Ein Mann mit schwarzer Jacke und Skimaske läuft durch einen Supermarkt.
Manchmal startet die Polizei öffentliche Aufrufe mit Fotos vom Tatort, um Zeugen zu erreichen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Straftaten Täterfahndung: Zeugenhinweise lohnen sich

Stuft das Landeskriminalamt Täterinnen oder Täter als besonders gefährlich ein, zahlt es auch Belohnungen für Zeugenhinweise aus. Ob und an wen sie das Geld auszahlen, entscheiden die Umstände und die Staatsanwaltschaft.

Ein Mann mit schwarzer Jacke und Skimaske läuft durch einen Supermarkt.
Manchmal startet die Polizei öffentliche Aufrufe mit Fotos vom Tatort, um Zeugen zu erreichen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

100.000 Euro – diesen Betrag verspricht das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen den Zeugen, die zur Aufklärung des Brandanschlags und Überfalls in Leipzig beitragen. Eine ungewöhnlich hohe Summe, schließlich werden laut LKA in der Regel höchstens 20.000 Euro ausgezahlt. Bei den Straftaten in Leipzig sind es nun jeweils 50.000 Euro. Das Geld kommt vom sächsischen Innenministerium.

Im günstigsten Fall reichen unkonkrete Hinweise

Wie konkret der Hinweis eines Zeugen für eine Belohnung sein muss, ist nicht definiert. Klar ist nur: Er muss zur Erfassung des Täters führen. Im günstigsten Fall kann der Hinweis also auch sehr vage sein. Angenommen, ein Zeuge hat wenige Minuten vor dem Überfall in Leipzig am 4. November eine vermummte Person in einer Nebenstraße gesehen. Wenn das LKA mehrere Verdächtige hat und sich in den Ermittlungen herausstellt, dass nur die eine bestimmte Person in der Nebenstraße sein konnte, kann der Zeuge auch für diesen unkonkreten Tipp eine Belohnung erhalten, ohne die Identität des Täters zu kennen.

Bei mehreren Hinweisen wird geteilt – Staatsanwaltschaft entscheidet

Anspruch auf die Belohnung haben nur Privatpersonen, die beruflich nicht zur Verfolgung strafbarer Handlungen verpflichtet sind. Wenn mehrere Hinweise zur Täterermittlung führen, wird der jeweilige Betrag geteilt. Zeugen, die hilfreichere und konkretere Tipps geben, bekommen mehr Geld. Über die Aufteilung entscheiden die Ausschreibungsdienststelle des LKA und die Staatsanwaltschaft.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08. November 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2019, 13:28 Uhr