Polizeigewalt Zehntausende demonstrieren deutschlandweit gegen Rassismus

In vielen deutschen Städten haben insgesamt mehrere Zehntausend Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. Allein in Berlin kamen 15.000 Menschen zusammen. Versammlungen und Demonstrationen gab es auch in Mitteldeutschland.

Teilnehmer einer Kundgebung protestieren auf dem Alexanderplatz (Berlin) gegen Rassismus und Polizeigewalt
In Berlin beteiligten sich laut Polizei rund 15.000 Menschen an den Protesten. Bildrechte: dpa

Tausende Menschen haben am Samstag in Deutschland gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Veranstaltungen gab es in mehr als zwei Dutzend Städten. Allein in Berlin versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 15.000 Menschen. Die Veranstalter hatte lediglich 1.500 angemeldet.

In München meldete die Polizei 20.000 Demonstrierende, in Hamburg 9.000. Weil wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nur gut 500 zugelassen waren, wurde die Veranstaltung in der Hansestadt beendet. In Frankfurt am Main zählte die Polizei 8.000 Menschen. Hygiene- und Mundschutzregeln wurden den Angaben zufolge eingehalten.

eilnehmer gehen während einer Silent Demo, zur Erinnerung an den gewaltsamen Tod von George Floyd am 25. Mai in der US-Stadt Minneapolis durch einen weißen Polizisten über die Carolabrücke in Dresden
Protestzug in Dresden Bildrechte: dpa

Demos gab es auch in Mitteldeutschland. In Magdeburg gingen nach Angaben der Polizei rund 1.500 Menschen auf die Straße. Ein Bündnis mehrerer Organisationen hatte unter der Überschrift "I can't breathe" zum Protest aufgerufen. In Dresden versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 4.000, in Leipzig etwa 700 Menschen unter dem Motto "Black Lives Matter".

Gegen Rassismus Black-Lives-Matter-Protest in Magdeburg

In Magdeburg haben mehr als tausend Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Anlass war der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis in den USA.

