Balkengrafik mit den Umfrageergebnissen der einzelnen Parteien
ARD-Deutschlandtrend im Oktober: "Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?" Bildrechte: MDR/infratest dimap

ARD-"Deutschlandtrend" GroKo schwach wie nie - Grüne auf Rang zwei

Die Große Koalition schneidet in der neuen ARD-Umfrage so schlecht ab wie noch nie. Die Union rutscht auf deutlich unter 30 Prozent ab. Großer Gewinner sind die Grünen, die jetzt vor der SPD und AfD liegen. Kanzlerin Merkel und besonders Bundesinnenminister und CSU-Chef Seehofer verlieren weiter an Zustimmung.

Balkengrafik mit den Umfrageergebnissen der einzelnen Parteien
ARD-Deutschlandtrend im Oktober: "Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?" Bildrechte: MDR/infratest dimap

Union und SPD stürzen laut dem aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" in der Wählergunst weiter ab. In der am Donnerstag veröffentlichten Sonntagsfrage verliert die Union gegenüber dem Vormonat drei Prozentpunkte auf 26 Prozent. Die SPD büßt ebenfalls drei Punkte ein und kommt noch auf 15 Prozent.

Dagegen können die Grünen drei Punkte zulegen und ziehen mit 17 Prozent an SPD und AfD vorbei auf Platz zwei. Dies ist ihr bisheriger Spitzenwert. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, könnte die FDP auf zehn Prozent hoffen (+2). Die Linkspartei verharrt bei ebenfalls zehn Prozent.

Große Unzufriedenheit mit der GroKo

Parteivorsitzende der Großen Koalition
Die Parteivorsitzenden der GroKo: Merkel, Seehofer und Nahles Bildrechte: dpa

Die Verluste für Union und SPD gehen einher mit wachsender Unzufriedenheit über die Arbeit der Bundesregierung. Nur 24 Prozent der Befragten äußerten sich zufrieden - sieben Prozentpunkte weniger als im September. 76 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Als Hauptverantwortliche für den Zustand der Regierung machen 56 Prozent Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel und 31 Prozent CSU-Chef Horst Seehofer aus. SPD-Chefin Andrea Nahles machen nur zwei Prozent verantwortlich.

Diesel-Kompromiss unbeliebt

Die Meinungsforscher haben neben der allgemeinen politischen Stimmung auch die Zustimmung zu konkreten politische Projekten abgefragt. So sind 82 Prozent unzufrieden mit dem Diesel-Kompromiss. 78 Prozent sind unzufrieden mit den Fortschritten bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums, 73 Prozent halten die Klimapolitik der Regierung für falsch. 68 Prozent wenden sich gegen deren Flüchtlingspolitik, 65 Prozent gegen die Renten- und Sozialpolitik. Die Zufriedenheit überwiegt dagegen beim Schutz vor Kriminalität und Verbrechen mit 50 Prozent und bei der Wirtschaftspolitik mit 59 Prozent.

Maas und Altmaier relativ beliebt

In der Liste der beliebtesten Politiker liegt weiter Außenminister Heiko Maas von der SPD mit 46 Prozent Zustimmung vorn (-1), gefolgt von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit 45 Prozent (+2) vor Finanzminister Olaf Scholz (+1) und Merkel (-2) mit je 44 Prozent. Dahinter kann sich Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht auf 40 Prozent (+3) verbessern. Nahles erreicht 30 Prozent (+5), der noch immer weitgehend unbekannte Grünen-Chef Habeck klettert fünf Punkte auf 28 Prozent. Seehofer stürzt um zwölf Punkte auf 22 Prozent ab. AfD-Chef Alexander Gauland verharrt bei 15 Prozent.

ARD-Deutschlandtrend Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.508 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte. Die Schwankungsbreite wird mit bis zu 3,1 Prozent angegeben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2018 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2018, 07:13 Uhr

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63 Kommentare

13.10.2018 14:09 Marie 63

@Nr. 61: Ja, die Kandidatur von Kohl im Jahre 1998 wäre besser nicht geschehen und führte zur ersten rot/grünen Bundesregierung. Als ich noch SPD-Genossin war, waren meine Mitstreiter andere, bodenständige und wirklich hilfsbereite Typen als die heutigen SPD-Leute. Heiko Maas gefällt mir absolut nicht. Olaf Scholz hat schon vor seiner Ernennung als BFinanzMin. große Kompetenz in dieser Materie bewiesen, aber auch er überzeugt mich nicht. SPD und CDU werden noch längere Zeit zur Regeneration brauchen.

13.10.2018 11:33 Klaus 62

@ { 12.10.2018 22:21 Paule }
Eher im Gegenteil, das passt.
Ich bin FJS-Sympathisant, aber die CSU unter Seehofer hat sich stark verändert. Und das habe nicht nur ich gemerkt, sondern auch viele Bayernwähler. Gleiches gilt für die Grünen, die haben sich in die andere Richtung verändert und sind mittlerweile sogar wählbar geworden.
Seehofer macht auf mich den Eindruck eines streitenden Jammerlappens. Mich wundert es nicht, dass die CSU so abstürzt, eher im Gegenteil, ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Morgen Abend kennen wir die genauen Zahlen und dann bin ich mal gespannt was in der CSU passiert, ob man weiterhin dem Seehofer-Kurs folgen will.

