders sieht es bei nicht erwerbstätigen Müttern in Partnerschaften aus: Von ihnen wünschen sich nur 29 Prozent eine Arbeitsstelle. Allerdings liegt bei dieser Gruppe die Erwerbstätigenquote insgesamt höher als bei alleinerziehenden Müttern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. August 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. August 2018, 16:30 Uhr

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45 Kommentare

04.08.2018 16:27 Fragender Rentner 45

Was sagen eigendlich unser Unbesorgten zu dem Thema, ist es für diese Betroffenen wichtig oder etwa nicht?

03.08.2018 19:48 Kritischer Bürger 44

@humantom 32: Dem kann ich vollkommen zustimmen solange es um das Wohl der Kinder ging, aber leider, einige Kitas zu viel politischen Einfluss nahmen, damit aus den Kleinen nur gute Sozialisten werden sollten! Das war nichts was man sich wünschte. Ansonsten haben wir, meine Frau, ich und unsere Kinder auch vieles aus dem gemacht was hier nun-ja nicht ganz so bürgernah ist. Damit kann ich Ihnen nur zustimmen und was die Politik hier im Lande angeht, da stehe ich ganz bei dem Kom.29! Leider jedoch bin ich inzwischen zu alt ggf. an ein neues 1989 teilnehmen zu können oder es "mit anzuleiern" und daher wird sich bald für uns das Thema D als erledigt ansehen lassen, denn hier geht vieles nicht mehr im Sinne von Zukunft oder Gegenwart für die Bürger, was der Kanzler-Eid eigentlich klar formulierte, doch man sich wohl dem Sinn der Worten nicht verpflichtet fühlt, als Politiker!!
Das endet jedoch nicht nur in der Familie sondern betrifft auch Alleinerziehende. Bei Politiker wohl unwichtig!

03.08.2018 15:17 Fragender Rentner 43

Das ist der Personenkreis, der noch etwas für die Geburten in Deutschland beisteuert und die hält aus welchen Gründen auch immer der Staat noch kürzer???

02.08.2018 23:23 Werner 42

Ist auch nicht sehr überraschend, oder?
Man kann auch eine Studie zur Wirkung der Trennung auf die Kinder machen. Ergebnis: Trennung der Eltern erschüttert das Grundvertrauen und die psychische Stabilität von Kindern. Nein, sowas aber auch.

02.08.2018 22:21 Sorgerechtsvater 41

Lieber MDR, vor ein paar Tagen wurde das Thema "Unterhaltsverweigerer" aufgerufen und jetzt dieses Thema. Ich könnte Ko.... Dieser Staat sollte das Familienrecht schnellstens ändern. Somit entfallen diese Probleme. Beide Eltern haben sich für ein Kind entschieden! Also heißt es nach der Trennung auch für Beide, !!!!Gleiche!!!! Pflichten. Das OLG Brandenburg hat dazu schon eine Berechnung dargelegt. D.h. wer mehr Einkommen hat hat auch mehr zum Unterhalt bei zu tragen. Egal, ob das Kind mehr oder weniger bei dem einen Elternteil ist. Bei einem verpflichtenden Wechselmodell müssen beide Eltern die tatsächlichen Kosten tragen und beide haben die Chance einer Tätigkeit nach zu gehen.

02.08.2018 20:54 Walter 40

@29. Ich gebe Ihnen vollkommen recht.

Das Problem ist, wer Geld hat, hat keine Zeit. Leute ohne geld nutzen die Zeit meist nicht. Ich denke, dass ich meinen Enkeln dann die entsprechende Zeit widmen kann. Es sei denn die Regierung verpflichtet zu arbeiten bis 75.

Meine Tochter hat zumindest alles was sie möchte oder auch noch nicht braucht, Pferd, Golf, tauchen, Ski und Immobilien.

Heute muss nach meiner Meinung keiner mehr arbeiten ohne keine Rente zu haben.

Ich denke wir haben ein Facharbeitermangel? Das sind, auch deutsche, dann halt doch keine Facharbeiter.

02.08.2018 20:44 Guido 39

Welche Familie hat denn heut 1000 zur Verfügung,das ist genau so eine milchmännchen Rechnung wie die Gutachten,das jeder Bürger um die 3300 Euro im Monat hat. Es ist alles Realitätsfremd. Fakt ist das fast jede Mutter,heute,so lange wie möglich zu hause bleiben möchte um die Erziehung Ihres Kindes selbst zu steuern. Viele Mütter haben keine Lust, oder es fehlt Ihnen die schulische Bildung,alle Möglichkeiten aus zu schöpfen. Beider Arge kann man für viele Sachen zusätzliche Unterstützung beantragen. Abschließend noch ein Wort. Ein Single der von Hartz4 lebt geht es viel viel schlechter als einem allein erziehenden Elternteil.

02.08.2018 19:57 Ralf Richter 38

Es wäre gut, die Statistik mal etwas anders zu interpretieren.
Nicht die Alleinerzeihenden gilt es über Gebühr zu fördern, sondern die traditionelle Familie.
Es ist nämlich Tatsache, dass viele den Status "alleinerziehend" aus sozialpolit. Gründen bevorzugenen und auch bewußt vortäuschen.

02.08.2018 19:19 Kritischer Bürger 37

@Ruth E. 24: Frauen sich unterordnen? Was erwarten Sie von einer solchen Einstellung das Gleichberechtigung ausgehebelt werden soll: Frei nach dem Motto des Mittelalters: Frau an Herd, mutter für Kind(er) und in Abhängigkeit vom Mann, der das Geld wohl dann alleine nachhause bringt und dann der Frau noch centweise vorrechnet, was diese seine Frau davon im Monat oder an jedem Tag auszugeben hat! nach Möglichkeit wohl noch als Nachweis den Kassenbeleg dem Mann vorlegen! Über solche Einstellung kann man nur den Kopf schütteln!
Die ganze Gesellschaft muss umdenken und das hat bei der Wirtschaft, bei jeden einzelnen ArbG anzufangen und zu Enden bei der Einrichtung von Gesetzen und Unterstützungen!

02.08.2018 19:08 Kritischer Bürger 36

@Meine Meinung 15: +... Die Lösung wäre.: das AG. auch allein Erziehende Arbeit geben aber da kommt die ausrede die Kinder könnten krank werdend damit fällt der AN....+
GANZ GENAU da liegt "der Hase im Pfeffer" mit der Erweiterung Ihrer Worte füge ich hinzu: So schnell kann kein ArbG für Ersatz sorgen und daher lieber ggf. Frau OHNE KIND als mit, denn die Wettbewerbswirtschaft fordert von jedem Mitmenschen als ArbN das höchste worin die Familie NUR EINE GERINGFÜGIGE ROLLE SPIELT samt dem Zusammenhalt etc.

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