Sorge um Nutztiere Bundestag beschließt leichteren Abschuss von Wölfen

Mehr als 100 Wolfsrudel sind mittlerweile bundesweit dokumentiert. Insbesondere Landwirte sorgen sich deshalb zunehmend um ihre Nutztiere. Nun hat der Bundestag ein Gesetz beschlossen, das Wolfsabschüsse erleichtern soll.

Im Natur- und Umweltpark in Güstrow ist am 10.02.2011 ein Rudel Wölfe unterwegs.
Das Gesetz ermöglicht auch, ein ganzes Rudel zu töten - jeder Schuss muss aber einzeln genehmigt werden. Bildrechte: dpa

Der Bundestag hat zum Schutz von Schafen und anderen Weidetieren eine leichteren Abschuss von Wölfen beschlossen. In der namentlichen Abstimmung votierten 361 Abgeordnete für den Gesetzentwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), 275 Parlamentarier lehnten die Neuregelungen ab.

Schüsse müssen einzeln genehmigt werden

Demnach soll ein Abschuss auch dann möglich sein, wenn unklar ist, welcher Wolf genau eine Schafherde angegriffen hat.

In einer Gegend sollen zudem so lange Wölfe geschossen werden können, bis es keine Attacken mehr gibt - auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird. Jeder Abschuss muss aber einzeln von den Länderbehörden genehmigt werden.

Die bisherige Anforderung für einen Abschuss wurde indes herabgesetzt. War bisher von "erheblichen Schäden" die Rede, soll künftig die Abwendung "ernster wirtschaftlicher Schäden" reichen. Damit können auch Hobbyschäfer Entschädigungen erhalten, wenn Wölfe zuschlagen. Füttern und Anlocken der Tiere soll verboten werden, damit Wölfe sich nicht an Menschen gewöhnen.

Opposition fordert weitere Schritte

Von der Opposition kam indes Kritik. Der Linke-Politiker Ralph Lenkert forderte stärkere Hilfen und Entschädigungen für Schäfer. Steffi Lemke von den Grünen verwies auf Europarecht, das einen Präventivabschuss von Wölfen verbiete. Mit dem derzeitigen Gesetz entstehe so neue Unsicherheit. Karsten Hilse von der AfD sprach von einem "zaghaften Schritt in die richtige Richtung". Karlheinz Busen von der FDP nannte die Regelungen nicht ausreichend.

Die Umweltschutzorganisation WWF dagegen begrüßte die Pläne. Auch bei der neuen Gesetzeslage sei der strenge Schutzstatus des Wolfes und anderer geschützter Tierarten zentral. Um ein langfristiges Miteinander von Menschen, Weide- und Wildtieren zu ermöglichen, betonte WWF die Bedeutung von Maßnahmen zum Herdenschutz in allen Bundesländern mit Wolfsvorkommen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Dezember 2019 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Harri vor 40 Wochen

Es ist schon erstaunlich wie extrem die Ängste bei der Bevölkerung, durch die Medien, ausgeprägt sind, obwohl mindestens 95% ihn nichteinmal seit 2002,der Einführung des Wolfes, gesehen haben. Der Jagdverband klagt über die Vorsicht des Wildes, das Jäger jetzt länger auf der Kanzel sitzen müssen und der Abschuss sich hinzieht. Jedes Jahr werden zig Millionen Wildtiere durch die Jagd deutschlandweit geschossen, Reh und Wildschwein ca. 2 Millionen u. s. w., Wolfsrisse bei Weidetieren liegen unter 2000. Gab es seit der Einführung, 2002,Angriffe oder Tote bei der Bevölkerung. Wieviel Angriffe gibt es beim liebsten Freund des Menschen, dem Hund. Welche Lobbyisten bestimmen hier eigentlich. Besserer Herdenschutz, mehr Entschädigung, Vergrämung, auch Abschuss bei kranken und aggressiven Tieren. Naturschutz in einer Industrienation ist sehr teuer, aber es macht sich bezahlt. Die Natur brauchen wir in Zukunft als starken Partner und der Wolf ist einer davon. Ängste werden schon genug geschürt.

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 40 Wochen

"Mehr als 100 Wolfsrudel sind mittlerweile bundesweit dokumentiert. Insbesondere Landwirte sorgen sich deshalb zunehmend um ihre Nutztiere."

wer sonst, die in der Stadt brauchen sich nicht sorgen,

LOL, so ein Schenkelklopfer ;-))))) LOL

frank d vor 40 Wochen

Warum können die Tierschützer in den Großstädten nicht die Wolfsrudel bei sich in den Städten ansiedeln, da wäre auch die Nahrungsversorgung einfacher.
Es gibt dort so viele Restaurants und die Tierschützer könnten auch ihre Haustiere zur Jagd zur Verfügung stellen. bei der Gelegenheit könnten in den Städtischen Parkanlagen auch Windräder errichtet werden. Eventuell kommt es dann auf den Märkten zu Konflikten der invasiven Arten aber he This is Nature