Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU, r) stehen im Nationalen IT-Lagezentrum des BSI.
Innenminister Seehofer (r., mit BSI-Präsident Arne Schönbohm) will die Befugnisse des BSI ausbauen. Bildrechte: dpa

Nach Daten-Skandal Seehofer fordert mehr Kompetenzen für das BSI

Nach dem Hacker-Skandal um gestohlene Daten von Politikern und Prominenten stand das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in der Kritik. Bundesinnenminister Seehofer wollte bei einem Besuch davon allerdings nichts wissen und forderte stattdessen mehr Kompetenzen für die Behörde.

Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU, r) stehen im Nationalen IT-Lagezentrum des BSI.
Innenminister Seehofer (r., mit BSI-Präsident Arne Schönbohm) will die Befugnisse des BSI ausbauen. Bildrechte: dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer fordert mehr Kompetenzen für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das Amt benötige gegenüber Anbietern eine "Verpflichtungsmöglichkeit“, dass dortige Inhalte gelöscht würden, sagte Seehofer bei einem Besuch des BSI am Montag. "Das ist mir ganz wichtig. Ich möchte nicht, dass das BSI als Bittsteller auftreten muss in so einem Fall gegenüber Facebook und anderen."

Damit reagierte Seehofer auf den massenhaften Diebstahl von Daten Prominenter und Politiker. Ein Hacker hatte die Daten im Dezember auf Twitter veröffentlicht. Bekannt wurde das allerdings erst Anfang Januar. Wenige Tage später wurde ein Schüler aus dem hessischen Homberg festgenommen, er gestand die Tat. BSI-Präsident Arne Schönbohm war allerdings von SPD, Grünen und Linken wegen seines Vorgehens in dem Skandal scharf kritisiert worden.

Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein.

Horst Seehofer, Bundesinnenminister, beim Besuch des BSI

Seehofer widersprach der Kritik und sagte bei seinem Besuch des BSI stattdessen: "Das alles war perfekt." Allerdings müsse man gerade nach solchen Vorfällen nachdenken, was man tun müsse, um noch besser zu werden.

BSI soll Bürger beraten

Seehofer brachte einen Ausbau des Cyber-Abwehrzentrums ins Gespräch. Zudem solle das fast fertig gestellte "Internetsicherheitsgesetz 2.0" überprüft werden. Das BSI solle zudem die ausdrückliche Kompetenz erhalten, Bürger zu beraten. Auch das Thema härterer Strafen schnitt der Innenminister an. Und man brauche ein "Frühwarnsystem", um zuverlässig sehen zu können, ob es sich bei einer Cyberattacke um einen Einzelfall oder um System handele.

Kritik der Linken

Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion, forderte unterdessen, das BSI vom Innenministerium zu lösen und zu einer eigenständigen Cybersicherheitsbehörde auszubauen. "Wer die Cybersicherheit der Bevölkerung und die von Unternehmen stärken will, muss damit eine Einrichtung beauftragen, die transparent arbeitet und der voll vertraut werden kann", sagte er.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Januar 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 20:11 Uhr

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4 Kommentare

23.01.2019 16:57 Fragender Rentner 4

Beim "Gesichtbuch" darf man auch nur an 5 Menschen eine Nachricht senden. :-(

Jetzt muß man dadurch mehrere einrichten als vorher nur den einen. :-)

Hilft bestimmt die Nutzer zu begrenzen?

22.01.2019 18:01 Bernd Escher 3

Politiker aller Couleur und Prominente
der Klassen A-B-C +++ brauchen doch
die Öffentlichkeit um im Gespräch zu
bleiben ob nun "gehäckert" oder in den
Printmedien ist doch egal, so bleiben die
wenigstens im Gespräch.

Ein Schüler aus Homberg/Hessen soll der
Schurke sein. Also ist die Jugend von heute
doch nicht so dämlich.

mfg Bernd Escher

22.01.2019 11:13 Fragender Rentner 2

Was für einen Wind machen die um solche Nichtigkeiten?

Uns greifen sie doch überall ab !!!

21.01.2019 21:04 konstanze 1

Das eigene Versagen unserer Politiker und Spieler, die eigenen Daten nicht sichern zu können, nimmt man nun zum Anlass, ein Cyber-Abwehrzentrum einzurichten. Was passiert mit unseren Daten ? Wer greift zu bzw. wertet aus ?
Ein weiteres, heute leider zu stilles Thema, war die Verschiebung von roten Linien, extra für den "Prüffall AfD". Einen "Prüffall" gab es bisher nicht. Man hat hier eine politisch gewollte Kompetenzerweiterung vorgenommen. Bisher war es das Bestreben, die Verfassung abzuschaffen, heute wird nun die Gesinnung zum Verdachtsfall erklärt.
Was kommt als nächstes ?