Eine Medizinisch Technische Aisstentin überprüft 2014 eiine Blutprobe.
Bislang müssen Frauen den pränatalen Bluttest selbst bezahlen. Bildrechte: dpa

Medienbericht Krankenkassen übernehmen offenbar Bluttests auf Downsyndrom

Verschiedene Tests können Eltern schon vor der Geburt Informationen über ihr Kind geben. Nach einem "Spiegel"-Bericht könnten Krankenkassen künftig die Kosten für Bluttests auf das Downsyndrom übernehmen.

Eine Medizinisch Technische Aisstentin überprüft 2014 eiine Blutprobe.
Bislang müssen Frauen den pränatalen Bluttest selbst bezahlen. Bildrechte: dpa

Die gesetzlichen Krankenkassen sollen offenbar künftig die Kosten für einen vorgeburtlichen Bluttest auf das Downsyndrom übernehmen. Wie der "Spiegel" berichtet, hat sich der zuständige Ausschuss von Krankenkassen, Ärzten, Kliniken und Patientenvertretern auf einen entsprechenden Beschlussentwurf verständigt. Am Freitag wolle man ein offizielles Stellungnahmeverfahren dazu einleiten.

Voraussetzung für die Kostenübernahme soll dem Bericht zufolge sein, dass besondere Risiken oder Auffälligkeiten in der Schwangerschaft bestehen. Details seien aber noch umstritten. So fordern Patientenvertreter, dass der Test erst nach der zwölften Schwangerschaftswoche bezahlt wird. Dadurch solle verhindert werden, dass sich Frauen zu einer Abtreibung gezwungen fühlten.

Die abschließende Entscheidung soll voraussichtlich im Spätsommer fallen.

Bündnis warnt vor Druck auf Eltern

Mehrere Verbände warnten indes davor, vorgeburtliche Bluttests auf das Downsyndrom zur Regeluntersuchung zu machen. Dadurch gerieten Eltern von Kindern mit Behinderung immer stärker unter Rechtfertigungsdruck, erklärte die Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Seit 2012 gibt es auf dem deutschen Markt einen Gentest auf Trisomien, der schon vor der zehnten Schwangerschaftswoche möglich ist. Im Gegensatz zu Fruchtwasseruntersuchungen birgt er kein Risiko auf eine Fehlgeburt. Kritiker des Tests führen aber an, dass sich viele Eltern nach einem positiven Ergebnis für eine Abtreibung entscheiden. Zudem könne nicht garantiert werden, dass das Ergebnis fehlerfrei sei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. März 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2019, 13:12 Uhr

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5 Kommentare

17.03.2019 21:26 der_Silvio 5

Und was macht man mit dem Wissen? Ist ein Menschenleben weniger Wert, wenn es eine Trisomie hat? Kann man sagen, ob eine Trisomie 21 schwer ist oder eine leichte Form?
Meiner Frau wurden auch diese Untersuchungen angeboten und wir haben uns dagegen entschieden. Selbst wenn das Baby krank oder behindert ist, hat es doch ein Recht auf Leben. Und selbst wenn es kurz nach der Geburt sterben sollte, können es die Eltern auf den Arm nehmen sich verabschieden und es beerdigen, was ggf. für die Trauerbewältigung hilfreich ist.

@3 Klartext; "Die Genanalyse ist heute viel weiter als vor30 Jahren"
Auf dem besten Weg zum Designer-Wunsch-Baby. Noch nach und nach die ethnischen Hürden beseitigen und schon entscheiden Ärzte und künftige Eltern über Größe, Haarfarbe, Geschlecht und Talent des Babys - ála Baukastenprinzip.

17.03.2019 16:43 H.E. 4

@ Klartext
Fruchtwasseruntersuchung ist schlicht und einfach riskanter für das Kind, es kann evtl. deswegen zur Fehlgeburt kommen und es ist auch ein mindestens zweitägiger Krankenhausaufenthalt damit verbunden. Dies bezahlten aber seither schon die Krankenkassen.
Deshalb ist es mir unverständlich, warum der Bluttest seither nicht bezahlt wurde, er birgt lange keine so großen Risiken.

16.03.2019 21:57 Klartext 3

Diese Test sind lange überfällig,Es muß ja kein Bluttest sein,es reicht ja ein Test des Fruchtwassers,was schon Jahrzehnte lang möglich war,bis die gesellschaftliche Unwissenheit die Herrschaft übernommen hatte.Das es immer noch Menschen gibt,die dagegen sind,ist nur mit deren kranken Einstellung zurWissenstand erklärbar.Natürlich ist das Ergebniß fehlerfrei.Die Genanalyse ist heute viel weiter als vor30 Jahren,wer sowas behauptet,behauptet auch falsche Wahlergebnisse,dann können wir auch auf Wahlen verzichten.

16.03.2019 15:38 H.E. 2

Das ist überfällig, daß dieser Bluttest endlich von den Kassen übernommen wird. Seither wurde er ja auch mit Erfolg durchgeführt, war aber sehr teuer. Und wer konnte dies sich dann leisten? Natürlich nur diejenigen, die locker das Geld hinlegen konnten und die anderen blieben auf der Strecke.

16.03.2019 13:29 Kopfschütteln 1

Und was ist, wenn angeblich tatsächlich ein Downsyndrom festgestellt wird? Sind die Eltern dann schlauer? Wohl ja, aber es ist immerhin ihr (gewolltes) Kind, das da aufwächst. Auch Tester können sich irren oder die Ergebnisse vertauscht werden.
Welch ein Dilemma! Menschen schwingen sich auf, als könnten sie alles - wirklich alles - bestimmen.
Kann man im Mutterleib auch schon feststellen, ob ein Mensch nach 93 schönen Lebensjahren vielleicht ein bisschen wirr im Kopf wird?