Drei junge Menschen mit Schutzmasken und Pappschildern auf dem Bahnhofsvorplatz in Magdeburg
In Magdeburg haben Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Ein Bündnis aus den Organisationen Solidarisches Magdeburg, Seebrücke
Magdeburg, Fridays for Future und der Sozialistischen Jugend
Deutschlands-Die Falken hatte zu der Veranstaltung aufgerufen.
"Weniger Rassismus ist immer noch Rassismus" stand auf einem Plakat.
Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Drei junge Menschen mit Schutzmasken und Pappschildern auf dem Bahnhofsvorplatz in Magdeburg
In Magdeburg haben Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Ein Bündnis aus den Organisationen Solidarisches Magdeburg, Seebrücke
Magdeburg, Fridays for Future und der Sozialistischen Jugend
Deutschlands-Die Falken hatte zu der Veranstaltung aufgerufen.
"Weniger Rassismus ist immer noch Rassismus" stand auf einem Plakat.
Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Zwei junge Frauen mit Pappschildern auf dem Bahnhofsvorplatz in Magdeburg: Same Shit Different Century und I can’t believe I still have to protest for this
"Ich kann nicht glauben, dass ich deswegen immer noch zum Protest muss." und "Gleiche Scheiße, anderes Jahrhundert" steht auf Englisch auf den Protestschildern dieser Frauen. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Eine große Gruppe junger Menschen auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz
Zahlreiche Menschen hatten sich am Magdeburger Hauptbahnhof versammelt. Die geplante Demonstrationsroute verlief über die Otto-von-Guericke-Straße zum Hasselbachplatz und über den Breiten Weg zum Domplatz. Wegen der Corona-Beschrämnkungen sollte der Demonstrationszug je in Gruppen von 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfolgen. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Zwischen einer großen Gruppe stehen ein Mann, ein Mann, eine Frau und ein Junge mit Mundschutzen und einem Black-Lifes-Matter-Schild
Die Veranstalter, der Seebrücke-Verein, hatte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Twitter dazu aufgerufen, Mund- und Nasenschutz zu tragen und Abstand zu halten. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Demo BLM MD (1) Drei junge Menschen mit Schutzmasken und Pappschildern auf dem Bahnhofsvorplatz in Magdeburg  Demo BLM MD (2) Zwei junge Frauen mit Pappschildern auf dem Bahnhofsvorplatz in Magdeburg: Same Shit Different Century und I can’t believe I still have to protest for this Demo BLM MD (3) Eine große Gruppe junger Menschen auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz  Demo BLM MD (4) Eine große Gruppe Menschen mit Protestschildern auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz  Demo BLM MD (5) Eine große Gruppe Menschen mit Protestschildern auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz mit einem Banner: Gib Antikommunismus, Faschismus, Rassismus & Antisemitismus keine Chance Demo BLM MD (6) Eine große Gruppe Menschen mit Protestschildern auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz, eine Frau in Warnweste spricht Demo BLM MD (7) Eine große Gruppe Menschen mit Protestschildern auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz, eine schwarze Frau in Warnweste spricht Demo BLM MD (8) Eine große Gruppe Menschen mit Protestschildern auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz Demo BLM MD Zwischen einer großen Gruppe stehen ein Mann, ein Mann, eine Frau und ein Junge mit Mundschutzen und einem Black-Lifes-Matter-Schild
Eine Rednerin sagte auf dem Bahnhofsvorplatz, Rassismus sei auch in Deutschland ein Problem. Sie sprach im Folgenden unter anderem über den Tod von Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Eine große Gruppe Menschen mit Protestschildern auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz, eine Frau in Warnweste spricht
Auf Twitter schreiben die Veranstalter "Seebrücke Magdeburg": "Wir fordern kämpferische Entschlossenheit, Solidarität mit Betroffenen und die Abschaffung rassistischer Strukturen in unserer Gesellschaft." Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Eine große Gruppe Menschen mit Protestschildern auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz mit einem Banner: Gib Antikommunismus, Faschismus, Rassismus & Antisemitismus keine Chance
Auf einem Banner der Demonstrierenden am Hauptbahnhof steht: "Gib Antikommunismus, Faschismus, Rassismus & Antisemitismus keine Chance." Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Eine große Gruppe von Menschen geht in Magdeburg vom Bahnhof Richtung Hasselbachplatz
Für die Demo angekündigt waren 100 Personen, erschienen sind rund 1.500. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Die Front eines Protestzugs mit dem Banner I can’t breathe Black Lives Matter
Die Veranstaltung fand unter dem Titel "I can't breathe", auf deutsch "Ich kann nicht atmen", statt. Der Amerikaner George Floyd hatte diese Worte kurz vor seinem Tod wiederholt, während ihm ein Polizist auf dem Nacken kniete. Der Tod des Mannes war Auslöser für die weltweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Demonstrierende knien auf dem Domplatz einige mit einer Faust gen Himmel und Plakaten
Auf dem Domplatz gab es fünf Schweigeminuten. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Der Domplatz in Magdeburg ist zur Hälfte mit Demonstrierenden gefüllt
Nach Angaben der Polizei haben rund 1500 Menschen an den Demonstrationen teilgenommen. Auf dem Domplatz haben sie gemeinsam fünf Minuten geschwiegen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Juni 2020 | 16:00 Uhr

Quelle: MDR/jh
Bildrechte: MDR/Olga Patlan
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 06. Juni 2020 | 16:00 Uhr

Die Kundgebungen reihen sich ein in die weltweiten Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis. Auf einem Video war immer wieder zu hören, wie Floyd "I can't breathe" sagt – "Ich kann nicht atmen". Proteste gab es am Samstag auch in Frankreich und Großbritannien sowie in der japanischen Hauptstadt Tokio.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juni 2020 | 16:30 Uhr