13.10.2018 11:19 Wessi 61

@ 60 Ich bin eben WEGEN der Agenda drin' geblieben.Um vllt. ein Stückerle schrittweise zu verbessern, was Schröder da - Folge der 16 Jahre Kohl (darf man als Ursache nie vergessen) mit heisser Nadel schlecht zusammenzimmerte.Übrigens sollten Sie auf die Beliebtheitswerte auch schauen...da liegt Maas (von rechts angefeindet) vor Altmaier(100% pro Merkel-Politik) und Scholz (als Finanzminister!)! Jetzt ist rechts da, was sich links vor ein paar Jahren abspielte.Erschwerend f.d. Union wird sein, daß die rechte Absplitterung,durch negativste hist.Erfahrung,NIE ein Koalitionspartner sein wird.Der,freiwillige, Antifaschismus, im Westen+die starke Demokratie, garantiert das.Wenn Merkel "abdankt"+Teile der Union nach rechts rücken, werden CDU-Wähler tw. zu linkeren Parteien wandern.Da muß nur ein solider SPD-Kandidat stehen...wobei wir wieder bei Scholz wären.Wagenknecht spaltet auch.Das ist ungut,trotz interessanter Ideen.Da spielt aber leider pers.Haß eine Rolle.Persönlich ist immer ungut.

13.10.2018 07:54 Marie 60

@Nr. 55: ja, "vorgegebenden" war nur ein Tippfehler. Natürlich ist strikter Antifaschismus ein absolutes Muss! Ich glaube auch nicht, dass auch nur halbwegs vernünftig denkende Menschen so etwas wirklich wollen. Früher war die ganze Familie in der SPD aktiv, was aber schon lange nicht mehr ist. Die Agenda 2010 überschattet das aktuell in mancher Hinsicht gute Tun Bei der Union wird die Flüchtlingspolitik seit 2015 noch lange nachwirken. Frau Lange hat wohl auch Verbindung zur m.E. sehr sinnvollen und notwendigen Initiative von Sarah Wagenknecht. Eine vernunftbetonte soziale Politik fehlt. Franziska Giffey finde ich auch sehr ansprechend, eine vernünftige und sympathische Politikerin.

13.10.2018 02:37 Klaus 59

Interessant ist auch, dass Seehofer um 12 Punkte abgestürzt ist. Da haben wohl einige Leute gemerkt, dass der grottenschlechte Arbeit abliefert.

12.10.2018 22:21 Paule 58

Falls das mit den Grünen stimmen sollte, sind die Ergebnisse der Pisastudie für Bayern eine Totalfälschung

12.10.2018 21:58 ein schon länger in Deutschland lebender 57

@Wessi 55

das glaube ich ihnen, aber die Wähler sind zu schlau für diesen Quatsch!

12.10.2018 21:56 ein schon länger in Deutschland lebender 56

@Wessi 47

"Die Wähler in der BRd sind doch intelligent!"

das würde ich schon mal prinzipiell in Frage stellen, vorallen in den alten Bundesländern.

Das war ein Witz, ein Gag, Satire.

12.10.2018 21:24 Wessi 55

@ 52 "vorgegeben"? Wer oder was "gibt vor"? Für mich als Erstes+Einziges ein strikter Antifaschismus (Achtung: ich meine nicht Antifa), da kann man sich ein Beispiel an manchen Dingen i.der DDR nehmen. Ich bewundere Hilde Benjamin.Sage ich als SPD-Genosse. Persönlich wäre Simone Lange auch sympathischer gewesen, aber die Mehrheit... (nur darum geht es,ich war dagegen).Was die Werte anbelangt: Weltoffenheit, Toleranz gegenüber anderen Religionen, offenes Asylrecht für alle Verfolgten, bin ich ganz bei Ihnen.Ich wähle nicht nach Sympathie, nur nach Inhalten. Und in dieser Beziehung bin ich äusserst konservativ.Ich möchte die aus dem Ruin+der Befreiung geschaffene unnationalistische BRD erhalten+ausbauen.Mir persönlich wäre schon 2013 eine linke Koalition lieber gewesen.Der rechte Mist...von CSU zu AfD muß weg, GroKo ist nur ein Hilfsmittel der Konservativen die Rechtsaussen zu marginalisieren.Merkel in Rente:die Union nach rechts, da wirds die nächste linke Möglichkeit geben.

12.10.2018 19:28 REXt 54

An@51 gerd, jeder braucht ein gewisses Feinbild, das muß aufrecht erhalten werden, zumal die Vorhersagen, miserabel sind, kann man dann schön sagen , die ANDEREN sind dran Schuld!