Die Migrationsberaterin Sabine Hüsken spricht am 09.08.2011 in der Moschee im oberbayerischen Schongau mit einer Muslima, die wegen einer hohen Telefonrechnung zur Beratung gekommen ist.
Mit "NesT" sollen private Flüchtlingshilfe und staatliche Organisation zusammenkommen. Bildrechte: IMAGO

Migration und Integration Neues Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge

Mit "Neustart im Team" (NesT) startet der Bund ein neues Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge. Anders als 2015 sollen dabei ehrenamtliches Engagement und staatliche Komponenten gekoppelt werden.

Die Migrationsberaterin Sabine Hüsken spricht am 09.08.2011 in der Moschee im oberbayerischen Schongau mit einer Muslima, die wegen einer hohen Telefonrechnung zur Beratung gekommen ist.
Mit "NesT" sollen private Flüchtlingshilfe und staatliche Organisation zusammenkommen. Bildrechte: IMAGO

Die Bundesregierung hat zusammen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein neues Pilotprojekt zur Aufnahme von Flüchtlingen gestartet. Mit "Neustart im Team" (NesT) verpflichten sich Mentorengruppen einem Flüchtling finanziell und ideell zu unterstützen. Das erklärte das Bundesinnenministerium, das gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge das Projekt begleitet.

Miete zahlen und Behördengänge

Mit dem Programm kümmern sich mindestens fünf Mentoren um einen Flüchtling. Bereits vor dessen Ankunft sollen sie eine Wohnung für ihren Schützling finden, die sich am örtlichen Sozialhilfesatz orientiert. Auf ein gesondertes Konto zahlt die Gruppe im Voraus die Nettokaltmiete für die ersten zwei Jahre ein. Außerdem sollen die Mentoren bei Behördengängen, Stellensuche oder dem Zugang zu Sprachkursen helfen. Flüchtlinge, die im Zuge des Projekts nach Deutschland kommen, verpflichten sich, vorerst in der Wohnung zu leben, die die Mentorengruppe für sie ausgewählt hat.

Das Projekt soll über eine zentrale Stelle koordiniert werden, die von der Bertelsmann und der Mercator Stiftung sowie der Evangelischen Kirche von Westfalen finanziert wird. Die ersten Einreisen sollen ab Sommer stattfinden. Das Pilotprojekt umfasst vorerst 500 Plätze.

Für die besonders Schutzbedürftigen

"NesT" richtet sich an jene Flüchtlinge, die für das "Resettlement" durch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Frage kommen. Deutschland hatte dem UNHCR seine Beteiligung zugesagt. Beim"Resettlement" werden besonders schutzbedürftige Flüchlinge wie Frauen, Kinder und Kranke in ein sicheres Land umgesiedelt. Flüchtlinge, die im Zuge des "Resettlements" aufgenommen werden, müssen keinen Asylantrag stellen. Der parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Stephan Mayer, verwies dazu auf die Zahlen des UNHCR. Von den mehr als 68 Millionen Flüchtlingen weltweit gelten 1,4 Millionen als besonders schutzbedürftig.

Mehr als 10.000 Menschen könnten kommen

Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung zugesagt, bis Ende 2019 insgesamt 10.200 Menschen im Rahmen der "Resettlement"-Programme aufzunehmen.

2015 hatte es Forderungen gegeben, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn Bürger für sie aufkommen. Das wurde durch Aufnahmeprogramme der Bundesländer möglich gemacht, allerdings mit teilweise erheblichen finanziellen Konsequenzen für die Bürgen. Bei dem neuen Programm weiß jeder Teilnehmer von Anfang an, wie viel er finanziell beitragen muss.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Mai 2019, 18:37 Uhr

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114 Kommentare

08.05.2019 18:46 Klaus 114

@ { 08.05.2019 07:47 Lilly }
Genau deswegen beteilige ich mich überdurchschnittlich am Steueraufkommen und bin mit der Verwendung dieser Mittel sehr zufrieden, zahle also auch sehr gerne meine Steuern, weil ich weiß, dass damit sehr viel Gutes gemacht wird.
Den besonders Schutzbedürftigen wird dadurch geholfen, was ich sehr begrüße.

08.05.2019 16:14 Querdenker 113

@VERÄNGSTIGTE 98

Ihr Beitrag zu meinem Beitrag 95 sieht nach einer Mischung aus „Argumentum ad hominem“, Unterstellung, Off-topic und Kauderwelsch aus.

Die Zustimmung in der Bevölkerung, unsere parlamentarische Demokratie durch direkte Demokratie auf Bundesebene zu ergänzen, ist schon seit vielen Jahren groß (siehe „Wiki Direkte Demokratie in Deutschland Umfrageergebnisse“). Ich hoffe es wird kommen. Andere Länder wie z.B. die Schweiz machen es vor.

Die Mehrheit ist für eine härtere Asylpolitik.

siehe „zeit ARD-Deutschlandtrend: Mehrheit für härtere Asylpolitik“
Zitat: „Laut einer Umfrage sind fast zwei Drittel der Deutschen dafür, Flüchtlinge ohne Papiere an der Grenze abzuweisen. 86 Prozent befürworten konsequente Abschiebungen.“

Was aber nicht heißt, dass die Bürger gegen (wirkliches) Asyl sind. Also politisch verfolgte Menschen (siehe „bamf Asylberechtigung“).

