Migrationsbericht Zahl der Asylanträge um 16 Prozent gesunken

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland geht weiter zurück. Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer wurden im vergangenen Jahr fast 186.000 Anträge gestellt, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Der CSU-Politiker sprach von einer positiven Wirkung der Begrenzungsmaßnahmen.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland rund 185.800 Asylanträge gestellt worden. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums ist das ein Rückgang um gut 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit sei nach dem Höhepunkt der Flüchtlingslage im Herbst 2015 ein "kontinuierlicher Rückgang" der Asylzahlen zu beobachten, erklärte Innenminister Horst Seehofer am Mittwoch.

Rund 36.000 Erstanträge weniger

Der Zuzug von Flüchtlingen blieb demnach deutlich unter der von der Bundesregierung vereinbarten "Obergrenze" von jährlich 180.000 bis 220.000. Seehofer zufolge stellten 162.000 Migranten einen Erstantrag auf Asyl. 2017 hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) noch rund 198.000 Erstanträge registiert. Die meisten Asylbewerber kamen im vergangenen Jahren aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und dem Iran, gefolgt von Nigeria und der Türkei.

Zugleich geht knapp ein Fünftel der Erstanträge 2018 auf in Deutschland geborene Kinder im Alter von unter einem Jahr zurück. (Nach Angaben des Bamf bietet der Gesetzgeber zum Schutz der Kinder die Möglichkeit eines eigenen Asylverfahrens, wenn die Eltern bereits Asyl beantragt haben. Der Asylantrag für das Neugeborene gilt automatisch, wenn die Eltern die Behörde über die Geburt informieren.)

2016 war die Zahl der Erstanträge auf einen bisherigen Höchstwert von 772.000 geklettert. Das berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland vorab. Demnach beantragten viele der 2015 eingereisten Menschen erst im Jahr danach Asyl.

Seehofer spricht von positiver Wirkung

Angesichts der Entwicklung sprach der CSU-Minister von einer "ganz konkreten positiven Wirkung", die die Maßnahmen zur Steuerung und Begrenzung des Flüchtlingszuzugs entfaltet hätten. Die Politik habe die Dinge im Laufe der letzten Jahr geordnet. Trotzdem brauche Deutschland weiterhin eine "ordnende, steuernde und begrenzende Flüchtlingspolitik".

Abgelehnt wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr knapp 35 Prozent aller Asylanträge. Anderweitig erledigt haben sich rund 30 Prozent der Anträge: etwa durch eine Zuweisung in ein anderes EU-Land nach dem Dublin-Verfahren oder weil der Antrag zurückgezogen wurde.

Zuwanderung lässt nach

Neben den Asylzahlen stellten Seehofer und Bamf-Chef Hans Eckard Sommer auch den neuesten Migrationsbericht der Bundesregierung für die Jahre 2016 und 2017 vor. Danach ist die gesamte Zuwanderung nach Deutschland rückläufig. Stellt man Zu- und Fortzüge gegenüber, liegt das Wanderungsplus für 2017 bei 400.000 Menschen, nach 500.000 im Jahr 2016. Nach jetzigem Stand habe sich dieser Trend auch im Jahr 2018 fortgesetzt, sagte Seehofer.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 12:24 Uhr

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85 Kommentare

25.01.2019 15:37 Lisa 85

@klaus 84,

Nö warum?

Aktuellen Studien zufolge fallen durch die Digitalisierung 2.0 hundert tausende Arbeitsplätze weg.

Was machen sie dann mit den zugewanderten?

Bürgen die für diese?

25.01.2019 08:30 Klaus 84

Es ist also klar, dass wir geregelte Einwanderung brauchen.

24.01.2019 21:15 Bronko 83

Zitat mdr:

@Klaus 77

"Und unbestritten ist, dass wir Zuwanderung brauchen und weiterhin haben werden."

Tja, hätten die in Berlin die ganzen Mrd nicht in die Flüchtlinge, sondern in die Kinder Förderung gesteckt, bräuchten wir das nicht.

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Genau DAS ist aber FAKT, da muß man nicht rumdiskutieren. Mir ist schleierhaft, wieso man bei dieser Aussage, die an Richtigkeit nicht überbietbar ist, einschreiten will. Verblasene 50 Millarden in jahr bleiben verblasene Milliarden. Das ist so und ändert sich nicht!

24.01.2019 17:59 Horst 1 82

wer es glaubt? die meisten kommen ja illegal und ohne Papiere, somit können die gar nicht registriert werden!

24.01.2019 15:44 Fragender Rentner 81

@Peter zu 57

Wer hat da wohl durchgezählt, wenn sie nicht mal wissen wieviele Obdachlose es in Deutschland gibt !!!

Du hast vergessen auf die Frage zu antworten, wieviele davon nur Deutsche sind ? :-)

24.01.2019 14:59 Willy 80

@ 7 9 aber leider gibt es immer noch Bürger die alles glauben s. Mediator und seine Genossen dazu.

24.01.2019 13:22 Winter 79

Was will man uns mit diesen Zahlen sagen???? Ich bin mir sicher das die niemals stimmen!! Wie heißt es doch so schön--Wer einmal lügt dem glaubt man nicht...............!!!! Man versucht es aber immer wieder uns irgendwelche Märchen aufzutischen..So lange diese (jetzigen) Politiker an der "Macht" sind glaube ich ihnen eh nichts mehr!!! Man hat uns doch oft genug irgendwelche Märchen aufgetischt!!Das Vertrauen an Frau M. und Co ist verloren gegangen!!!!

24.01.2019 12:44 Lilly 78

@Klaus 77

"Und unbestritten ist, dass wir Zuwanderung brauchen und weiterhin haben werden."

Tja, hätten die in Berlin die ganzen Mrd nicht in die Flüchtlinge, sondern in die Kinder Förderung gesteckt, bräuchten wir das nicht.

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24.01.2019 11:57 Klaus 77

@ { 23.01.2019 21:28 Peter }
Einpacken können die noch nicht ganz, aber der Segen ist weg.
Und unbestritten ist, dass wir Zuwanderung brauchen und weiterhin haben werden.

24.01.2019 11:21 Willy 76

schon so eine Regierung die mit dem Kindergeld von Millionen vergibt wo andere Länder viel billiger sind in ihrer Lebensweise als Deutschl. ist eine verdammte Sauerei, es ist ja nicht ihr Geld.