Studenten sitzen in einer Vorlesung in einem Hörsaal der Universität in Leipzig
Mehr Studenten sollen ab kommenden Semester mit höheren Summen gefördert werden. Bildrechte: dpa

Bundestag Bafög-Reform bringt mehr Geld für mehr Studierende

Der Bundestag hat die Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes verabschiedet. Ab kommendem Wintersemester werden mehr Studierende über das Bafög gefördert. Außerdem erhalten die Empfänger mehr Geld. 1,2 Milliarden Euro zusätzlich wird das allein in dieser Legislatur kosten. Die einzelnen Punkte im Überblick:

Studenten sitzen in einer Vorlesung in einem Hörsaal der Universität in Leipzig
Mehr Studenten sollen ab kommenden Semester mit höheren Summen gefördert werden. Bildrechte: dpa

Höchstfördersatz steigt

Ab dem 1. August - also pünktlich zum Wintersemester und dem neuen Schuljahr - steigt der Förderungshöchstsatz beim Bafög um mehr als 17 Prozent. Die Steigerung erfolgt in zwei Stufen von derzeit 735 Euro auf künftig 861 Euro im Monat.

Höherer Wohnungszuschlag

Auf die auch an Hochschulstandorten explodierenden Mieten reagiert die Bafög-Reform mit einem höheren Wohnungszuschlag. Der im BaföG-Höchstbetrag enthaltene Zuschlag für Studenten, die nicht mehr bei den Eltern leben, steigt von 250 auf 325 Euro.

Einkommensfreibetrag steigt

Auch der Kreis der Bafög-Empfänger vergrößert sich. Zuletzt erhielten immer weniger Studierende Bafög, weil die Einkommen ihrer Eltern über den bestehenden Freibeträgen lagen. Mit der Bafög-Reform werden diese Freibeträge in drei Staffelungen angehoben:  2019 um sieben, 2020 um drei und 2021 um sechs Prozent. Damit können auch solche Studenten gefördert werden, deren Eltern bislang zu viel für eine Förderung verdient haben.

Mehr Geld für Krankenversicherung

Seit 2015 müssen Studenten einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag an ihre gesetzliche Krankenversicherung abführen. Das Bafög soll dies künftig berücksichtigen: So steigt der Krankenversicherungszuschlag von 71 auf 84 Euro, der Pflegeversicherungszuschlag von 15 auf 25 Euro. Wer älter ist als 30 Jahre und deshalb nicht mehr die vergünstigten Beiträge in der studentischen Krankenversicherung genießt, erhält einen höheren Zuschlag. Für die Krankenversicherung beträgt er 155 Euro, für die Pflegeversicherung 34 Euro.

Neue Rückzahlungsgrenze

Erleichtert wird darüber hinaus die Rückzahlung der Fördersumme, die bei einem Studium grundsätzlich zur Hälfte als Darlehen gewährt wird. Um langfristige Verschuldungen der Bafög-Empfänger zu vermeiden, wird eine neue Rückzahlungsgrenze eingeführt: Wer 77 Monatsraten getilgt hat, ist künftig schuldenfrei. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch das Darlehen des Studenten ursprünglich war und ob er wegen geringen Einkommens weniger als die Regelrate von 130 Euro monatlich zurückgezahlt hat. Bisher gilt als schuldenfrei, wer 10.000 Euro zurückgezahlt hat.

(Quelle: AFP/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Mai 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2019, 20:53 Uhr

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11 Kommentare

17.05.2019 11:51 Peter 11

@4 Schneemann: Damit Sie auch verstehen, wer zum Beispiel durch das Bafög gefördert wird, ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis.
Ehepaar mit 6 Kindern. Die Frau hat während der Schulzeit der Kinder nicht gearbeitet. Der Mann war also Alleinverdiener. 5 der 6 Kinder haben studiert oder studieren noch. Alle bekamen oder bekommen Bafög. Ein Studium ohne Bafög wäre undenkbar gewesen.

