Letztes DDR-Staatsoberhaupt Bergmann-Pohl: Ostdeutsche können stolz sein

Die letzte Präsidentin der DDR-Volkskammer, Bergmann-Pohl, hat den Stand der Deutschen Einheit als hervorragend bezeichnet. Die CDU-Politikerin sagte MDR AKTUELL, es gebe im Osten zwar immer noch weniger Durchschnittseinkommen und weniger Rente. Aber es habe sich nach 30 Jahren Wiedervereinigung doch sehr viel verändert.

Der Vorsitzende der Ost-CDU, Lothar de Maiziere, gratuliert Sabine Bergmann-Pohl mit einem Blumenstrauß (1990)
Sabine Bergmann Pohl (rechts) mit Lothar de Maiziere bei der konstituierenden Sitzung der ersten frei gewählten Volkskammer am 5. April 1990. Bildrechte: dpa

Die letzte Präsidentin der DDR-Volkskammer, Sabine Bergmann-Pohl, hat das deutsche-deutsche Zusammenwachsen in den vergangenen 30 Jahren gelobt. Die CDU-Politikerin sagte MDR AKTUELL: "Der Stand der Deutschen Einheit ist eigentlich hervorragend".

Es gebe im Osten zwar immer noch weniger Durchschnittseinkommen und weniger Rente, aber es habe sich sehr viel verändert. "Und darauf können doch die Ostdeutschen stolz sein."

Bergmann-Pohl warnt vor Stigmatisierung

Für Frust habe sie kein Verständnis, "es geht auch nicht allen im Westen gut". Bergmann-Pohl warnte zugleich davor, Menschen im Osten als demokratiefeindlich zu stigmatisieren: "Sonst werden wir nie ein Land werden."

Die Ärztin Bergmann Pohl war von April bis Oktober 1990 Präsidentin der frei gewählten Volkskammer - und damit das letzte Staatsoberhaupt der DDR. Nach der Wiedervereinigung war sie Bundesministerin und Parlamentarische Staatssekretärin.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. September 2020 | 05:00 Uhr

63 Kommentare

THOMAS H vor 3 Wochen

Dreibeiner: Da Sie die Ehre hatten, als FDJ-lerin an der Drushba-Trasse zu arbeiten, müssen Sie sich ja, in der DDR, immer vorbildlich verhalten haben, denn der Auftrag zum Bau der Trasse wurde von der SED an die FDJ übergeben. "Linienuntreue" sind dort mit Sicherheit nicht hingekommen. Somit können Sie doch Stolz sein, zu DDR-Zeiten an diesem Projekt teilgenommen zu haben.
In Bezug Auto, frage ich Sie: Glauben Sie, daß die 3.515.000 (Quelle wikipedia) privat zugelassenen PKW 1988 alle über Genex an die Kunden verkauft wurden?
P.S. Was ist eine kommunistische Mangelwirtschaft?

Dreibeiner vor 3 Wochen

ob das Thomas Selbstreflexion kennt, selbst liest wie armselig er DDR beschreibt, ohne Genex-Konto für "Drushba-Trasse" gab es nichts, weder Autos noch Mopeds von Ersatzteilen ganz zu schweigen. War Buchhalterin an der Trasse und besorgte so begehrte "Westwaren" aus Suhl auf die jahrelang gewartet werden musste wie Moped S50 und Auspuffteile
bin Stolz das wir seit 30 Jahren keine kommunistische Mangelwirtschaft kennen - O.K. den Parteibonzen und Stasi-Leuten hat nichts gefehlt - die raubten Kultur, Schmuck und Edelmetalle um sie mit Schalck-Golodkowski's KoKo gegen Devisen zu verscherbeln

THOMAS H vor 3 Wochen

Regina Zimmermann: Sehen Sie, so hat jeder seine Erlebnisse mit der DDR und kann sie kundtun. Was mich aber stört, ist die Pauschalisierung der Erlebnisse auf die gesamte DDR. Ich habe es anders erlebt und bin deswegen kein Verklärer meines DDR-Leben.