Frankfurter Block
Randale bei einem Spiel des 1.FC Magdeburg (MD) und Eintracht Frankfurt in Magdeburg. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Mitteldeutschland Aufwand für Sicherheit bei Fußballspielen bleibt hoch

Die Polizei ist wöchentlich bei Fußballspielen im Einsatz. Sei es, um Fanlager zu trennen oder Besucherströme zu leiten. Bundesweit kamen somit im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Einsatzstunden zusammen - ein Anstieg zum Vorjahr um 4,5 Prozent. Es gab mehr als 13.300 gewaltbereite Fußballfans, davon werden 3.071 als besonders gewaltsuchend eingestuft. Wie sieht die Lage in Mitteldeutschland aus?

Frankfurter Block
Randale bei einem Spiel des 1.FC Magdeburg (MD) und Eintracht Frankfurt in Magdeburg. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Die Lage in Thüringen

In Thüringen hat die Polizei nach Angaben der Landesregierung von 2014 bis 2018 bei 26 Fußballspielen pyrotechnische Erzeugnisse beschlagnahmt. Insgesamt 90 Mal sei Pyrotechnik in diesen vier Jahren in Stadien abgebrannt worden. Schwerpunkte sind dabei einer Auswertung des Innenministeriums zufolge die Stadien in Jena und Erfurt. In der Landeshauptstadt spielt Viertligist Rot-Weiß Erfurt, in Jena der FC Carl Zeiss in der dritten Fußballliga.

Auch bei den sogenannten Problemfans stellen diese beiden Städte den Schwerpunkt. In Erfurt gibt es dem Innenministerium zufolge 320 Personen in diesem Kreis, in Jena 250. Im gesamten Freistaat kommt das Innenministerium auf 130 gewaltsuchende, also besonders aggressive Fans der Kategorie C.

Die Lage in Sachsen-Anhalt

In dem Flächenland liegen derzeit nur Zahlen zu den Einsätzen zu Drittligaspielen vor. So gibt es bei den Drittligisten Hallescher FC und FC Magdeburg laut Innenministerium insgesamt 150 gewaltsuchende Personen, die den Behörden bekannt sind. In der gesamten Saison 2017/18 seien 15 pyrotechnische Erzeugnisse festgestellt worden. Die Polizei benötigte für die Absicherung allein der Drittligaspiele in der benannten Saison mehr als 56.000 Arbeitsstunden. Seit 2014 habe es sieben Verletzungen durch Pyrotechnik in Stadien im Bundesland gegeben.

Die Lage in Sachsen

Im Bundesland mit den drei Bundesliga-Vereinen Leipzig (1. Liga), Dresden und Aue (2. Liga) wurde in den Jahren 2017 und 2018 bei 41 Spielen Pyrotechnik abgebrannt. Die Zahl der gewaltbereiten Personen in dem Bereich wurden von einem Sprecher des Innenministeriums Sachsen mit 1.060 angegeben. Allein im Jahr 2018 gibt das Innenministerium in Antworten auf kleine Anfragen mehr als 180.000 Einsatzstunden für Polizisten rund um Fußballspiele aller Art an.

Hintergrund Randale bei Fußballspielen ist Thema der laufenden Innenministerkonferenz von Bund und Ländern. Die Minister wollen unter anderem über schärfere Strafen für Verstöße in Fußballstadien reden. Unter anderem fordert das Innenministerium Nordrhein-Westfalen bei Verstößen den Führerscheinentzug.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Dezember 2019 | 08:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2019, 16:52 Uhr