500 Euro Geldscheine
Fast 610.000 Euro haben Bürger in diesem Jahr dem Bund für die Tilgung seiner Schulden überwiesen. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Fast 610.000 Euro Bürger schenken Bund Rekordsumme für Schuldentilgung

Fast 610.000 Euro haben Bürger in diesem Jahr dem Bund für die Tilgung seiner Schulden geschenkt. Das ist mehr, als in allen Jahren davor auf das Schuldentilgungskonto des Bundes eingezahlt wurde.

500 Euro Geldscheine
Fast 610.000 Euro haben Bürger in diesem Jahr dem Bund für die Tilgung seiner Schulden überwiesen. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Deutsche Bürger haben dem Staat in diesem Jahr außergewöhnlich viel Geld für die Tilgung seiner Schulden geschenkt. Wie das Bundesfinanzministerium am Samstag bestätigte, gingen zwischen dem 1. Januar und dem 6. Dezember insgesamt 609.822,69 Euro auf dem dafür vorgesehenen Sonderkonto des Finanzministeriums ein.

Rekordsumme seit Kontoeröffnung 2006

Die Summe ist höher als alle freiwilligen Einzahlungen, die zwischen der Kontoeröffnung 2006 und dem Jahresende 2017 getätigt wurden. In diesem Zeitraum hatten Bürger 554.741,66 Euro auf das Schuldentilgungskonto des Bundes eingezahlt. In den Jahren 2008 und 2009 zahlte gar niemand ein. Der diesjährige Rekord wurde bereits im Mai erzielt. Damals gingen 600.218,39 Euro verteilt auf 16 Einzelspenden ein.

Auf Wunsch von Bürgern eingerichtet

Anzeige der Schuldenuhr Deutschland vom Bund der Steuerzahler in Berlin
Die vom Bund der Steuerzahler betriebene Schuldenuhr Deutschlands in Berlin. Bildrechte: imago/STPP

Nach Angaben des Finanzministeriums war das Sonderkonto 2006 "auf vielfachen Wunsch von engagierten Bürgerinnen und Bürgern" eingerichtet worden. Es werde aber keine Werbung dafür gemacht, weil man nicht mit gemeinnützigen Einrichtungen oder Vereinen konkurrieren wolle, hieß es: "Zur Finanzierung des Bundeshaushalts ist der Staat nicht auf Spenden angewiesen, und er sollte diesen Eindruck auch nicht durch aktives Werben für Spenden vermitteln."

Nicht von Steuer absetzbar

Eine Überweisung auf das Schuldentilgungskonto ist übrigens – anders als bei vielen anderen Spenden – nicht von der Steuer absetzbar. Das wird damit begründet, dass eine solche Einzahlung keinem gemeinnützigen Zwecke im steuerlichen Sinne diene. Auch Dankschreiben oder Ähnliches gibt es nicht, da laut Ministerium mit den Zahlungseingängen in der Regel der Hinweis verbunden sei, mit den Spenden die Schulden des Bundes zurückzuführen und das Geld für keine anderen Zwecke auszugeben. Überlegungen, das Konto zu schließen, gebe es aktuell nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Dezember 2018 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Dezember 2018, 19:13 Uhr

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63 Kommentare

25.12.2018 10:09 Fragender Rentner 63

@kampfkater zu 62

Wenn man es als Spende geltend machen kann, da hat man auch noch Steuervorteile.

Aber der Rest der Bevölkerung soll trotzdem noch für dieses und jenes spenden.

Warum spenden sie es nicht den Bedürftigen?

Kann es ja auch versuchen steuerlich geltend zu machen.

24.12.2018 19:06 kampfkater 62

Da bleibt einem nur fassungsloses Kopfschütteln! Was sind das für "Menschen", die einem Staat, welcher Jahrzehnte Steuereinnahmen regelrecht verschwendet und sich immer mehr verschuldet, freiwillig eine Spende zum Schuldenabbau geben - das ist regelrecht pervers!

Und die Tierschutzvereine müssen betteln gehen!!

24.12.2018 12:39 Thüringer 61

Diese Spende soll noch nicht mal Steuerlich absetzbar sein. Von einer Spende von irgendeinen Abgeordneten hört man Nichts. Was sagte einst mal eine Abgeordnete, mir Schenkt ja auch keiner was. Die einen nehmen, die Anderen geben.

24.12.2018 12:04 Wessi 60

@ 57 Der Unterschied liegt eben in diesem Satz der m.E. völliger Quatsch ist: "nur für das eigene Volk nicht".Die Politik wird doch für "das eigene Volk" gemacht.Frage ist nur wen man dazuzählt.Ich z.B. auch den nichtdeutschen Steuerzahler, denn er ist am Erfolg unseres Landes beteiligt.Zu meiner Heimat gehören viele Nichtdeutsche, ich selber bin herkunftsmäßig multikulti.Es sollte uns doch egal sein, was Menschen mit ihrem Geld machen, wenn es rechtmäßig ist?! ABGEBEN,wenn mans hat, das ist passend zu Weihnachten.Auch Ihnen frohe Weihnacht.@ 59..mir ist Ihre gesamte Ansicht unverständlich.Sollte doch egal sein, was Menschen mit ihrem Geld machen.

