Klimadebatte Forderungen nach dem Ausstieg vom Atomausstieg

Der Ausstieg aus der Atomkraft ist beschlossene Sache. Politiker von CDU und AfD stellen die Energiewende in Frage. Sie bangen um eine ausreichende Stromversorgung ohne Kernkraft.

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Kernkraftwerks Grohnde in der Gemeinde Emmerthal (Niedersachsen)
2022 muss in Deutschland das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet werden. Bildrechte: dpa

Angesichts von Strom-Engpässen in diesem Jahr fordern mehrere Bundespolitiker längere Laufzeiten von Atomkraftwerken. Der CDU-Energieexperte Andreas Lämmel sagte MDR AKTUELL, das gesamte Energiesystem werde immer stärker belastet. Gezeigt habe sich das im Juni, als an mehreren Tagen zu wenig Strom ins Netz eingespeist worden sei.

Strikte Ablehnung von SPD, Linken und Grünen

Der sächsische Bundestagsabgeordnete schlug vor, die verbliebenen Kernkraftwerke länger am Netz zu lassen. Er zweifle aber, ob das technisch möglich sei. Die Betreiber seien auf den Atomausstieg eingestellt.

Der umweltpolitische Sprecher der AfD, Karsten Hilse, hält dagegen einen längeren Betrieb für machbar. Die Wirtschaft überstehe es nicht, gleichzeitig aus Kernkraft und Kohle auszusteigen.

Strikte Ablehnung einer Renaissance der Kernkraft kommt von SPD, Linken und Grünen. Die FDP teilte MDR AKTUELL mit, längere Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland seien keine realistische Option. Es gebe dafür keine gesellschaftliche Mehrheit.

Betreiber auf Atomausstieg eingestellt

Auch für die Energiekonzerne hätten sich auf die Energiewende eingestellt, sagt Christian von Hirschhausen, Forschungsdirektor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Die Diskussion um den Ausstieg vom Atomausstieg bezeichnet er als eine Scheindebatte.

Auch seitens des Energiekonzerns RWE heißt es, das Unternehmen sehe die Zukunft der Stromerzeugung bei den erneuerbaren Energien. Das Kapitel Atomkraft sei abgeschlossen.

Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022

Im Juni 2019 lag der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland bei 52 Prozent. Mit einem Gesamtanteil von rund 19 Prozent war die Solarenergie erstmals stärkste Energiequelle des Monats. Die Kernkraft machte einen geringeren Anteil von rund zwölf Prozent aus.

In Deutschland muss Ende 2022 das letzte AKW abgeschaltet werden. Der Beschluss wurde 2011 nach der Atomkatastrophe in Fukushima gefasst.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Dezember 2019 | 07:05 Uhr