Horst Seehofer (l, CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern geben nach der CSU-Vorstandssitzung eine gemeinsame Pressekonferenz.
Ihre Wege könnten sich jetzt trennen: Die CSU setzt weiter auf Markus Söder (r.), der Stuhl von Parteichef Horst Seehofer wackelt. Bildrechte: dpa

Fraktion in Bayern CSU hält an Söder fest

Trotz der Pleite bei der Landtagswahl steht die CSU weiter zu Ministerpräsident Söder. Die geschrumpfte Landtagsfraktion gab ihm einstimmig Rückendeckung. Dagegen ist die Zukunft von Parteichef Seehofer offen. Der räumte inzwischen auch Fehler ein.

Horst Seehofer (l, CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern geben nach der CSU-Vorstandssitzung eine gemeinsame Pressekonferenz.
Ihre Wege könnten sich jetzt trennen: Die CSU setzt weiter auf Markus Söder (r.), der Stuhl von Parteichef Horst Seehofer wackelt. Bildrechte: dpa

Auch nach ihrer Schlappe bei der Landtagswahl setzt die CSU weiter auf Markus Söder als Ministerpräsidenten. Nach dem Parteivorstand nominierte ihn auch die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag für den Posten des Regierungschefs.

Vor der Abstimmung hatte Söder vor den Abgeordneten für seinen Kurs geworben. "Stabilität und Seriosität sind unsere Ziele", sagte er. Die CSU müsse jetzt klug agieren – "sowohl im Inhalt als auch im Stil".

Daneben bestätigte die Fraktion Thomas Kreuzer als Vorsitzenden und nominierte die bisherige Bau- und Verkehrsministerin Ilse Aigner zur Kandidatin als Landtagspräsidentin. Laut Verfassung muss die Präsidentin in der konstituierenden Sitzung gewählt werden, der Ministerpräsident spätestens am 5. November.

Drei mögliche Partner für Zweierbündnis

Noch völlig offen ist, welche Regierung Söder anführen wird. Am Mittwoch will die CSU mit den Freie Wählern und den Grünen erstmals sondieren. Ob es auch Gespräche mit der SPD geben wird, ist offen. Der SPD-Landesvorstand will erst am Sonntag entscheiden, ob man dazu bereit ist.

Während die CSU ihre Teilnehmer an den Gesprächen - abgesehen von Parteichef Horst Seehofer und Söder - noch nicht benannt hat, sind Grüne und Freie Wähler schon weiter. Die Freien Wähler bestimmten ein siebenköpfiges Verhandlungsteam um Parteichef Hubert Aiwanger und die Europaabgeordnete Ulrike Müller.

Die Grünen wollen mit einer achtköpfigen Delegation in die Gespräche gehen, darunter die Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, die Co-Chefs Sigi Hagl und Eike Hallitzky sowie mit den Bundestagsabgeordneten Claudia Roth und Toni Hofreiter.

Seehofer räumt Fehler ein

CSU-Chef und Bundesinnenminister Seehofer hat Konsequenzen aus dem schwachen Ergebnis bei der Bayernwahl noch vor Weihnachten angekündigt. Er sei auch bereit, über personelle Fragen zur reden, sagte Seehofer am Dienstag in Berlin.

Seehofer räumte Fehler in der Migrationsdebatte ein, er habe nicht immer den richtigen Ton getroffen. Gleichzeitig betonte er aber, sich stets an der Sache orientiert zu haben - auch im Fall des früheren Verfassungsschutz-Präsidenten Maaßen.

Konsequenzen aus dem Wahldebakel sollte Seehofer zufolge ein Parteitag beschließen, weil die Basis da versammelt sei - entweder ein großer oder kleiner Parteitag oder Regionalkonferenzen. Er wolle das mit den zehn Bezirksvorsitzenden beraten. Ein Kreisverband hatte am Montag einen Parteitag gefordert, "mit dem Ziel der personellen Erneuerung und mit dem Ziel, Horst Seehofer abzulösen".

Die CSU war bei der Landtagswahl am Sonntag um mehr als zehn Prozentpunkte auf 37,2 Prozent eingebrochen und verlor ihre absolute Mehrheit. Zweitstärkste Kraft sind die Grünen mit 17,5 Prozent. Die Freien Wähler holten 11,6 Prozent , die AfD 10,2 Prozent. Die SPD stürzte auf 9,7 Prozent ab, die FDP schaffte mit 5,1 Prozent den Sprung in den Landtag.   

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Oktober 2018 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2018, 16:05 Uhr

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17 Kommentare

17.10.2018 11:24 Thüringer 17

Eigentlich hat der Söder einen eindeutigen Parteiauftrag von den Bayern bekommen. Die Grünen sind an zweiter Stelle. Die Bayern haben sich halt an die Reden der Grünen Eckardt 2015 erinnert. "Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich".
"Flüchtlinge bringen endlich Kultur".
Vielleich haben sich die Bayern daran erinnert und wollen eine Veränderung diesbezüglich in Ihren Land?

17.10.2018 11:21 Atheist aus Mangel an Beweisen 16

Halten wir zunächst fest, das die Konservativen Wähler, CSU, AFD, Freien Wähler die Mehrheit von fast 60% gewählt hat.
Warum die Grünen mit ihren 17% (die meisten in München) glauben mitregieren zu können ist mir ein Rätsel.
Niemand hat nach der Wahl in Sachsen Anhalt den 2. der AFD zugestanden ein Anrecht an der Regierungspolitik zu haben.
Gruß aus dem immernoch Konservativen Bayern!

