Intercity Express-Züge ICE am Hauptbahnhof Leipzig
ICE-Züge am Hauptbahnhof Leipzig: Im Oktober fuhren weniger als Dreiviertel der Fernzüge pünktlich. Bildrechte: imago/Action Pictures

Kampf gegen die Krise Bahn-Aufsichtsrat kündigt Investitionen auf "Rekordniveau" an

Die Deutsche Bahn will mit höheren Ausgaben für Züge, Schienennetz und Mitarbeiter wieder aus der Krise kommen. Laut Aufsichtsrat sind Investitionen auf "Rekordniveau" geplant. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Aus Aufsichtsratskreisen hieß es jedoch, bei der Bahn gebe es einen Investitionsstau von 50 Milliarden Euro.

Intercity Express-Züge ICE am Hauptbahnhof Leipzig
ICE-Züge am Hauptbahnhof Leipzig: Im Oktober fuhren weniger als Dreiviertel der Fernzüge pünktlich. Bildrechte: imago/Action Pictures

Mit höheren Ausgaben für Züge, Schienennetz und Mitarbeiter will die Deutsche Bahn ihre Krise möglichst zügig überwinden. Der Aufsichtsrat der bundeseigenen Aktiengesellschaft erklärte am Freitagabend nach einer zweitägigen Klausurtagung, in den kommenden Jahren seien Investitionen auf "Rekordniveau" geplant. Das besondere Augenmerk der Investitionen solle dabei auf dem "Erhalt und Ausbau der Infrastruktur sowie der zügigen Beseitigung von Engpässen" liegen.

Keine konkreten Zahlen

Michael Odenwald Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn AG
Bahn-Aufsichtsratschef Odenwald: "Festgestellte Defizite beseitigen und sich ergebende Chancen zügig und konsequent anpacken." Bildrechte: dpa

Bahn-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Odenwald sagte dazu, um sowohl Mitarbeiter als auch Kunden zufrieden zu stellen, wolle die Deutsche Bahn in den nächsten Jahren "auf Rekordniveau" in Mitarbeiter, Infrastruktur, Qualität und Digitalisierung investieren.

Konkrete Zahlen zum geplanten Investitionsvolumen nannte der Staatskonzern allerdings nicht. Damit bleibt auch der Umfang der zuvor vom Bahn-Vorstand vorgestellten "Agenda für eine bessere Bahn" offen. Unklar ist auch, wie viel der Bund als Eigentümer zu den zugesagten Investitionen beisteuern wird. Dazu sind in nächster Zeit Gespräche zwischen Vorstand und Verkehrsministerium geplant.

Angeblich fünf Milliarden Euro nötig

Zuvor war aus dem Unternehmen die Summe von fünf Milliarden Euro bekannt geworden, die allein in den kommenden vier Jahren zusätzlich nötig sei, um Pünktlichkeit und Kapazitäten zu erhöhen. Bahn-Vorstandschef Richard Lutz stellte dazu am Dienstag allerdings klar, die Bahn wolle diesen Betrag selbst aufbringen. Aus Aufsichtsratskreisen verlautete am Freitag, der Investitionsstau bei der Bahn belaufe sich derzeit auf 50 Milliarden Euro.

Bahn selbst unzufrieden

Die Bahn steht wegen vieler Verspätungen in der Kritik. Im Oktober kamen nur 71,8 Prozent der ICE- und IC-Fernzüge pünktlich an ihre Ziele. Laut den ursprünglichen Bahn-Zielen hätten es mindestens 82 sein sollen.

Nach einem Bericht des ARD-Magazins "Kontraste", wonach nur 20 Prozent der ICE "voll funktionsfähig" sind, hatte ein Bahnsprecher betont, die Bahn sei mit dem aktuellen Stand der Fehlerbeseitigung in ihrer Zugflotte selbst nicht zufrieden. Deshalb habe die Bahn dem Aufsichtsrat Vorschläge vorgelegt, wie kurzfristig zusätzliche Ressourcen für Wartung und Instandhaltung der Züge geschaffen werden könnten. Laut dem "Kontraste"-Bericht fehlen derzeit auch rund 5.800 Mitarbeiter im sogenannten betriebskritischen Bereich des Zugverkehrs.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. November 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2018, 22:12 Uhr