Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, spricht auf dem Parteitag.
Linken-Frantionschef Bartsch: "Ja, es gibt eine neue Hoffnung." Bildrechte: dpa

Europaparteitag der Linken Bartsch wirbt für stärkere Zusammenarbeit mit SPD

Linken-Fraktionschef Bartsch hat seine Genossen beim Europa-Parteitag der Linken zu einer stärkeren Zusammenarbeit mit der SPD aufgerufen. Der Europa-Chef der Partei, Gysi, warb für einen positiven EU-Wahlkampf und mehr europäische Integration.

Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, spricht auf dem Parteitag.
Linken-Frantionschef Bartsch: "Ja, es gibt eine neue Hoffnung." Bildrechte: dpa

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat sich für eine stärkere Zusammenarbeit seiner Partei mit der SPD ausgesprochen. In seiner Rede auf dem Europa-Parteitag der Linken in Bonn begründete er seine Forderung mit der jüngsten Politik der Sozialdemokraten.

"Charmeoffensive" der Sozialdemokraten

Die neuen politischen Schwerpunkte der SPD nannte Bartsch eine "Charmeoffensive". Beispielhaft verwies er auf Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und seinen Vorschlag zur Grundrente. Altersarmut oder ein Mindestlohn von zwölf Euro seien Themen der Linken. Seine Partei solle deshalb jeden Schritt mitgehen, der für die Menschen positiv sei. Bartsch forderte die Linke in dieser Frage zur Offenheit auf. Der Sozial-Schwenk der SPD sei eine Chance: "Wir bekommen Butter aufs Brot, das sind unsere Themen."

Wir sind doch da, um Bewegung hinzukriegen für die Menschen in diesem Land. Und da machen wir jeden Schritt, der positiv ist, selbstverständlich mit.

Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken im Dundestag

Gysi fordert positive EU-Botschaften

Gregor Gysi Vorsitzender der Europäischen Linken beim Parteitag in Bonn
Gysi: "Müssen Menschen begeistern für Weg in linkes Europa." Bildrechte: dpa

Der Präsident der Europäischen Linken, Gregor Gysi, rief die deutschen Linken in seiner Rede dazu auf, mit positiven Botschaften in den Europa-Wahlkampf zu ziehen. Zugleich warnte er davor, die Europäische Union zu negativ darzustellen. Die EU müsse als Chance begriffen werden und nicht als "notwendiges Übel".

Den Befürwortern eines strikten Anti-EU-Kurses in seiner Partei hielt Gysi entgegen: "Wir treten zur Wahl des Europäischen Parlaments an, weil wir die europäische Integration wollen." Dafür müsse die EU allerdings grundlegend reformiert werden. Gysi forderte, das Europarlament gegenüber dem Europäischen Rat und der EU-Kommission weiter zu stärken.

Die Linke sollte sich nach Überzeugung von Gysi für mehr Demokratie in der EU, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit einsetzen. Den Grünen warf er in diesem Zusammenhang vor, lediglich anti-ökologisches Verhalten verteuern zu wollen.

Wir treten an, weil wir die europäische Integration wollen.

Gregor Gysi, Präsident der Europäischen Linken

Anti-EU-Lager gegen EU-Republikaner

In Bonn ringt die Linke an diesem Wochenende um ihre Haltung zur Europäischen Union. EU-Kritiker vom linken Flügel der Partei fordern einen harten Anti-EU-Kurs und halten die Staatengemeinschaft für nicht reformierbar. Vertreter des gemäßigten Reformlagers träumen sogar von einer Republik Europa, also von mehr europäischer Zusammenarbeit als bisher.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Februar 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2019, 16:07 Uhr