17.05.2019 09:40 Gaihadres 10

@Nr.4: Eine Korrektur - es sind 19% also sprechen wir über jeden 5. Haushalt und nicht jeden Vierten. Der Grund für die Zunahme von Armut ist zu einem guten Teil der Zunahme von Alleinerziehenden geschuldet. Die Armutsquote wäre unter vergleichbaren gesellschaftlichen Bedingungen in früheren Zeiten ähnlich hoch gewesen. Die Gründe für Trennungen sind vielfältig, aber meist entscheidet man sich bewusst dafür. Armut heißt auch nicht, dass Kinder mit Gewalt und Drogen aufwachsen. Was Sie da beschreiben sind Extrema die auf etwa 5 bis 7 Prozent der Gesamtbevölkerung entfallen. Jedoch sind es gerade die ärmsten, die von der Erhöhung des BAföG profitieren können und aus der Armut zu entkommen. Ich sehe in Ihren Beiträgen viel Populismus und vor allem eine einseitige Betrachtung unter falscher Faktenlage.

17.05.2019 08:12 Gaihadres 9

@Nr.1: Das ist nun nicht gerade die klassische Zielgruppe der CDU und auch nicht mehr der SPD. Hier von Wahlkampf zu sprechen - zumal gar keine Bundestagswahlen anstehe - ist schon ein bisschen Weltfremd. Mit Populismus hat das auch gar nichts zu tun. Das ist normale Regierungstätigkeit. Und da ja immer behauptet wird, dass die Regierung nichts für den Bürger täte würde mich jetzt doch einmal ihre sachliche Meinung zur Erhöhung interessieren.

17.05.2019 06:49 Lilly 8

"Bafög-Reform bringt mehr Geld für mehr Studierende"
das ist etwas irreführend

ach ja, unsere Luxusstudenten, die kein Abi mehr brauchen, aber auch nicht arbeiten gehen wollen.

Und der Rentner, .....

17.05.2019 06:47 frank d 7

Ja unser Land der Irren, hat schon einmal irgendjemand nachgedacht wo all diese Studierten jahrelang extrem teuer ausgebildeten arbeiten sollen? In unserem Land scheinen die aller einfältigsten zu regieren. Die Berufsausbildung im dualen System hat unserem Land sehr viel Wohlstand gebracht. Aber kann ja alles weg. Bald haben wir mehr sozialwissenschaftler und Klimaökonomen als Elektriker das wird sicher spannend aber halt ohne Spannung, die Arbeitsergebnisse der Verbalmoralartisten sind durchweg katastrophal wenn ich jungen Menschen einen Rat gebe, dann den Spar dir die Zeit an der Uni lerne ein Handwerk richtig gut und 4 Akademiker werden dich später zur Arbeit tragen.

17.05.2019 06:46 Lilly 6

"Bafög-Reform bringt mehr Geld für mehr Studierende"
das ist etwas irreführend

"Höherer Wohnungszuschlag"
die Vermieter bekommen mehr Geld!

16.05.2019 22:25 Michael 5

Ich finde, das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich habe selbst zwei Kinder, die studieren. Seitdem muss ich selbst jeden Cent zweimal umdrehen...Wenigstens eine kleine Entlastung für die Familienkasse.

16.05.2019 21:55 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 4

@Peter

Na klar und das erzählen sie bitte all den Kindern, die aus sogenannten prekären Verhältnissen kommen, also aus jedem 4. Haushalt in unserem reichen Land, die mit Armut, Gewalt, Drogen an den Schulen aufwachsen, in dem Land in dem alle gut und gerne leben. Jede 10. Unterrichtstunde fällt aus, die Eltern haben kein Geld für Nachhilfe... aber Bafög, worauf fast alle dieser Kinder nie eine Chance haben, wird erhöht. Populismus in Reinstform.

16.05.2019 21:29 Peter 3

@1: Nö Schneemann, das ist richtige handfeste Hilfe für begabte Kinder aus Familien, welchen es ohne Bafög schwer fällt, das Studium zu finanzieren. Und das sind immerhin knapp 800.000 Studierende.

16.05.2019 21:19 Blumenfreund 2

Aber das Bafög muss zurück gezahlt werden !!
Und wie viel Studienabbrecher gibt es ??