Die Logos des Internetkonzerns Facebook und der von ihm vorgestellten globalen Digitalwährung Libra
Logos des Internetkonzerns Facebook und seiner globalen Digitalwährung Libra Bildrechte: dpa

Digitale Zahlungsmittel Bundesregierung will Facebook-Währung blockieren

Deutschland und Frankreich sind sich einig, die geplante Facebook-Kryptowährung Libra nicht zuzulassen. Beide Staaten wollen die Hoheit über die Hauptzahlungsmittel behalten. In der Bundesregierung gibt es aber Planspiele für eine staatliche Digitalwährung.

Die Logos des Internetkonzerns Facebook und der von ihm vorgestellten globalen Digitalwährung Libra
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Die Bundesregierung will die von Facebook angekündigte Kryptowährung Libra in Deutschland nicht zulassen. Der CDU-Parlamentarier Thomas Heilmann sagte dem "Spiegel", die große Koalition sei sich einig, "marktrelevante private Stablecoins" nicht zuzulassen.

Deutschland und Frankreich bekräftigten beim Treffen der EU-Finanzminister in Helsinki ihre Vorbehalte gegen den Facebook-Plan. Die Finanzminister beider Länder nannten neben der geldpolitischen Souveränität in ihrer gemeinsamen Erklärung eine Reihe weiterer "Herausforderungen" durch Kryptowährungen: finanzielle Sicherheit, Investorenschutz, Schutz vor Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie den Datenschutz.

Wir glauben, dass kein privates Unternehmen Währungsbefugnisse beanspruchen kann, die zur Souveränität der Nationen gehören.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz und sein französischer Kollege Bruno Le Maire

Facebook will Libra im kommenden Jahr einführen. Der US-Konzern verspricht den Nutzern seiner Plattformen, das Einkaufen und Geldüberweisen im Internet werde dadurch so einfach wie das Versenden einer Textnachricht. Libra gehört bei den Kryptowährungen zu den sogenannten Stablecoins, deren Preis durch bestimmte Mechanismen vor starken Schwankungen geschützt werden soll - in diesem Fall durch Anbindung an einen Währungskorb.

Flagge der Schweiz 1 min
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Finanzmarktaufsicht äußerte sich zu Bedingungen für die Libra

MDR AKTUELL Do 12.09.2019 03:39Uhr 01:18 min

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Deutschland will staatliche Währung schützen

Die Bundesregierung will noch im September seine sogenannte Blockchain-Strategie verabschieden. Demnach will sie sich auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass Stablecoins keine Alternative zu staatlichen Währungen werden.

CDU-Finanzexperte Heilmann sagte dem "Spiegel", es habe der Wirtschaft bisher sehr gut getan, "dass wir Krisen und Inflationen durch Maßnahmen der Zentralbanken begegnet sind". Sobald ein Anbieter einer digitalen Währung den Markt dominiere, werde es für Mitbewerber schwer. Heilmann ist in der CDU/CSU-Fraktion für die Blockchain-Politik zuständig.

Pläne für "Bundes-Chain"

Jedoch kann sich die Bundesregierung eine staatliche Kryptowährung vorstellen, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf die geplante Blockchain-Strategie. Darin ist von einer staatlichen Blockchain ("Bundes-Chain") sowie einer neuen Gesellschaftsform für Unternehmen die Rede. Eine "Digitale Kapitalgesellschaft" solle Unternehmensgründungen in diesem Bereich erleichtern.

Blockchain bezeichnet eine Datenbanktechnologie, bei der die Beteiligten einer Transaktion direkt miteinander verknüpft werden. Die Daten der Buchungsvorgänge werden über das Internet in einer dezentralen Datenbank aneinandergekettet. Die Daten liegen dabei auf vielen Servern und sind deshalb kaum manipulierbar. Die Technik kann klassische Gewährsleute wie Banken oder Notare überflüssig machen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. September 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 21:23 Uhr

11 Kommentare

Silver Ager vor 20 Stunden

wir hatten unser Erspartes vor 30 Jahren mit Bundesschatzbriefen verdoppeln können, langsam wird es Zeit mal wieder paar Zinsen von "Hausbank" die unsere "Groschen" verwalten zu bekommen

Kiel_oben Gestern

vertrauen wir unser Bestes unserer Regierung die 2008 unsere Taler rettete wo weltweit Leute ihr Geld verloren; Bildungsarme übersehen ständig vom Hass geprägt unsere erfolgreiche Politik die Deutschland begehrenswert macht. wenn's nicht gefällt ...Tschüß ... vermissen wir nicht

vtw Gestern

Bevor sich wieder die Guten und die Bösen streiten, sollte jeder zur Kenntnis nehmen das die Digitalisierung (auch der Geldgeschäfte) zunehmen wird.
Ich verweise dazu auf eine Darstellung der DB v. 19.08.2019 von Heike Mai
über den Libra.


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