Bundesratsoffensive Hessen und Bayern wollen Steuerpauschale für Homeoffice

Seit einem halben Jahr heißt es für viele, coronabedingt zu Hause zu arbeiten. Das ist daheim mit Mehrkosten verbunden. Steuerlich absetzen können das die wenigsten. Denn dazu ist ein eigenes Arbeitszimmer nötig. Das wollen Hessen und Bayern ändern und kündigen eine Bundesratsinitiative an.

Eine Frau arbeitet während der Corona-Einschränkungen im Homeoffice
Homeoffice soll künftig für alle steuerlich absetzbar sein. Bildrechte: imago / imago images / Hans Lucas

Hessen und Bayern wollen sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass mehr Menschen ihr Homeoffice von der Steuer absetzen können.

Wie der bayerische Finanzminister Albert Füracker und sein hessischer Kollege Michael Boddenberg am Sonntag mitteilten, geht es insbesondere um Beschäftigte, die sich zuhause kein eigenes Arbeitszimmer einrichten können.

Pauschalbetrag von bis zu 600 Euro

Die Initiative der beiden Länder sieht vor, dass Betroffene bei der Einkommenssteuer pro vollem Tag im Homeoffice ein Pauschalbetrag von fünf Euro als Werbungskosten ansetzen können – maximal 600 Euro pro Jahr.

Kein Arbeitszimmer nötig 

Die Mutter des sechsjährigen Jakob und des vierjährigen Valentin arbeitet Zuhause an einem Laptop, während ihre Kinder neben ihr malen und ein Buch ansehen.
Nicht jeder im Homeoffice hat auch ein eigenes Arbeitszimmer dafür. Bildrechte: dpa

Besondere Voraussetzungen in der Wohnung sind nach den Plänen der beiden Finanzminister nicht notwendig. Sie erklärten, Ziel sei es, dass die Zusatzkosten durch Homeoffice unbürokratisch bei der Steuer geltend gemacht werden können.

Der Vorschlag trage "zur Steuervereinfachung bei" und könne helfen, die "Konflikte mit dem Finanzamt bei den Arbeitszimmerkosten zu befrieden".

Nicht der erste Vorschlag

Der Vorstoß der Finanzminister ist nicht der erste und einzige in diese Richtung. Bereits im Mai hatte der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich kritisiert, dass nur derjenige seinen Arbeitsplatz zu Hause steuerlich geltend machen könne, der dafür über ein eigenes Zimmer verfüge.  

Auch die CSU-Bundestagsabgeordneten wollen Heimarbeitsplätze steuerlich fördern. Die Landesgruppe plädierte zudem für  eine "Flexi-Woche", bei der sich Unternehmer und Beschäftigte gemeinsam auf flexible Arbeitszeiten einigen könnten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. September 2020 | 15:00 Uhr