Klimakabinett Milliardenschwere Pläne für Verkehrswende

Laut "Süddeutscher Zeitung" will die Bundesregierung mit bis zu 75 Milliarden Euro die Verkehrswende vorantreiben. Bis 2030 sollen in Deutschland sieben Millionen Elektroautos fahren und der CO2-Ausstoß soll deutlich gesenkt werden.

Angela Merkel informiert sich während des Eröffnungsrundgangs auf der IAA am Porsche Stand
Kanzlerin Merkel am Porsche-Stand auf der IAA in Frankfurt. Konzern-Chef Blume berichtet ihr von 30.000 Vorbestellungen für das Elektromodell Taycan. "Also ein Jahr Wartezeit", folgert Merkel. Blume antwortete: "Wir machen's exklusiv", doch Merkel lehnte dankend ab. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung will laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" mit einem hohen zweistelligen Milliardenbetrag die Verkehrswende voranbringen. Geplant seien Förderungen für die Anschaffung von Elektroautos, für alternative Kraftstoffe und für die Modernisierung des Schienennetzes. Die Zeitung beruft sich auf eine Vorlage des Verkehrsressorts für die entscheidende Sitzung des Klimakabinetts am 20. September.

15 Prozent E-Autos bis 2030

Dem Bericht zufolge will die Bundesregierung, dass 2030 in Deutschland sieben Millionen Elektroautos rollen. Auch jeder zweite Bus solle elektrisch fahren. Anfang 2019 waren etwa 83.200 Stromer in Deutschland zugelassen - bei einem Gesamtbestand von gut 47 Millionen Pkw sowie rund drei Millionen Lkw sowie vier Millionen Motorräder und Mopeds.

Prämie für kleine und gebrauchte E-Autos

Die Planung sieht demnach eine Kaufprämie für Elektroautos von bis zu 4.000 Euro bei einem Verkaufspreis unter 30.000 Euro vor. So soll gezielt der Markt für kleine E-Autos belebt werden. Selbst der Kauf elektrischer Gebrauchtwagen könnte laut "SZ" mit 500 Euro gefördert werden. Für E-Taxis sind bis zu 8.000 Euro Prämie geplant.

Bis 2030 solle zudem eine Ladeinfrastruktur für bis zu zehn Millionen elektrische Autos entstehen. Parallel sollten weitere Milliarden in die Entwicklung alternativer Kraftstoffe fließen.

Strukturfonds für die Bahn

Für den digitalen Ausbau der Bahn ist laut "SZ" ein milliardenschwerer Infrastrukturfonds vorgesehen. Außerdem sollen viele neue Radwege gebaut werden. Insgesamt werden die Kosten für die Umsetzung der Klimapläne bis 2030 mit bis zu 75 Milliarden Euro angegeben.

Aktuelles CO2-Niveau wie 1990

Mit dieser Offensive will das Bundesverkehrsministerium die CO2-Emissionen von aktuell 160 Millionen Tonnen pro Jahr auf 95 Millionen Tonnen senken. Im Verkehrssektor liegt der Gesamtausstoß immer noch auf dem Niveau von 1990.

Laut "SZ" gibt es an der Rechnung des Verkehrsressorts aber in der Regierung Zweifel. Skeptisch äußerte sich auch der Umweltverband Greenpeace. Die "Prämien-Orgie" verbrenne Milliarden an Steuergeldern, schaffe aber nicht mal die Hälfte der nötigen CO2-Reduktion, warnte Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup in der "SZ".

Grüne wollen Verbrennungsmotoren verbieten

Die Grünen verlangen dem Bericht zufolge, ab 2030 ein Verkaufsverbot für Verbrennungsmotoren. Dieselsubventionen sollen schrittweise verschwinden. Höhere Preise für Mobilität wollen die Grünen über ein Klimageld für "Personen, die wenig CO2 erzeugen", ausgleichen. Aber auch die Grünen setzen auf Prämien - sie wollen den Kauf von E-Autos mit bis zu 5.000 Euro fördern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 12. September 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2019, 21:04 Uhr

20 Kommentare

Kiel_oben vor 12 Wochen

Gläubige im Osten sind Mangel (DDR-Mangelwirtschaft "produzierte" Massen an Ungläubigen die wohl deshalb fremdenfeindlicher als Gläubige sind) milchmädchenrechnend wie @mirko

Kiel_oben vor 12 Wochen

@frank d 13.9.2019, 07:37:04, mangelnde Bewegung ist wie Rauchen und Fettleibigkeit, ungesund. Laufen und Fasten dagegend gesundheitsfördernd! Lassen wir Fahrzeuge einfach stehen und gehen paar Schritte ...

Kiel_oben vor 12 Wochen

OK 40000 EUR für e-VW sind viel aber in 36-Raten abzahlbar für Laternenparker. Die 30 Minuten Schnellladefunktion, echte Alternative, wenn Discounter für alle Kunden (nicht die Dauerparker) und Arbeitgeber (für ca. ab 25 betrieblich Beschäftigte) verpflichtet werden Auflade Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Nach Neukauf sollten ca. 5 Jahre die Batterien kostenneutral gemietet und getauscht werden können