Bei Zugverspätungen Bahn will Entschädigungen vereinfachen

Verspätet sich ein Zug, können Bahnkunden bisher nur mit aufwendigen Papier-Formularen Entschädigung beantragen. Die Bahn plant nun eine digitale Variante. Bundesverkehrsminister Scheuer plädiert indes für eine automatische Entschädigung.

Im Vordergrund ist ein Papier zu sehen, auf dem "Fahrgastrechte-Formular" steht. Im Hintergrund ist das Logo der Deutschen Bahn abgebildet.
Verbraucherschützer fordern schon lange eine automatische Entschädigung bei Verspätungen. Bildrechte: dpa

Bahnkunden sollen bei Zugverspätungen künftig auf digitalem Weg Entschädigung beantragen können. Ein Bahnsprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Bahn wolle den Entschädigungsprozess vereinfachen und arbeite an notwendigen technischen Voraussetzungen für eine digitale Prozessvariante.

Es ist verständlich, dass das derzeit praktizierte Entschädigungsverfahren von unseren Kunden als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird.

Bahn-Sprecher

Wie genau das funktionieren soll und ab wann ein digitaler Antrag möglich ist, ist aber noch offen. Die Bahn stehe dazu in Kontakt mit dem Verbraucherschutz- sowie mit dem Verkehrsministerium.

Scheuer für automatische Entschädigung

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sprach sich indes für automatische Entschädigungen bei Verspätungen aus.

Der CSU-Politiker sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", dies wäre ein Anreiz für mehr Pünktlichkeit. Neben Bahnkunden wolle er auch die Rechte von Flugreisenden stärken.

Es sei nicht einzusehen, dass Flüge und Zugverbindungen per App gebucht werden könnten, die Entschädigung aber schriftlich auf komplizierten Formularen beantragt werden müsse, sagte Scheuer.

Zunehmend Bahnkunden fordern ihre Rechte ein

Verbraucherschützer setzen sich schon lange dafür ein, dass Passagiere bei Verspätungen automatisch entschädigt werden. Bei der Bahn füllten vergangenes Jahr 2,7 Millionen Reisende das Fahrgastrechte-Formular aus - ein Anstieg um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt zahlte die Bahn 2018 im Nah- und Fernverkehr 53,6 Millionen Euro für Entschädigungen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. März 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2019, 07:50 Uhr

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1 Kommentar

16.03.2019 11:23 Brennabor 1

Besser wäre die Fahrpreise zu senken und auf
Entschädigungen zu verzichten.
Denn der Aufwand für ein Formular aus zu füllen
und ab zu senden wird hier gar nicht eingerechnet.
Würde man die Leute einrechnen, die sich diese
Mühe gar nicht machen, würden die 53,6 Mill. €
bei weitem nicht ausreichen !