08.05.2019 11:46 Marlis 112

Es wird immer schöner es glaubt doch wohl keiner das diese sogenannten Mentoren das wirklich alles bezahlen, wer das glaubt der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Deutschland ist eine Klapsmühle besonders jetzt die Justizministerin die die vielfach ehe noch anerkennen will, heute gelesen NRW einer mit 3 Frauen und 13 Kinder will deutscher werden. Das kann doch nicht wahr sein, wie will die Justizministerin das uns deutschen erklären? Dann dürfen also alle mehrere Frauen und Männer haben oder zählt das für uns deutsche nicht.

08.05.2019 11:37 Fakt 111

>>Ekkehard Kohfeld, #106:
"Ersten verwechseln sie wieder mal die Seiten Lemminge nennt man die sogenannten Gutmenschen"<<
--------
Sie schreiben wieder einmal Blödsinn.
Den Ausdruck "Lemminge" kann man für alle Seiten benutzen.
Definition: "Sich gemeinsam in großer Anzahl blind in ein Unglück stürzen; willenloser Mitläufer sein; kritiklos das machen, was alle machen".
(Quelle: redensarten-index.de)
Passt also auch sehr gut zu den Rechten.

08.05.2019 10:35 Bernd L. 110

Für verfolgte Christen in muslimischen Ländern finde ich das ein gute Idee. Aber ich zweifle, dass unsere Regierung dazu den Mut und den politischen Willen hat. Im Falle der mit dem Tode bedrohten Asai Bibi aus Pakistan war unsere politische Elite beängstigend still: Keiner war für ihre Aufnahme. Eine Schande!

08.05.2019 09:51 Wo geht es hin? 109

Ich finde die Idee einfach super. Also wenn die 5 wirklich und in echt ALLES aus EIGENER Tasche finazieren. Da wir ja angeblich sooooo viele Menschen hier haben, die "gerne helfen" wollen, können die doch jetzt mal zeigen, ob das nur Lippenbekenntnisse waren oder ob sie auch mit allen Konsequenzen dazu stehen. Ich habe da so eine Ahnung....es wird laufen, wie in einem Experiment in Schweden, wo Passanten gefragt wurden, ob sie so was machen würden. Viele waren begeistert - nur als der Flüchtling dann leibhaftig vor ihnen stand und gleich "mitgenommen" werden sollte - ja da war Schicht im Schacht und die "Begeisterung" wie von Zauberhand weggeweht...

08.05.2019 09:50 H.E. 108

@99 Querdenker
Das sehe ich genauso, vor allen Dingen müßten Christen bei uns aufgenommen werden, die es in den allermeisten muslimischen Staaten sehr schwer haben und keine, die an sich das Christentum und die Christen verachten, aber bei uns problemlos die Hand aufhalten . 200 Millionen Christen werden weltweit verfolgt und zwar weit über 90 Prozent gerade in muslimischen Ländern. In manchen Staaten werden Christen, die vom Islam zum Christentum konvertiert haben, sogar mit dem Tode bestraft wie z.B. im IRAN.

08.05.2019 09:39 dmehl 107

@ 08.05.201907:47 Lilly:
Solidarität ist freiwillig, das Zahlen von Steuern nicht.

08.05.2019 08:53 Ekkehard Kohfeld 106

@ VERÄNGSTIGTE 98 soll @ 07.05.2019 20:59 Querdenker 95 liest sich wie gesehen habe ich nix aber gehört an der Wand ^^ Spekulation befeuern leichtgläubige Lemminge die hier mehrheitlich Fremdenfeindliches äußern, ohne selbst einen Cent weniger zu haben, wie grölender MOB. Aus diesem Grund wurde von Klugen in unserer Verfassung die verehrenden "Volksentscheide" der NS-Zeit vom totalen Krieg usw. ausgeschlossen und parlamentarische Entscheidungen festgeschrieben.##

Ersten verwechseln sie wieder mal die Seiten Lemminge nennt man die sogenannten Gutmenschen (Sie).2.Gehört eigentlich nicht zum Thema wie große Teile ihres Kommentars wodurch sind die Nazis den an die Macht gekommen,auch durch den Koalitionszwang den es heute immer noch gibt,schon vergessen.Und weniger Geld können sie ja auch nicht haben wenn sie das Geld erst gar nicht bekommen,was für ein plumpes nach geplapper,über 500 000 Rentner müßen zur Tafel,scheinen sie ja sogar noch gut zu finden,pfui Deibel.

08.05.2019 08:42 ralf meier 105

@VERÄNGSTIGTE Nr 98: Sie schreiben 'soll @ 07.05.2019 20:59 Querdenker 95 liest sich wie gesehen habe ich nix aber gehört an der Wand ^^'
-> das habe ich nicht verstanden.
Dann lese ich: 'Spekulation befeuern leichtgläubige Lemminge die hier mehrheitlich Fremdenfeindliches äußern, ohne selbst einen Cent weniger zu haben, wie grölender MOB. '
-> unabhängig davon, wen und was Sie damit meinen, werde ich mich nicht dazu hinreißen lassen, in ihren Hassmodus einzusteigen. Es ist schon schlimm genug, das die Moderation ihn mit der Veröffentlichung Ihrer Hetze anfeuert.
Sie schreiben: 'Aus diesem Grund wurde von Klugen in unserer Verfassung die verehrenden "Volksentscheide" der NS-Zeit vom totalen Krieg usw. ausgeschlossen'
-> das habe ich verstanden. Sie vergleichen einen Volksentscheid mit dem grölenden Mob, der im Kristallpalast den totalen Krieg bejubelte.

Lernt man so etwas heute auf der 'Schule für alle' ?