Erste Bundesratssitzung nach der Sommerpause.
In der ersten Sitzung nach der Sommerpause hat der Bundesrat über etliche Gesetzesvorhaben, Verordnungen und Initiativen entschieden. Bildrechte: dpa

Erste Sitzung nach der Sommerpause Bundesrat berät über Dutzende Gesetze und Vorhaben

Bei der ersten Sitzung des Bundesrats nach der Sommerpause standen etliche Gesetzesvorhaben, Verordnungen und Initiativen auf der Tagesordnung. Es ging um Datenschutz, Rauchverbote - aber auch um besseren Schutz von Frauen und Mädchen vor dem sogenannten "Upskirting".

Erste Bundesratssitzung nach der Sommerpause.
In der ersten Sitzung nach der Sommerpause hat der Bundesrat über etliche Gesetzesvorhaben, Verordnungen und Initiativen entschieden. Bildrechte: dpa

Geringere Strafen für Schwarzfahrer, härtere Strafen für heimliches Unter-den-Rock-Fotografieren, Rauchverbote im Auto, neue Datenschutzregeln: Die Bundesländer haben am Freitag im Bundesrat eine Reihe von eigenen Initiativen gestartet und über bereits im Bundestag beschlossene Gesetzesvorhaben abgestimmt. Eine Übersicht über einige der Themen:

Datenschutz

Die Vorgaben für Kleinunternehmen und Vereine werden gelockert. Sie müssen künftig erst dann einen Datenschutzbeauftragten ernennen, wenn mindestens 20 Mitarbeiter ständig mit personenbezogenen Daten zu tun haben. Zuvor waren es zehn. Der Bundestag hatte das bereits beschlossen.

Barrierefreiheit bei der Bahn

Die Vorschriften für die Höhe von Bahnsteigen sollen gelockert werden, so dass sie besser an verschiedene Zugtypen angepasst werden können. Das soll mehr Barrierefreiheit gewährleisten. Der Gesetzentwurf aus dem Bundesrat geht nun an den Bundestag - ihn aufzugreifen, steht dem Parlament jedoch frei.

Schutz von EU-Symbolen

Die Verunglimpfung der Europäischen Union und ihrer Symbole soll unter Strafe gestellt werden, so wie das bereits für die Symbole der Bundesrepublik und ihrer Länder gilt. Der Gesetzentwurf geht nun ebenfalls an den Bundestag.

Härtere Strafen bei "Upskirting"

Sieben Bundesländer wollen Mädchen und Frauen durch härtere Strafen besser vor heimlichen Fotos im Intimbereich schützen. Es geht um das sogenannte Upskirting: Dabei versuchen Täter mit Selfie-Stick und Smartphone auf Rolltreppen, Gehwegen oder in Treppenhäusern, Frauen oder Mädchen unter den Rock zu filmen oder zu fotografieren. Auch in der Bundesregierung gibt es Pläne für härtere Strafen. Das Vorhaben hat also gute Chancen auf Umsetzung.

Rauchverbot in Autos

Mehrere Länder wollen das Rauchen in Autos verbieten, wenn Kinder oder Schwangere darin sitzen. Verstöße sollen mit 500 bis 3.000 Euro geahndet werden. Die Länder begründen den Vorstoß mit den gesundheitlichen Risiken des Passivrauchens. Wird im Auto geraucht, erreiche die Qualmkonzentration schnell das Vielfache einer stark verrauchten Gaststätte, heißt es. Über die Initiative wird nun in den Bundesratsausschüssen weiter beraten.

Schwarzfahren als Ordnungswidrigkeit

Ein Fahrkartenkontrolleur hält sein tragbares Terminal in die Kamera.
Ist Schwarzfahren eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit? Bildrechte: dpa

Thüringen und Berlin wollen Schwarzfahren von der Straftat zur Ordnungswidrigkeit herabstufen. Bisher kann dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt werden. Begründung: Es trifft viele Obdachlose und die Verfahren überlasten die Justiz. Ob der Plan eine Mehrheit findet, ist unklar. Es gibt sowohl Zuspruch als auch Widerspruch aus anderen Ländern. In den Bundesratsausschüssen wird darüber weiter beraten.

Tamponsteuer

Bei Hygiene-Produkten wie Tampons soll auf Initiative Thüringens und Bremens die Umsatzsteuer gesenkt werden, damit sie günstiger werden. Beide Länder fordern mehr Gerechtigkeit. Für Hygieneartikel soll gelten, was auch für andere Güter des täglichen Bedarfs - und sogar für Kaviar und Schnittblumen - gilt: ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Die Chancen auf Umsetzung sind noch unklar: Die Länderkammer hat den Antrag zunächst an den federführenden Finanzausschuss überwiesen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. September 2019 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 19:52 Uhr