24.12.2018 10:37 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 59

@Wessi 53

mir gar nicht klar ist was sie damit ausdrücken wollten.

24.12.2018 10:15 Günter Kromme 58

#51 Hallo Peter, und haben sie mitbekommen das seit 2014 etwa 2.000.000 (in Worten zwei Millionen) Asylanten ins Land gekommen sind? Selbst wenn es stimmen sollte das 300.000 in Arbeitsverhältnissen stehen sollten (sicher solche wo kaum Steuern anfallen) ist die Bilanz für den deutschen Steuerzahler tiefrot negativ! Und im Übrigen, erstens hat der die Schulden zu zahlen der sie macht und zweitens ein Staat der es sich leisten kann 50.000.000.000 Euro jährlich für sogenannte Schutzsuchende auszugeben ist doch wohl nicht auf ein paar vergleichsweise lächerliche Spenden angewiesen. Und noch eins, der Enkeltrick ist in dem Zusammenhang mehr als deplatziert, weil die Enkel in den Überlegungen von Politikern beim Schuldenmachen wohl kaum vorkommen, denn sonst würde man eben nicht so viel Schulden machen. Doch so ist es nun mal wenn das Geldsystem zu Gunsten eines Schuldensystems abgeschafft wird.

23.12.2018 22:18 NRW-18 57

@ 50 Wessi
Wenn ich mich in größeren Städten in NRW umschaue, so frage ich mich, welche Heimat und welches Vaterland Sie meinen.
Wenn ich mein Heimatland bzw. was davon übrig geblieben ist nur noch lieben darf, in dem helfe, durch Politiker verursachte Schulden zu tilgen, läuft doch etwas falsch.
Warum soll man freiwillig Schulden in einem Land tilgen, in dem Politik für alle gemacht wird, nur nicht für das eigene Volk?

Auch wenn wir fast immer unterschiedlicher Meinung sind, Gruß nach HH und auch Ihnen ein frohes Weihnachtsfest.

23.12.2018 21:45 Montana 56

23.12.201817:29 Peter : Ein alleinstehender Hartz IV Empfänger bekommt im deutschen Durchschnitt rund 750 Euro im Monat
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Das müßten Sie schon beweisen. In meinem Bekanntenkreis bekommen Sie noch nicht mal die Hälfte.

23.12.2018 21:44 Kritischer Bürger 55

@CDU Wählerin 44: +...ob am Navi, TV oder Computer, beim Spenden oder hilfsbereit Migranten, Behinderten oder in Bedrängnis geratene helfen - nicht wegschauen sondern Zivilcourage zeigen ist immer Einstellungssache! Heute hat niemand in Deutschland zu wenig um zu helfen....+
Und wird zBsp den Flaschensammlern um ein wenig mehr für ein oder zwei Brötchen zur Verfügung zu haben(!) hier im Lande geholfen, nur im Bezug auf Ihre Meinung zum letzten Satz der vgn. Zitates? Vllt. kann man einer solchen Bürgerin die Überzeugung beibringen, statt auf den Pfandknopf bei der Rückgabe der gesammelten Flaschen auf den Spendenknopf zu drücken. Solchen Mitmenschen (wenn ich sie treffe) gebe ich lieber 5 Euro und sehe dann in die freudigen Augen und dem Dank dieser Menschen mir gegenüber! In diesem Sinn auch Ihnen eine schöne Weihnacht.

23.12.2018 21:34 Kritischer Bürger 54

@Peter 38: +..."Was gibt der Bund jenen armen Mitmenschen, außer Worte und Versprechen?"
Mein Lieber: Ein alleinstehender Hartz IV Empfänger bekommt im deutschen Durchschnitt rund 750 Euro im Monat. Häufig ohne jede Gegenleistung.
Also bitte, was reden Sie....+
WARUM nehmen Sie hier wieder einmal den Durchschnitt? Ich kann hier wohl eine Trennung erwarten in Ost.- & Westdeutschen. Hier in meiner Umgebung (aus erster Hand) gibt es bei Mieten; Grundmiete 300 €/mo. max.100 € für Nebenkosten, das sind Werte die im Alltag finanziell nicht umgesetzt werden können sondern nur für Unterkunft dienlich sind! Also davon kann niemand etwas abgeben! Da bleiben also noch die Grundsicherung zum Lebensbedarf und da steht im Regelwerk NICHTS von Abgaben solcher Art. Also was möchten Sie hier unter beweis stellen? Das von Ihren angeführten 750 Euro/monat. im Durchschnitt noch 25 oder 50 Euro als Spende gegeben werden kann?