Katarina Barley
Bundesjustizministerin Katarina Barley setzt sich für mehr Frauen im Bundestag ein. Bildrechte: dpa

Änderung des Wahlrechts Justizministerin Barley will Frauenanteil im Bundestag erhöhen

Justizministerin Katarina Barley drängt auf eine Änderung des Wahlrechts, um den Frauenanteil im Bundestag zu erhöhen. Sie mache sich Sorgen, dass es zu Rückschritten bei der Gleichberechtigung komme.

Katarina Barley
Bundesjustizministerin Katarina Barley setzt sich für mehr Frauen im Bundestag ein. Bildrechte: dpa

Bundesjustizministerin Katarina Barley hat sich für eine Änderung des Wahlrechts ausgesprochen. Dadurch soll der Frauenanteil im Bundestag erhöht werden. Das sagte die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag" anlässlich des 100. Jahrestags des Frauenwahlrechts am 12. November. "Von der Regierungsbank aus schaue ich auf die Fraktionen von AfD, FDP und CDU/CSU. Da sitzt ganz oft ein Meer von grauen Anzügen", sagte Barley. Der Frauenanteil dort betrage zwischen zehn bis knapp über 20 Prozent. Ändern werde sich das wohl nur durch ein neues Wahlrecht.

Die Justizministerin verwies darauf, dass es in Europa unterschiedliche Regelungen für eine Geschlechterparität im Parlament gebe. So stünden in Frankreich auf den Kandidatenlisten der Parteien abwechselnd Männer und Frauen. Eine andere Möglichkeit seien "größere Wahlkreise mit zwei direkt gewählten Abgeordneten unterschiedlichen Geschlechts."

Forderungen an Kramp-Karrenbauer

Bundestag
Mit einer Wahlrechtsrechtsreform will Barley den Frauenanteil im Bundestag erhöhen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Barley sagte, es mache ihr echte Sorgen, dass wir gerade Rückschritte bei der Gleichberechtigung erlebten und der Frauenanteil im Bundestag nach der Wahl 2017 dramatisch auf rund 30 Prozent gesunken sei. Sie forderte die CD-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer deshalb zu Verhandlungen über eine Wahlrechtsreform auf. Das Wichtigste sei, dass sich Frauen dafür zusammenschließen.

"Das wird mit Grünen und Linken gehen", sagte die SPD-Politikerin. Aber auch Kramp-Karrenbauer habe ein Paritätsgesetz ins Gespräch gebracht. "Da nehme ich sie beim Wort", sagte Barley.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. November 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2018, 09:31 Uhr

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68 Kommentare

12.11.2018 18:27 Nelly 68

Aha, bei der Wahl bekomme ich also künftig vor dem Betreten der Wahlkabine vorgeschrieben welches Geschlecht ich gefälligst zu wählen habe. Da läuft ein Quotenzähler mit? Oder wie muss ich mir diesen Schwachsinn vorstellen? Spass aus. Die da oben können weltfremd spinnen wie sie wollen. Ich mache mein Kreuz auch künftig bei dem Kandidaten, den ich für geeignet halte. Das Geschlecht spielt da keine Rolle.

12.11.2018 12:37 007 67

@ Peter 61 ... Ich sage ihnen, sie Doppelpass Fan, jetzt schon voraus, dass dieser sehr bald abgeschafft wird. Dafür reicht die Mehrheit von Union+ FDP+ AfD. Die CDU wollte diesen Unsinn schon lange abschaffen. Nur die Führerin, diese Allmächtige, hat ihre Partei einfach ignoriert. Aber der neue CDU Chef braucht neue Themen u damit ist die absolut sinnlose Reglung der zwei Staatsbürgerschaften besiegelt. Darauf verwette ich meinen Lieblings- Fernsehsessel ...

12.11.2018 10:45 ach so 66

Es gibt Überlegungen den Bundestag zu verkleinern. Eine Frauenquote garantiert den Frauen den Verbleib im Bundestag während die die ihre Stühle räumen müssten die Männer sind.
Wo steht das Frauen die besseren Menschen sind?
Unsere Justizministerin soll sich um die Einhaltung von Recht und Gesetz kümmern.

12.11.2018 10:35 Bernd L. 65

Der Vorstoß könnte ein Eigentor werden: Man denke nur mal daran, was Frauen in der deutschen Politik angerichtet haben: Merkel und Nahles. Von absolut inkompteten Fachministerinnen ganz zu schweigen.
Wir Brauchen verantwortungsvolle und kompetente Politiker und Poltikerinnen mit Rückgrat! Daran fehlt es.

12.11.2018 08:48 Jakob 64

Frauen machen bessere Politik. Die Frauen in Regierung und Bundestag machen unser Land zu einem besseren Land. Die grimmig guckenden grauen Herren in der AfD-Fraktion sind tatsächlich ein Trauerspiel. Und trotzdem würden Barleys Ideen zu Wahlrechtsreformen unzulässig sein. Denn es würden die Grünen bevorzugt, deren Frauenanteil unter den Wählern 58% beträgt (Frauen sind eben schlauer), während die AfD benachteiligt würde (wird hauptsächlich von grimmigen Männern aus der Modernisierungsverliererecke gewählt, Frauenanteil in der AfD-Wählerschaft bei 39%). Das muss schon der - faire - politische Wettbewerb entscheiden, wer im Parlament sitzt. Allgemein sollten Linke mehr Überzeugungsarbeit leisten und weniger verbieten.

12.11.2018 07:28 Wo geht es hin? 63

@Peter - Zitat von Ihnen: "Eure Frauen/Lebenspartnerinnen könnten reagieren: Das Spektrum: Standpauke, Nudelholz, Liebesentzug." Zitat Ende. Scheint bei Ihnen ja wunderbar funktioniert zu haben...

12.11.2018 00:44 Wolle1 62

@Peter , ja schliessen Sie sich dann eigentlich auch den Argumenten von @46, @47 an? 50 % Frauen bei der Muellabfuhr, 50% in den Kindergaerten Maenner? Wenn nein warum denn nicht?
Im Uebrigen ueber Ihre Argumentation hat meine Frau auch nur mitleidig gelaechelt.

11.11.2018 21:30 Peter 61

@60: Warum sollte sich Frau Barley um den Doppelpass kümmern?
Ich zitiere die bpb: "Entgegen dem Eindruck, der vielfach in der öffentlichen Debatte entsteht, handelt es sich bei Doppelstaatlern in Deutschland nicht vorrangig um Menschen mit türkischen Wurzeln. Sowohl bei den Angaben aus dem Mikrozensus als auch aus dem Zensus ergibt sich, dass diese Gruppe nur 12 bis 13 Prozent aller Doppelstaatler ausmacht. Wichtige Herkunftsländer sind daneben die Russische Föderation, Kasachstan, Polen und Rumänien, aus denen in den letzten Jahrzehnten viele Aussiedler und Spätaussiedler nach Deutschland kamen, welche häufig beide Pässe besitzen."

11.11.2018 20:53 Atheist aus Mangel an Beweisen 60

Viel wichtiger wäre es doch wenn Frau Barlay sich zu Deutschland zu 100% und nicht zu 50% per Doppelpass bekennen würde!

11.11.2018 20:47 Peter 59

@50 REXt: Was haben Sie gegen die Frauen Nahles, Barley und Schulze?
Illegale Spenden haben sie nicht entgegengenommen. Sozialbeiträge für Angestellte haben die auch nicht hinterzogen. Da werden Sie eher bei Frau Weidel und Frau von Storch fündig.