Koalitionsausschuss Deutschland bereit zur Aufnahme von Flüchtlingskindern

Bei ihrer langen Sitzung am Sonntagabend hat die Bundesregierung auch beschlossen, etwas gegen das größte Leid in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln zu unternehmen.

Migranten haben im Hafen von Mytilene auf Lesbos ein Lager aufgeschlagen, nachdem Einheimische den Zugang zum Flüchtlingslager Moria blockiert hatten.
Migranten haben im Hafen von Mytilene auf Lesbos ein Lager aufgeschlagen, nachdem Einheimische den Zugang zum Flüchtlingslager Moria blockiert hatten. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung möchte Griechenland bei der Versorgung minderjähriger Flüchtlinge unterstützen, die derzeit in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ausharren. Laut Koalition geht es dabei um 1.000 bis 1.500 Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre alt sind. Die meisten von ihnen seien Mädchen.

Suche nach "Koalition der Willigen"

Auf europäischer Ebene werde derzeit versucht, eine "Koalition der Willigen" für die Aufnahme dieser Kinder zu organisieren. "In diesem Rahmen steht Deutschland bereit, einen angemessenen Anteil zu übernehmen", teilte die Koalition mit. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer präzisierte die Pläne am Morgen im ZDF Morgenmagazin: Wie viele Kinder von den Ländern, die sich beteiligen, aufgenommen werden, solle bei einem Innenministertreffen im Laufe der Woche verhandelt werden.

Die Parteien gingen in ihrer Erklärung nach dem Koalitionsausschuss auch auf die Kämpfe im syrischen Idlib ein: Dringend benötigte humanitäre Hilfe müsse in das Gebiet gebracht werden, Deutschland habe aktuell 125 Millionen Euro dafür zur Verfügung gestellt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. März 2020 | 07:00 Uhr