Ein Mann steht auf einem Lime-S Elektroroller.
Bundeskabinett lässt E-Scooter für Rad- und Gehwege zu. Bildrechte: dpa

Bundesregierung Grünes Licht für E-Scooter

Mit den E-Autos geht es nur langsam voran. Nun hat die Bundesregierung elektrische Tretroller zugelassen. Wenn der Bundesrat zustimmt, könnten die E-Scooter schon bald in Deutschland auf Geh- und Radwegen unterwegs sein. Doch Unfallforscher warnen vor einem "hochriskanten Dammbruch".

Ein Mann steht auf einem Lime-S Elektroroller.
Bundeskabinett lässt E-Scooter für Rad- und Gehwege zu. Bildrechte: dpa

Elektro-Tretroller sollen auf öffentlichen Straßen in Deutschland künftig erlaubt sein. Die Bundesregierung änderte dazu die sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung. Zustimmen muss noch der Bundesrat, dann könnte die Neuregelung noch in diesem Frühjahr wirksam werden.

Bislang sind die elektrisch angetriebenen City-Roller weitgehend verboten - denn sie fallen nicht unter die bisher geltende Verordnung, die etwa den Betrieb von Stehrollern der Firma Segway regelt.

Die Freigabe der E-Trittroller soll die Elektromobilität fördern. Verkehrsminister Andreas Scheuer erläuterte, zusammen mit dem ÖPNV seien E-Tretroller eine zusätzliche Alternative zum Auto, ideal etwa für die letzte Meile von der U-, S-Bahn oder Bushaltestelle nach Hause oder zur Arbeit. Die in den USA bereits weitverbreiteten E-Scooter hätten ein "enormes Zukunftspotenzial".

12 km/h ab 12 Jahren

Konkret ist vorgesehen, dass die Elektro-Tretroller mit einer Geschwindigkeit von weniger als zwölf Kilometer/Stunde auf Gehwegen, gemeinsamen Fuß- und Radwegen sowie in Fußgängerzonen fahren dürfen. Diese E-Scooter werden der Verordnung zufolge ab dem zwölften Lebensjahr freigegeben.

Schnellere Scooter ab 14 Jahre

Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als zwölf Kilometern pro Stunde müssen dagegen grundsätzlich auf Radwegen und Radfahrstreifen fahren. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre. Insgesamt werden von der Verordnung Fahrzeuge erfasst, die eine Lenk- oder Haltestange haben mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 20 km/h.

Kritiker warnen vor Unfallgefahr

Kritik kam vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungsindustrie. Der Unfallforscher Siegfried Brockmann erwartet durch E-Roller auf Gehwegen deutlich mehr Unfällen. Er argumentiert in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", 11,9 km/h seien mehr als das doppelte Tempo von Fußgängern. Die E-Scooter stellten eine erheblichen Gefahr und Benachteiligung für Fußgänger dar.  

Brockmann spricht von einem "hochriskanten Dammbruch". Es kämen dann ja weitere Gefährte dazu wie 'One Wheeler', 'Hoverboards' und andere Verkehrsmittel ohne Lenkstange. Er forderte den Bundesrat auf, die Pläne zu stoppen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. April 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. April 2019, 14:22 Uhr