Hans-Eckhard Sommer Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.
Bamf-Präsident Sommer: 162.000 Asylerstanträge sind vergleichbar mit einer Großstadt. Bildrechte: imago/Jens Schicke

"Vergleichbar mit Großstadt" Bamf-Chef hält Zahl der Asylanträge für zu hoch

Rund 162.000 Menschen haben 2018 in Deutschland Asyl beantragt. Das ist so viel wie eine Großstadt. Doch nur 35 Prozent erhielten am Ende einen Schutzstatus. Bamf-Chef Sommer hält die Zahl der Asylanträge für zu hoch.

Hans-Eckhard Sommer Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.
Bamf-Präsident Sommer: 162.000 Asylerstanträge sind vergleichbar mit einer Großstadt. Bildrechte: imago/Jens Schicke

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer, zu hoch. "Wir haben im vergangenen Jahr 162.000 Asylerstanträge registriert", sagte der Bamf-Chef der "Welt am Sonntag". "Das ist vergleichbar mit einer Großstadt, die jährlich zu uns kommt."

Nach Angaben Sommers erhalten jedoch nur rund 35 Prozent der Antragsteller am Ende einen Schutzstatus: "Wir sehen also ganz deutlich, dass viele Menschen hierher kommen, ohne einen Asylgrund zu haben."

Über die Hälfte ohne Dokumente

Asylantrag und ein Stempel mit der Aufschrift - abgelehnt -
Über die Hälfte der Asylsuchenden legen keine Dokumente vor. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Der Bamf-Chef beklagte zudem, dass viele der Antragsteller keine Dokumente vorlegen. Aktuell seien dies 54 Prozent. Die jeweilige Nationalität spiele dabei eine wichtige Rolle. So würden sich etwa Antragsteller aus Ländern mit einer geringen Anerkennungsquote fast nie durch Dokumente ausweisen.

Laut Sommer legen zudem Asylsuchende echte Dokumente aus EU-Staaten vor, die aber ganz anderen Personen gehörten. Diese Dokumente seien gestohlen oder weitergereicht worden. Zum Teil würden auch Fälschungen verwendet.

Keine Zielmarke für Anträge

Obwohl Sommer aufgrund der hohen Antragszahlen von den "Grenzen der Belastbarkeit eines Staates" sprach und die im Koalitionsvertrag definierte Obergrenze befürwortete, sprach er sich gegen eine Zielmarke für Asylanträge aus. "Wenn jemand mit einem berechtigten Asylgrund herkommt, dann müssen wir diesen auch anerkennen und können nicht statistisch vorgehen", sagte der Bamf-Chef der Zeitung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. März 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 11:44 Uhr

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95 Kommentare

25.03.2019 11:18 Sonja 95

@ 9 1 , vergesst mal alle zusammen nicht die Krankheiten mit die hier eingeschlept werden die es schon längst bei uns nicht mehr gab, Kongo jetzt wieder mit Ebola , nein das brauchen wir nicht noch zusätzlich und gebt den kein Geld mehr , meldung kam doch schon dazu das viele es in ihrer Heimat zu die Verw. schicken unser Steuergeld ist das, irgendwann muß mal schluß sein damit.

25.03.2019 10:35 Emil 94

@Gerd Müller 91. Das ist jetzt nicht ihr ernst - oder ? Wie viele wolle sie denn aufnehmen ?
Hilfe zur Selbsthilfe ist die einzig funktionierende Form, alles andere führt in's Chaos.

25.03.2019 10:33 winfried 93

Ich mache mir inzwischen die Erklärung, warum Flüchtlinge nach DE flüchten, leicht,
ich reibe Daumen und Zeigefinger gegeneinander.

