Blütenreiche Gebirgswiese in der Rhön. Sie bietet einer großen Vielzahl von Insekten Nahrung
Blütenreiche Wiese im Biosphärenreservat Rhön. Bildrechte: dpa

Artensterben Viele Pflanzenarten aus Deutschland verschwunden

In den letzten Jahrzehnten sind mehr als 100 Wildpflanzenarten in Deutschland ausgestorben oder nicht mehr auffindbar. Nach Daten der Bundesregierung ist eine noch sehr viel größere Zahl an Arten gefährdet.

Blütenreiche Gebirgswiese in der Rhön. Sie bietet einer großen Vielzahl von Insekten Nahrung
Blütenreiche Wiese im Biosphärenreservat Rhön. Bildrechte: dpa

In den vergangenen 150 Jahren sind zahlreiche Wildpflanzenarten auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik ausgestorben oder heute nicht mehr auffindbar. Viele weitere gelten als gefährdet. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen.

Demnach sind in dem Zeitraum 149 sogenannte Pflanzentaxa verschwunden. Dabei handele es sich um ganze Arten oder deren Unterarten. Möglicherweise sei also eine deutlich höhere Zahl an Pflanzen verschwunden.

Farne und Blütenpflanzen besonders gefährdet

Laut Ministerium sind allein 76 Arten der Farn- oder Blütenpflanzen betroffen. Aus dieser Gruppe seien würden zudem mehr als 1.000 Pflanzen als bedroht eingestuft. Das entspreche einem Anteil von 27,5 Prozent der in Deutschland heimischen Pflanzen aus der Gruppe der Farn- und Blütenpflanzen. Dazu zählten etwa Wiesen-Küchenschelle, Kornrade, Katzenpfötchen und Sonnentau-Arten. Deren Population habe sich zuletzt  deutlich verschlechtert.

Grüne verlangen  umweltfreundlichere Agrarwirtschaft

Die Grünen fordern ein konsequenteres Vorgehen der Bundesregierung gegen das Artensterben bei Wildpflanzen. Vor allem die Landwirtschaft müsse umweltfreundlicher wirtschaften, erklärte die naturschutzpolitische Sprecherin Steffi Lemke. Der Einsatz von Pestiziden und Gülle müsse gestoppt werden.

Die Bundesregierung sieht als Hauptursachen für die Bedrohung der Pflanzenvielfalt die Überdüngung und damit den Einfluss auf nährstoffarme Gewässer oder Landschaften wie etwa Moore oder Heiden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Mai 2019 | 16:58 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 09:37 Uhr

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9 Kommentare

19.07.2019 17:01 Manni 9

"In den letzten Jahrzehnten sind mehr als 100 Wildpflanzenarten in Deutschland ausgestorben oder nicht mehr auffindbar. Nach Daten der Bundesregierung ist eine noch sehr viel größere Zahl an Arten gefährdet. "

DAS ist die TRAURIGSTE Nachricht seit Langem!

DARÜBER sollte der MDR mal eine informative Sende-Reihe machen. Damit der Jugend von morgen mal aufgeht, was die Alten von heute verbocken!

19.07.2019 15:42 Atheist aus Mangel an Beweisen 8

Die Mammute sind auch ausgestorben.
Die Natur wird sich immer verändern wo ist das Problem?
Hier soll die neue Steuer gefremt werden.

19.07.2019 15:39 Auf der Sonnenseite des Lebens 7

@mattotaupa 6
"der ist ganz alleine auf seinen 4 pfoten hergekommen"

natürlich, glauben sie ruhig daran ;-)

19.07.2019 13:36 mattotaupa 6

@#3: sie merken aber schon noch, daß der wolf keine pflanze ist, oder? der ist ganz alleine auf seinen 4 pfoten hergekommen, er ist flexibel was ort und nahrungsquellen abgeht und nimmt gern am gedeckten tisch mit fluchtunfähigen futterquellen platz. wildpflanzen hingegen können schlecht alleine durch die wälder streifen und sind auch nicht ganz so flexibel was stand(!)ort und nährstoffquellen angeht. diverse giftstoffe aus der landwirtschaft landen bei pflanzen direkt und beim wolf indirekt (durch beutetiere). auswirkungen sind entsprechend schwächer bzw. verzögert. die einzigen seltsamen wege beschreiten sie! @#4: artikel gelesen? da steht nix von co2 steuer und beim gift behaupten sie einfach mal das gegenteil. wenn die griechen über ihre wirtschaftlichen verhältnisse leben, fordern wir sie zum sparen auf, leben wir über die verhältnisse unserer umwelt, heißt es "weiter so!"?

19.07.2019 11:12 optinator 5

Zuletzt geht der Mensch, dann kommen auch die Pflanzen und somit die Tiere wieder.

Den Ablauf kann keiner beherrschen, nur die Natur !

19.07.2019 11:09 Thüringer 4

Und wenn wir Brav die CO2 Steuer zahlen (wenn sie kommt), kommen alle Pflanzenarten wieder! Das möchte schon sein. Gegen den Einsatz von Giften, haben doch die Grünen bestimmt nichts dagegen?

19.07.2019 10:11 Lilly 3

"In den vergangenen 150 Jahren sind zahlreiche Wildpflanzenarten auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik ausgestorben oder heute nicht mehr auffindbar."

wo ist das Problem die wieder anzupflanzen?

Beim Wolf war das kein Problem den wieder anzusiedeln, aber bei einer Wildpflanze kommt keiner auf die Idee?

Die Umweltpolitik geht schon seltsame Wege!

19.07.2019 10:10 Wachtmeister Dimpfelmoser 2

"Der Einsatz von Pestiziden und Gülle müsse gestoppt werden"
Ok. Steht jetzt so im Raum. Und dann? Wie denn konkret weiter? Irgendwie brechen die Nachrichten immer an der entscheidenden Stelle ab. Da hätte ich doch als Journalist die wesentlichen Fragen gleich nachgelegt. Dann wird es nämlich interessant. Anhören kann man sich die grünen Konzepte ja durchaus mal. Nur eben gepaart mit konkreten und realisierbaren Konzepten.

19.07.2019 10:04 Fragender Rentner 1

Leider haben wir dies scheinbar der uns immer weißgemachten guten Umweltpolitik und der Landwirtschaft zu verdanken !!! :-(((

Kenne leider auch schon seit vielen Jahren Unkräuter (Wildkräuter) die ich vor ca. 30 Jahren nicht kannte !!!