Bayern: Corona-Panne in Bayern: 46 positiv Getestete noch nicht gefunden

Nach der Corona-Testpanne in Bayern sind mehr als 40 positiv getestete Reiserückkehrer noch nicht darüber informiert, dass sie das Coronavirus in sich tragen. Das hat die bayerische Gesundheitsministerin Huml am Samstag eingeräumt.

Teströhrchen liegen an einem Corona-Testzentrum
Etliche Befunde sind noch nicht den Infizierten zugeordnet. Bildrechte: dpa

Nach der Panne an Corona-Teststationen in Bayern sind immer noch nicht alle positiv getesteten Urlaubsrückkehrer gefunden worden. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml gab am Sonntag bekannt, dass von 46 Infizierten noch jede Spur fehle.

Ergebnisse teilweise erst Wochen später

Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern
Bayerns Gesundheitsministerin Huml. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen seien die Betroffenen inzwischen ermittelt und informiert worden, sagte die CSU-Politikerin. Etliche von ihnen bekamen das Ergebnis erst bis zu zwei Wochen nach dem Test.

Am vergangenen Mittwoch, kurz nach Bekanntwerden der Panne, hatte Huml noch angekündigt, die Betroffenen würden bis Donnerstagmittag informiert werden.

44.000 Menschen nicht rechtzeitig informiert

Insgesamt waren rund 44.000 Testergebnisse aus dem Zeitraum bis zum 11. August den Getesteten nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit mitgeteilt worden. Damit besteht die Gefahr, dass Reiserückkehrer, die das Coronavirus in sich tragen, unwissentlich viele weitere Menschen angesteckt haben könnten. In Quarantäne muss bislang bisher nämlich nur verpflichtend, wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist.

Testzentren in Windeseile errichtet

Die Testzentren an bayerischen Flughäfen, Bahnhöfen und an Autobahnen aus Richtung Österreich waren in Windeseile aus dem Boden gestampft worden. Die freiwilligen Helfer waren nicht ausreichend geschult, die technische Infrastruktur fehlte ganz oder war überfordert.

Hinzu kam, dass die Zahl derer, die sich testen lassen wollten, die Erwartungen bei Weitem überstieg. Behörden und Labore waren in der Folge überlastet.

Probleme vor allem an Autobahn-Testzentren

Besonders an den drei Autobahn-Testzentren Donautal-Ost, Inntal-Ost und Hochfelln gab es Probleme. Dort mussten die Reisenden handschriftlich einen Testantrag ausfüllen, dann wurde ein Abstrich genommen. Der Präsident des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, sagte, das beteiligte Labor habe große Probleme gehabt, die Flut von mit Hand geschriebenen Anträgen zu digitalisieren – selbst mit aufgestocktem Personal. Außerdem seien die Angaben teils schwer leserlich oder unvollständig gewesen. Die Testergebnisse hätten daher nur schwer den betroffenen Personen zugeordnet werden können.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 16. August 2020 | 19:30 Uhr