25.03.2019 09:51 Wo geht es hin? 92

@Mediator - Frage von Ihnen: "WIE WÜRDEN SIE ABGELEHNTE ASYLBEWERBER AUS DEUTSCHLAND IN IHRE HEIMATLÄNDER GANZ PRAKTISCH UND UMSETZBAR ZURÜCKFÜHREN:" Ganz einfach: jegliche Bargeldleistung und sonstige Vergünstigungen streichen. Sie würden staunen, wie viele sich ganz schnell wieder "erinnern", wo sie nun wirklich herkommen, wer sie wirklich sind oder wo es solche Leistungen in Europa vielleicht doch noch abzugreifen gibt. Die Spreu würde sich ganz schnell vom Weizen trennen. Noch besser wäre natürlich, endlich wieder ein funktionierendes Grenzsystem zu haben. Da das Europa nicht kann oder will, muss es notgedrungenerweise eben an den deutschen Grenzen wieder eingeführt werden. In Ungarn klappt das doch auch. Ich kann auch nicht einfach bei den Amis aufschlagen und "Asyl" stammeln. Die würden mir was husten.

25.03.2019 08:57 Gerd Müller 91

gaynau @Emil 87 > ... Alles richtig und alles das sind große Anreize hierher zu kommen. <

na und wenn wir alle etwas abgeben können wir sehr viele aufnehmen und versorgen ohne das wir wie Afrikaner oder von unwetter betroffene hungern oder dursten müssen

25.03.2019 07:36 Ekkehard Kohfeld 90

@ malatesta 72 "Alle anderen sind Wirtschaftsflüchtlinge"
Richtig. Wer vor dem IS flieht, ist Wirtschaftsflüchtling. Wer vor dem Krieg in Afghanistan oder dem Jemen flieht auch. Usw. usw.##
Wissen sie versuchen sie doch nicht immer diesen plumpen Versuch,in meiner Gemeinde sind 54 Nationen (in unserer Nachbargemeinde 102 Nationen) vertreten die kommen bestimmt alle aus Syrien und sind vor dem IS geflohen.Eine billergere Ausrede haben sie nicht ich kenne auch keine 54 (102) Länder in denen Krieg ist.Können sie die mal aufzählen.Und in Syrien ist der Krieg offiziell beendet.Und warum müssen die um die halbe Welt zu uns kommen,warum gehen die nicht zu ihren reichen Glaubensbrüdern (Öl) den erklären sie uns doch mal,da bekommt man nie ein Antwort,warum nicht.

25.03.2019 07:08 Gerd Müller 89

Bündnis 90 Die Grünen sind mit Sozis und Kommunisten einzige Alternative gegen Rechts bei den 2019er Wahlen

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24.03.2019 21:47 aus Dresden 88

@82@86
Fliehen tut da so gut niemand. Die Realität offenbart andere Wahrheiten als die Darstellungen in den Medien.
Die Vorteile des hiesigen Klimas zeigt bereits eine Landpartie.

Zur Infrastruktrur: Da genügt ein Blick aus dem Fenster oder ein Sparziergang. Dass Infrastruktur wegen hoher anderer Ausgaben (z. B. Folgekosten der Immigration) zerbröckelt, kann man dann auch sehen.
Die Kosten sind zudem nicht nur finanzieller, sondern auch sozialer Natur, wie ein paar im Gericht verbrachte Vormittage zeigen können.

24.03.2019 21:43 Emil 87

@Mediator: Dresden 79 hat doch vollkommen recht. Wir haben hier gemäßigtes Klima und Wasser auch, im Gegensatz zu Afrika. Infrastruktur ist auch noch gut und Geld gibt es für lau. Alles richtig und alles das sind große Anreize hierher zu kommen.

24.03.2019 20:23 Mediator an aus Dresden(79) 86

"Die Vorteile sind im Übrigen vielfach u. gehen weit über Hartz IV-Niveau u. Sammelunterkunft hinaus: Infrastruktur einer westlichen Industrienation, gemäßigtes Klima mit Niederschlag etc."

Der war gut! Die Flüchtlinge kommen also zu uns wegen des guten Wetters in Deutschlands? Vermutlich können die gar nicht genug vom frieren und bibbern in unserem Winter- und Herbstschmuddelwetter kriegen. Was fangen denn die Flüchtlinge mit dem vielen Regen in unserem gemäßigtem Klima an? Betreiben die heimlich Landwirtschaft indem sie in den Wäldern heimlich roden und Kartoffeln und Möhren anbauen?

Von welcher Infrastruktur profitieren sie denn hier so, dass sich eine teure und gefährliche Flucht lohnt? Erklären sie uns das doch einmal.