Bild vom Bundeskongress der Jungen Alternative 2015.
Die Junge Alternative entscheidet am Wochenende in Magdeburg über Konsequenzen aus der Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Bildrechte: dpa

Magdeburg Junge Alternative trifft sich zu Bundeskongress

Die AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative entscheidet am Wochenende darüber, wie sie mit der drohenden Beobachtung durch den Verfassungsschutz umgehen will. Auf einem Bundeskongress in Magdeburg steht unter anderem eine Satzungsänderung zur Debatte, durch die Ordnungsmaßnahmen gegen Mitglieder leichter ausgesprochen werden könnten. Außerdem könnte der Bremer Landesverband, der bereits unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, aufgelöst werden.

von Alexander Laboda, MDR AKTUELL

Bild vom Bundeskongress der Jungen Alternative 2015.
Die Junge Alternative entscheidet am Wochenende in Magdeburg über Konsequenzen aus der Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Bildrechte: dpa

Die Junge Alternative (JA) trifft sich am Wochenende zu einem Bundeskongress in Magdeburg. Die AfD-Nachwuchsorganisation muss sich unter anderem damit auseinandersetzen, wie sie mit der Prüfung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz umgeht. Nach Angaben des JA-Vorsitzenden Damian Lohr stimmen die Mitglieder bei dem Kongress über eine Satzungsänderung ab, mit der die Schiedsgerichte abgeschafft würden. Auf diese Weise könnten schneller Ordnungsmaßnahmen gegen Mitglieder durchgesetzt werden, zum Beispiel Ausschlüsse aus der Organisation.

Vorstand wird gewählt

Außerdem wird der Vorstand der Jungen Alternative neu gewählt. Wie der bisherige JA-Chef Lohr der Deutschen Presse-Agentur sagte, stellt er sich zur Wiederwahl. Der 25-jährige AfD-Landtagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz ist seit Februar 2018 Vorsitzender der Organisation.

Darüber hinaus hält sich die Junge Alternative auffallend bedeckt. Auf der Internetseite der Organisation finden sich bis auf einen Terminhinweis keinerlei Informationen zu dem Treffen. Auch bei Facebook und Twitter, wo die JA ansonsten sehr aktiv ist, gibt es keine Beiträge zum Thema. Nicht einmal der Veranstaltungsort ist öffentlich bekannt. Für MDR AKTUELL war die JA am Freitag weder telefonisch noch per E-Mail zu erreichen.

Keine Akkreditierung für "taz"

Im Umgang mit anderen Medienvertretern reagierte die Organisation entschlossen. Einer Journalistin der Tageszeitung "taz" verweigerte die JA die Akkreditierung zum Kongress. Hintergrund seien Kommentare der Korrespondentin, die der JA nicht gefielen, schreibt die "taz" selbst in einem Beitrag dazu. Die stellvertretende Chefredakteurin Barbara Junge wird hierzu mit den Worten zitiert: "Das zeigt, welch schwieriges Verhältnis zur Pressefreiheit JA und AfD haben.“

JA-Chef Lohr reagierte auf Nachfrage bei Twitter auf die Vorwürfe und schrieb: "Wenn eine Zeitung uns besiegen will, dann sehen wir nicht das Interesse an einer objektiven Berichterstattung. Man muss uns nicht mögen, aber andere eher linke Medien schaffen es doch auch mit der Objektivität."

Die "taz"-Korrespondentin Sabine am Orde hatte in einem Kommentar geschrieben, Teile der AfD seien völkisch-nationalistisch und antidemokratisch. Außerdem hatte sie alle Demokraten zum Engagement gegen die AfD aufgerufen, weil diese "allein mit nachrichtendienstlichen Mitteln" nicht zu besiegen sei.

Beobachtung durch Verfassungsschutz

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die Junge Alternative im Januar zum "Verdachtsfall" erklärt. Nach Erkenntnissen des Inlandsgeheimdienstes gibt es "hinreichend gewichtige Anhaltspunkte" dafür, "dass es sich um eine extremistische Bestrebung handelt".

Der Jungen Alternative, die 2013 gegründet wurde, werden immer wieder Verbindungen ins rechtsextreme Milieu vorgeworfen, insbesondere zur "Identitären Bewegung". Die Landesverbände in Baden-Württemberg, Bremen und Niedersachsen werden seit vergangenem Jahr offiziell vom Verfassungsschutz beobachtet.

Die JA löste seinerzeit den Landesverband in Niedersachsen selbst auf. Über die Zukunft des Landesverbandes Bremen soll laut früheren Ankündigungen der Bundeskongress in Magdeburg entscheiden.

Anbindung an AfD in Gefahr

Die nächsten Schritte der Jungen Alternative werden von der Mutterpartei AfD genau beobachtet. Bereits im Dezember beschäftigte sich ein AfD-Parteikonvent damit, der JA den Status als offizielle Jugendorganisation zu entziehen.

