Coronavirus Bund plant weitgehende Lockerungen der Corona-Einschränkungen

Am Mittwoch kommen Bund und Länder zu einer Beratung über die Corona-Beschränkungen zusammen. Offenbar will der Bund die Verantwortung für Lockerungen den Ländern überlassen, große Geschäfte sollen wieder öffnen können und alle Schüler noch vor den Sommerferien zurück in die Schule können.

Unterricht - Schüler mit Masken.
Einer der Vorschläge vom Bund: Bis zu den Sommerferien sollen alle Schüler zurück in der Schule sein. Bildrechte: MDR/Stephanie Schettler

Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder kommen am Mittwochmittag zu einer Videokonferenz zusammen, um über weitere Corona-Lockerungen zu verhandeln. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) erfuhr, will der Bund die Verantwortung für weitere Lockerungen den Ländern überlassen.

Bei vielen Neuinfektionen wieder lokale Beschränkungen

In der Beschlussvorlage des Bundes heißt es nach dpa-Angaben, der Bund bestehe jedoch auf eine Obergrenze von Neuinfektionen, ab der wieder härtere Beschränkungen greifen müssen. Die Länder sollten sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werde.

Auch große Geschäfte öffnen

Zudem will der Bund den Ländern den Informationen nach eine Öffnung aller Geschäfte - ohne Quadartmeterbeschränkung - vorschlagen. Es müssten Auflagen zur Hygiene, der Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen erfüllt werden, heißt laut dpa in der Beschlussvorlage. Wichtig sei dabei, dass eine maximale Personenzahl von Kunden und Personal bezogen auf die Verkaufsfläche vorgegeben werde, heißt es weiter.

Alle Schüler bis zum Sommer zurück in die Schule

Angesichts der sich positiv entwickelnden Fallzahlen will der Bund zudem allen Schülern bis zu den Sommerferien eine Rückkehr an die Schulen ermöglichen. Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf etwa wegen der häuslichen Situation oder der technischen Ausstattung sollten "möglichst umgehend gezielte pädagogische Präsenzangebote an den Schulen erhalten", zitiert die dpa aus dem Papier.

Profifußball vor leeren Rängen

Ferner will der Bund dem Profifußball grünes Licht geben. Der Spielbetrieb könnte am 15. oder 21. Mai ohne Zuschauer wieder aufgenommen werden - ein genauer Termin wird in der Beschlussvorlage laut dpa aber offengelassen. Dem Beginn des Spielbetriebs müsse eine zweiwöchige Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen, heißt es in dem Entwurf.

Weiterhin keine Großveranstaltungen

Großverantstaltungen wie Volksfeste, große Sportveranstaltungen, Festivals und Straßenfesten erteilt der Bund weiterhin eine Absage- Diese sollten mindestens bis zum 31. August untersagt bleiben. "Wegen der immer noch gegebenen Unsicherheit des Infektionsgeschehens ist davon auszugehen, dass dies auch mindestens bis zum 31. August so bleiben wird", zitiert die dpa die Begründung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Mai 2020 | 09:30 Uhr