Familie Bundestag erneuert Adoptionshilfegesetz

Der Bundestag hat mit den Stimmen der Koalition ein neues Adoptionshilfegesetz beschlossen. Neu geregelt wird die verpflichtende Begleitung von Adoptionsfamilien. Die Opposition sieht eine Diskriminierung lesbischer Paare.

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Bis zu einem glücklichen Miteinander haben Adoptivfamilien häufig viele Hürden zu überwinden. Bildrechte: Colourbox.de

Der Bundestag hat am Donnerstag mit den Stimmen der großen Koalition das neue Adoptionshilfegesetz verabschiedet. Damit wird ein Rechtsanspruch auf Beratung bei Adoptionen eingeführt. Zudem erhalten die leiblichen Eltern mehr Rechte, wie einen Anspruch auf Informationen aus der Adoptivfamilie. Dies gilt aber nur dann, wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind.

Auslandsadoptionen dürfen nur noch über die anerkannten Fachstellen vermittelt werden. Eine solche Adoption auf eigene Faust ist dann verboten.

Giffey: Gesetz ist wichtiger Schritt

Familienministerin Franziska Giffey sagte, die Reform sei ein wichtiger Schritt, um Familien bei der Adoption besser zu begleiten. Dem Gesetz muss der Bundesrat noch zustimmen.

Kritik kam dagegen von der Opposition. Grüne, Linke und FDP beklagten, das Gesetz führe zwar zu Verbesserungen bei Adoptionen, verschärfe aber zugleich die Benachteiligung von Regenbogenfamilien.

Grüne: "Stiefkindadoption" für lesbische Paare entwürdigend

Ulle Schauws von den Grünen sagte, Zwei-Mütter-Familien, in die ein Kind hineingeboren werde, müssten wegen der im Gesetz verankerten Beratungspflicht bei so genannten Stiefkindadoptionen nun auch noch eine Zwangsberatung über sich ergehen lassen. Dabei sei bereits die Stiefkindadoption durch eine der beiden Partnerinnen entwürdigend. Es müsse endlich die gemeinsame Elternschaft anerkannt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Mai 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Brigitte Schmidt vor 5 Wochen

Grüne: "Stiefkindadoption" für lesbische Paare entwürdigend

Ulle Schauws von den Grünen sagte, Zwei-Mütter-Familien, in die ein Kind hineingeboren werde,...

"Zwei-Mütter-Familien, in die ein Kind hineingeboren werde" - in den Fällen, in denen keine künstliche Befruchtung vorliegt, ist ja wohl dennoch direkt noch ein Mann beteiligt. Was ist mit dessen Rechten? Mit dessen Ansprüchen? Ja, ich möchte sogar sagen mit dessen Würde?

Und was ist mit den männlichen, homosexuellen Paaren?

Ich muß hier als Frau wohl doch mal eine Lanze für die Männer brechen. Soviel Lobbyismus und Einseitigkeit (seitens der Grünen) halte ich für nicht gut.