17.10.2018 10:53 Wessi 15

@ 10 Stimmt resp. CSU, aber die Gesellschaft, auch in Bayern, ändert sich.Auch mit der Anmerkung über Hessen haben Sie Recht...wir müssen abwarten.Der "Anschlag eines" (geistig labilen) "Syrers" wird dort kaum eine Rolle spielen. Interessant wie Sie zwei Dinge vermengen: denn der Ausspruch "der Islam gehört zu Deutschland" hat politisch gar nichts bewegt.Das ist Tatsache- zumindest im Westen wo "Marxloh" etc. bezüglich der Muslime nur die Ausnahme ist,die Tatsache ist genau so wahr wie vor 33 "das Judentum zu Deutschland" gehörte.Zuwanderung dagegen ist ein Diskussionsthema.Da ist der Fehler eher,daß man kein Einwanderungsgesetz hat.Und Asyl ist im GG verankert+als Grundrecht zu respektieren.Der inhaltliche Fehler der Flüchtlingsgegner ist eben die Vermengung von mehreren Sachen, die zwar ähnlich, aber überhaupt nicht gleich sind. Das nennt man dann Fremdenfeindlichkeit.

17.10.2018 10:01 Bernd 14

Auch ich sehe dass Söder weitermachen sollte. Denn die Frage wie viel Schuld an der Verschiebung der Stimmen traegt man in Berlin wird zu wenig beleuchtet. Man hat den Regierungsauftrag und inen Partner mit dem eine Regierung vorstellbar ist

17.10.2018 08:48 Marie 13

Seit September 2015 hat es gravierende Veränderungen im Wahlverhalten gegeben und die bis dahin nach dem Ausscheiden des Parteigründers Lucke als wieder unbedeutend wahrgenommene AfD erhielt nun bedeutend mehr Stimmen. Es wäre sehr ungerecht, wenn ausgerechnet Söder, Seehofer und die CSU diese Suppe auslöffeln müssten. Weshalb Söder sich auf eine Koalition mit den Grünen einlassen sollte, wo es mit FW und FDP viel mehr Übereinstimmung gibt, erscheint nicht plausibel.

17.10.2018 08:44 Gerald 12

Die Freie Wähler wird den Partner für das Zweierbündnis machen! Was mich aber wieder so aufregt, daß Sie das selbe Verhalten wie die etablierten Parteien haben! Als erstes, was der Chef der Freien Wähler Hubert Aiwanger fordert b.z.w. will, sind 3 Ministerien! Obwohl die Koalitionsgespräche noch nicht mal begonnen haben! Geht es nun um das Wohl der bayerischen Bevölkerung oder um ihre eigenen gut dotierten Pöstchen? Und wenn ich diese Forderung schon vor den Gesprächen von 3 Ministerien höre und lese, dann glaube ich auf das Zweite! Auch dieser Partei scheint Ihr eigenes Wohl wichtiger zu sein?!

17.10.2018 07:05 SabineSorglos 11

Die große Frage ist doch: Wird die CDU nach der Hessen-Wahl an Merkel festhalten? Sie hat die CDU von 44% auf 27% geführt. Aber die Medien werden Merkel schon den Rücken stärken und dafür auf ihre Kritiker einprügeln.

17.10.2018 06:49 H.E. 10

@ Wessi
Ich kenne die bayerische Mentalität gut, weil ich fast 20 Jahre im Großraum Nürnberg lebte. Ich selbst hatte nie etwas mit der CSU am Hut.
Auch wenn die CSU manchmal bieder/hausbacken in den Augen der Öffentlichkeit daher kommt, ist/war diese Partei immer hocheffizient u. wird es auch bleiben. In ihrer Organisation können sich da viele andere etwas abschneiden u. dies macht sie unter anderem auch stark.
Für mich ist an dieser ganzen Misere immer noch die Merkel'sche Flüchtlingspolitik mit "wir schaffen das" u. der "Islam gehört zu D" schuld.
Auch wenn Kardinal Marx aus München 50.000 Euro für die Seenotrettung gespendet hat, kann ich mir nicht vorstellen, daß dies die restlichen 6 (eher konservativen) Diözesen u. deren Bischöfe auch tun werden. Für mich persönlich ist dies auch keine Seenotrettung sondern der verlängerte Arm der Schleuser, die damit unterstützt werden.
Interessant für mich wird die Hessen-Wahl, speziell nach dem neuesten Anschlag eines Syrers in Köln.

17.10.2018 04:30 Wikreuz 9

Die CSU hat die meisten Wähler an rechts von Ihr stehende Parteien verloren !!
Wenn Herr Seehofer hierfür verantwortlich wäre, bedeutete dies, er hätte die CSU zu weit nach "Links" geführt. Sein Fehler war, nicht konsequenter gegen den "Linkskurs" von Frau Dr. Merkel vorgegangen zu sein.......Mitgegangen - Mitgefangen.

16.10.2018 21:45 Wessi 8

@ 5 Na, dann träum' mal weiter.Nichts rechts von der CSU, sagte Strauß.Die FW sind linker (freie Kita).Vor allem sind die bayerischen, katholischen Werte für die maßgeblich.Kardinal Marx hat gerade € 50.000 an die Seenotretter im Mittelmeer gespendet.Fakt IST, daß KEINER mit der AfD will+WIRD.Wer sich mit Nazis+Pegida gemeinsam in eine Demo begibt, ist für weite Teile des Westens nicht zu akzeptieren.Oder warum sind Höcke+Pogge auf einmal so still? Weil man genau DAS weiß. Und wie kommen Sie darauf, daß die (West-)Partei Grüne "in sich zusammenfallen"?Nimm das Ostbrillchen ab.