Schild am Eingang des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, 2016
Der Geiselnehmer von Köln war offenbar nur durch einen Fehler in Deutschland. Bildrechte: dpa

Frist versäumt Medienbericht: Geiselnehmer von Köln durch Bamf-Fehler in Deutschland

Der spätere Geiselnehmer von Köln hätte eigentlich schon vor drei Jahren nach Tschechien zurückgeschickt werden müssen. Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Demnach blieb der Syrer in Deutschland, weil das Bamf eine Frist versäumte.

Schild am Eingang des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, 2016
Der Geiselnehmer von Köln war offenbar nur durch einen Fehler in Deutschland. Bildrechte: dpa

Der Geiselnehmer von Köln hätte offenbar vor drei Jahren nach Tschechien zurückgeschickt werden müssen - wenn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nicht eine entsprechende Frist versäumt hätte.

Laut Dublin-Abkommen war Tschechien zuständig

Nach Informationen der Zeitung "Kölner Stadt-Anzeiger" war der Syrer Anfang 2015 über Tschechien in die EU eingereist und hatte dort auch einen Asylantrag gestellt. Nach seiner Weiterreise nach Deutschland beantragte er im März 2015 hier erneut Asyl.

Gemäß dem Dublin-Abkommen, wonach das EU-Land für das Asylverfahren zuständig ist, in dem ein Flüchtling erstmals registriert wurde, hätte Deutschland den Mann nach Prag zurücküberstellen müssen. Dem Zeitungsbericht zufolge verpasste das Bamf aber die entsprechende Frist. Danach sei eine Rücküberführung nicht mehr möglich gewesen.

Am 12. Juni 2015 wurde der heute 55-Jährige in Deutschland als Flüchtling anerkannt, seit Juli 2015 lebte er in Köln. Das Bamf in Nürnberg gab laut "Kölner Stadt-Anzeiger" zunächst keine Stellungsnahme zu den Informationen ab.

Lebensgefährlich verletzt

Der 55-Jährige hatte am Montag in einem Schnellrestaurant im Hauptbahnhof von Köln einen Brandanschlag verübt und dabei zwei Menschen verletzt. Anschließend nahm er in einer benachbarten Apotheke eine Angestellte als Geisel. Ein Spezialkommando der Polizei überwältigte ihn schließlich, dabei wurde er durch Schüsse der Beamten lebensgefährlich verletzt. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe schließt ein terroristisches Motiv für die Tat nicht aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Oktober 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2018, 07:46 Uhr