Wolf auf Waldweg
Der Abschuss von Wölfen soll erleichtert werden. Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden

Kabinettsbeschluss Bundesregierung erleichtert Abschuss von Wölfen

Wölfe sollen künftig leichter abgeschossen werden können. Das sieht eine Gesetzesänderung vor, der die Bundesregierung zugestimmt hat. Jetzt muss der Bundestag darüber abstimmen.

Wolf auf Waldweg
Der Abschuss von Wölfen soll erleichtert werden. Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden

Die Bundesregierung will den Abschuss von Wölfen erleichtern. Das Kabinett brachte dazu eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes auf den Weg. Danach sollen Wölfe künftig schon dann abgeschossen werden können, wenn "ernste Schäden" für Nutztierhalter drohen oder entstehen.

Bisher ist ein Abschuss nur erlaubt, wenn die Belastung durch den Wolf "unzumutbar" oder "existenzgefährdend" ist. Den Abschuss muss in jedem Fall die zuständige Landesbehörde genehmigen. Diese soll einen gewissen Ermessensspielraum haben.

Wolf bleibt streng geschützt

Die Novelle sieht auch vor, dass bei wiederkehrenden Schäden "im engen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang" Wölfe eines Rudels abgeschossen werden dürfen, auch wenn nicht konkrete Einzeltiere als Verursacher ausgemacht werden können. Es können also so lange Wölfe geschossen werden, bis es keine Schäden mehr gibt, auch wenn damit ein ganzes Wolfsrudel getötet wird.

Die geplante Gesetzesänderung ist ein Kompromiss zwischen Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU. Klöckner wertete den Entwurf als ersten Schritt in die richtige Richtung. Sie erklärte aber zugleich, ihr Ministerium halte angesichts der rasch zunehmenden Wolfspopulation weitere Schritte für nötig. So solle ein Abschuss auch vorbeugend möglich sein, nicht erst, wenn Nutztiere wie Schafe gerissen worden seien. Umweltministerin Schulze betonte, der Wolf bleibe eine streng geschützte Tierart.

Viele Wolfsangriffe gezählt

Der Wolf hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland wieder ausgebreitet. Im vergangenen November gab es in Deutschland 73 Wolfsrudel und 30 Wolfspaare. Das Bundesumweltministerium geht von rund 400 Tieren aus, der Deutsche Jagdverband von mehr als Tausend.

Eine der größten Populationen gibt es in Sachsen. Aber auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Brandenburg und anderen Bundesländern gibt es Wölfe. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium wurden 2017 mehr als 1.600 von Wölfen verwundete und gerissene Tiere gezählt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Mai 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2019, 11:40 Uhr

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13 Kommentare

22.05.2019 22:53 Gabriele Schulten 13

Welches Tier wird als nächstes ausgerottet? Wie sieht's mit dem Tier MENSCH aus? Die Natur braucht uns nicht, wir aber die Natur und da gehören auch Wölfe, Bäre,Luchse und Füchse dazu. Es gibt kein Schlimmeres Tier als den Menschen. Er schaffte es alles auszurotten sogar sich selbst.

22.05.2019 22:08 Domner Silvia 12

Ich finde es schlimm und traurig das sich in diesem Staat die Jäger/Mörder-Lobby wieder Mal gegen arme Tiere durchgesetzt hat!
Ich finde wenn man Tiere abknallen will dieses auch mit kriminellen Menschen/Ausländern die sich nicht in Deutschland integrieren wollen ebenfalls abknallen oder abschieben sollte!
Sorry meine Meinung die nach dem Grundgesetz abgedeckt ist wenn man mit wehrlosen Tieren so umgeht die nach Deutschland gehören!

22.05.2019 22:00 helmut geitebruegge 11

Erst war man froh,das Wölfe wieder in Deutschland sind und jetzt sollen sie wieder erschossen werden.Ich glaube es nicht das ein Wolfsrudel Schafe reißt und sie dann liegend lässt.Wölfe töten nur um Nahrung aufzunehmen.

22.05.2019 21:03 Walter 10

Wir haben Jahrzehnte auch gut ohne Wolf gelebt. Problemlos!

Wir könnten auch mit einer vernünftigen Behandlung des Wolfes leben. Aber die grüne Hysterie macht dies unmöglich.

Der Wolf steht nicht auf der roten Liste. Warum muss er dann in Deutschland so hysterich geschützt werden.

Es gibt in Deutschland auch keine Elefanten, Löwen oder Tiger.

Der Wolf war hier nur so lange heimisch, wie dichtere Besiedelung kam. Dies kann man aber nicht mehr ändern.

Bitte pro Kopfbevölkerung je m2 in Ländern wie Polen oder Russland betrachten.

22.05.2019 20:59 Bronko 9

Der Abschuss wird in Zukunft noch weiter gelockert werden. Auch wenn es sich ein Wessi oder Städter nicht vorstellen kann, irgendwann ist das Land voll. Ohne Gegner eben schneller. Das ist wie mit Wildschweinen, irgendwann ist eben Feierabend mit der Kuschelei.

22.05.2019 17:30 OTTO 8

Der nächste Kniefall von Klöckner vor einer Lobby! #niewiedercdu

22.05.2019 15:42 Jan 7

Dieser Kabinettsentschluß passt zum heutigen Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt 2019.
Mit dieser Entscheidung können die Jäger ungehindert Wölfe schießen. Es reicht ja schon eine mögliche Bedrohung aus. Wer soll denn prüfen, ob der Abschuss begründet war oder nicht.
Heute ist es der Wolf, morgen stört ein anderes Tier.
Es lebe die Artenvielfalt!

22.05.2019 15:24 Sascha10 6

Jetzt ist der für den Wolf der schlimmste Fall eingetreten. Statt ein aktives Wolfsmanagement (regulierende Bejagung, Vertreiben aus Ortschaften usw.) von Anbeginn zu betreiben, hat man durch Nichtstun den Wolf zum Kulturfolger gemacht. Der nicht funktionierende Mindestschutz, von jedem Normalwolf überwindbar wie ein etwas höherer Büfetttisch, in Verbindung mit dem jetzt möglichen Abschuss ganzer Rudel ist der erste Schritt zum Ausrotten der Tiere in Deutschland. Gut gemacht ihr Grünen bigotten Wolfskuschler. Jetzt habt ihr endlich mal einen tatsächlichen Grund zum Heulen, wobei Ihr das selbst verursacht habt.

22.05.2019 15:11 Stanley 5

Echt unmöglich. Stimme der Biene vollkommen zu. Alles was dem Menschen nicht passt, wird ausgerottet. Einfach nur ekelhaft!

22.05.2019 13:59 Biene 4

Der Mensch rottet halt alles aus was ihm nicht passt. Und irgendwann sich selbst!