Der Bundesvorstand der AfD hat wiederholt betont, sich gegen rechtsextreme Mitglieder in der Partei abgrenzen zu wollen. Hintergrund ist eine mögliche Beobachtung der gesamten AfD durch den Verfassungsschutz.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 16. Februar 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 05:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

28 Kommentare

17.02.2019 22:42 007 28

@ Wessi 23 ... Diskriminieren sie mich nicht, woher wollen sie wissen ob ich derzeit ein Mann, ein ganzer Kerl bin? Könnte mich ja heute auch Inter- Tranz- Androgyn oder Divers fühlen.

Aha, jetzt geht es plötzlich nicht mehr um Nazis, weil die AfD unmöglich welche in ihrer Partei haben kann, jetzt geht es um Gedankengut? Gähn gähn, lassen sie sich doch mal was neues einfallen, sie langweilen. Oder bringen sie uns endlich mal Beweise sie Gutmensch. Nur einen Punkt aus dem AfD Parteiprogramm, irgend etwas. Das können sie nicht, weil sie u ihre letzten linken Fanatiker hier nur Phrasendrescher sind.

P.S. Nicht der Apfel hat Schneewittchen vergiftet Genosse Wessi, sondern ihr blindes naives Vertrauen ...

17.02.2019 19:33 Kiel_oben 27

insieder-wissen um die wölfe in schafspelzen der iIdentitären ja

17.02.2019 16:47 Benutzer 26

17.02.2019 11:40 Wessi

welche Lügen über die Antifa? die Antifa behauptet doch selber das sie Antifaschisten sind. Also.......

Und nur mal so. SPD, Linke, Grüne behaupten doch auch das sie demokratische Parteien sind. Aber stehen dann neben den Antifaschisten ala Antifa ;).

17.02.2019 15:16 Fakt 25

>>Ekkehard Kohfeld, #17:
"Wurde den der Absender gefragt?"<<

Irgendwie scheinen Sie es nicht zu verstehen.
Der Absender braucht nicht gefragt zu werden!

17.02.2019 15:11 Fragender Rentner 24

Wenn von einem keine Belehrung kommt, dann vom anderen. :-)))

17.02.2019 11:40 Wessi 23

@ 16 Mann, es geht hier nicht um Nazis 33-45.Es geht hier um Gedankengut, was mit dem Grundgesetz nicht kompartibel ist.Das haben diejenigen in der AfD die den Hut aufhaben offensichtlich auch erkannt...oder zumindest behaupten sie es.Die AfD hat sich an Regeln+Gesetze zu halten.Diese besagen, daß Rechenschaft abgelegt wird.PUNKT.Ob das "nervt" hat die Partei nicht, zumindest nicht allein, zu entscheiden.Wenn sie auf Vorwürfe nicht einginge, geräte sie in Gefahr ein Verfahren einzufangen.Und auch Sie bestehen ja immer darauf, daß die AfD eine "demokratische Partei" sei.Das ist sie aber auch nur, wenn die "Ecken+Kanten" eben nicht unseliges von sich geben was derzeit 60 Millionen Tote verursachte. Und Ihre Lüge bez. der Antifa (eben nicht identisch mit Antifaschisten) können Sie sich...!

17.02.2019 11:37 Hossa 22

@ 21
Es werden vom Verfassungsschutz die Landesverbände der JA in Baden-Würtemberg,Bremen und Niedersachsen überwacht.
Also nicht der Schwerpunkt des Problems.

17.02.2019 11:21 Mediator an Hossa (19) 21

Nun ja die Chats in Hessen hat man in einer geschlossenen Gruppe ja noch versucht geheim zu halten.

Der JA Landesvorsitzende Scholz in Sachsen machte hingegen aus seiner rechtsextremistischen Einstellung selbst in der Öffentlichkeit kein Geheimnis. Erinnern sie sich noch, dass dieser Herr erst seinen Posten räumen musste, als er in einem öffentlichen Lokal laut "Sieg Heil" gebrüllt hatte?

Dass irgendwo der Schwerpunkt eines Problems zu finden ist bedeutet ja nicht, dass es woanders nicht ebenfalls Probleme gibt. Das mag an der verfassungsfeindlichen Grundausrichtung in der JA liegen. Wer politische Gegner umbringen will und Frauen zum Kinder kriegen und kochen degradieren möchte(siehe Chats JA Hessen), der hat sicher noch anderen gegen unsere Gesetze verstoßende Ideen im Kopf.

17.02.2019 10:20 Petra S. 20

Was man von der Jungen Alternativen hört, dass erinnert doch eher an eine Neonaziaufbauorganisation wie die verbotene Wicking Jugend. Während in der AfD inzwischen Kreide gefressen wird, weil die Menschen sich von der rechten menschenverachtenden Gossensprache abgestoßen fühlen und der Verfassungsschutz aufmerksam mitprotokolliert, muss die JA das noch lernen.

Bei einigen scheint noch nicht angekommen zu sein, dass seriöse Politik nicht in einer Mischung aus Volksverhetzung und Gewaltstraftaten und der entsprechenden Radikalisierung besteht.

17.02.2019 09:02 Hossa 19

@ 10
Mediator,Sie sprechen über Chats der JA in Hessen,ihrer Meinung nach liegt doch das Problem in Sachsen.