Gerold Otten
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Gerold Otten. Bildrechte: dpa

Wahl zum Bundestagsvizepräsidenten Dritter AfD-Kandidat durchgefallen

Auch der dritte AfD-Politiker ist bei der Wahl zum Bundestagsvizepräsidenten durchgefallen. 393 Abgeordnete votierten gegen den ehemaligen Kampfpiloten Gerold Otten, der sich erneut zur Wahl stellen will.

Gerold Otten
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Gerold Otten. Bildrechte: dpa

Auch der dritte AfD-Politiker, den die Partei als Bundestagsvizepräsident wählen lassen wollte, ist bei der Wahl durchgefallen. Der 63 Jahre alte Berufsoffizier Gerold Otten aus Bayern erhielt am Donnerstag in geheimer Abstimmung nicht die nötige Mehrheit. Für den früheren Kampfpiloten stimmten 210 der Abgeordneten. Gegen ihn votierten 393 Abgeordnete, 31 Parlamentarier enthielten sich.

Nach Angaben eines Fraktionssprechers wird Otten in der nächsten Sitzungswoche des Bundestages im Mai erneut für den Posten kandidieren.

Otten nimmt es "nicht persönlich"

Gerold Otten wirft während einer des Bundestages seinen Stimmzettel in eine Wahlurne.
Otten bei der Vizepräsidentenwahl im Bundestag Bildrechte: dpa

Erst in der vergangenen Woche war die Juristin Mariana Harder-Kühnel aus Hessen im dritten Wahlgang abgelehnt worden. Vor ihr hatte der Bundestag Albrecht Glaser drei Mal durchfallen lassen. Während Angehörige anderer Fraktionen Glaser vor allem Äußerungen zur Religionsfreiheit von Muslimen in Deutschland kritisch vorhielten, gab es gegen Harder-Kühnel keine konkreten persönlichen Vorwürfe.

Otten sagte nach der Abstimmung, er nehme die Ablehnung nicht persönlich, denn "das ist nicht gegen mich gerichtet, sondern gegen die Partei", so Otten wörtlich. Er appellierte an die Abgeordneten der anderen Fraktionen, "in sich zu gehen". Wer für ihn stimme, lege dadurch kein Bekenntnis zur AfD ab, "sondern ein Bekenntnis zur Geschäftsordnung des Bundestages".

Auch andere AfD-Politiker nicht gewählt

Am Donnerstag wurden auch andere AfD-Abgeordnete, die für andere Gremien nominiert worden waren, nicht gewählt. Uwe Witt aus Nordrhein-Westfalen wurde bereits zum fünften Mal als Mitglied im Kuratorium der "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" abgelehnt. Nicole Höchst verfehlte erneut die nötige Stimmenmehrheit, um Mitglied der "Bundesstiftung Magnus Hirschfeld" zu werden. Die Stiftung fördert Projekte zur Erinnerung an die Verfolgung Homosexueller durch die Nationalsozialisten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2019, 19:21 Uhr

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102 Kommentare

13.04.2019 19:11 Wessi 102

@ 94 ...was hat Art. 146 GG mit Otten zu tun? Und was Kommentare zum GG anbelangt: es gibt sonne+sonne.Für mich ist dieses Gesetz die allerbeste Verfassung die es gibt.Klar, daß die Rechtspopule zurück will.Will aber die Mehrheit, also "DAS VOLK" nicht, da mag amn noch so strampeln.ich stehe wenigstens voll umfänglich zur BRD,zu seiner Verfassung, dem Grundgesetz.Und das eint mich mit der Mehrheit, dem Volk."Richtig", wie Sie es meinten behaupten zu dürfen, ist in unserem Zusammenhang nur, daß jemand der sich vom Revisionsflügel nicht distanziert, NIEMALS, Bundestagsvize werden darf.Und da habe ich vollstes Vertrauen in die demokratischen Abgeordneten.@ 95 weshalb diffamieren Sie unser Volk als "Kartell"?

13.04.2019 18:43 Ist es schon wieder so weit? 101

@96 Auf zum letzten Gefecht: „eine bestimmte Gruppe von Personen pauschal zu verurteilen ist was?
Genau Rassismus.“

Ist es schon wieder soweit? Fühlt man sich bei der AfD schon wieder wie die Herrenrasse. Oder meinten Sie vielleicht eher Diskriminierung?

13.04.2019 18:31 Wo geht es hin? 100

@Ralf112 - Zitat von Ihnen: "Das wissen Sie doch selbst genau." Zitat Ende. Nein - weiss ich nicht. Sonst würde ich ja nicht fragen. Und falls Sie es noch nicht geschnallt haben - hier geht es um die Wahl des BT - Vize (!) und NICHT um irgendwelche Provinzreden, die SIE hier als "Argument" ins Feld führen. Also: noch mal ganz konkret: welche Reden im BUNDESTAG meinen Sie? Und nun mal Butter bei die Fische...@Wessi: Warum gehen Sie nicht auf das angebliche, bei den Altparteien vorhandene "Gewissen" ein? Keine sachlichen Argumente? @Klaus: "Qualifikation"? Wusste gar nicht, dass man für den BT - Vize so was nachweisen muss. Wie hat Claudia Roth das da überhaupt geschafft? Mit dem Laufen hinter einem Plakat, wo drauf stand: Deutschland, du mieses Stück Schei..e? Na denn...

13.04.2019 16:54 Klaus 99

@ { 13.04.2019 15:11 Auf zum letzten Gefecht! }
Natürlich geht das gegen die AfD, das hat aber mit Rassismus nichts zu tun, sondern mit der AfD.
Wir wollen keine Hetzer und auch nicht als BT-Vizepräsident.
Das sollten die AfD-Leute akzeptieren oder nicht.

13.04.2019 16:41 Ralf112 98

@96 Auf z.l.Gefecht: "eine bestimmte Gruppe von Personen pauschal zu verurteilen ist was?"

Genau da liegt Ihr Problem und das Ihrer Partei-Freunde hier im Forum. Mit der Unterstellung von Rassismus und Nazi-Methoden versuchen Sie von den Nazis und den Rassisten in Ihrer Partei abzulenken. Nehmen wir Ihre Co-Vorsitzende in der AfD-Bundestagsfraktion Weidel. Die beleidigt alle Flüchtlinge als Messerstecher. Das ist Rassismus pur! Da gibt es keine zwei Meinungen. Wenn also eine Führungskraft Ihrer Partei Rassismus im Bundestag salonfähig machen möchte und keinem Mitglied in Ihrer Partei davon kotzübel wird, dann kann sich keiner der AfD-Mitglieder von Rassismus freisprechen. Aber darauf gehen Sie natürlich nicht ein. Können Sie ja auch nicht, weil Sie damit zugeben müssten, dass Ihre Partei Rassismus fördert und unterstützt. Da können Sie mich gerne einen Rassisten nennen, ich weiß ja von wem es kommt!

13.04.2019 16:01 Auf zum letzten Gefecht! 97

@91

Tja, nun schreibst du es ja selbst das die SPD ein Demokratieproblem hat.

13.04.2019 15:11 Auf zum letzten Gefecht! 96

@93

eine bestimmte Gruppe von Personen pauschal zu verurteilen ist was?

Genau, Rassismus.

Danke für den Elfmeter.

13.04.2019 15:03 007 95

@ Wo geht es hin? 86 ... Wir sehen doch alle in diesen Foren u den Parlamenten, die Gutmenschen, die Kartellparteien stellen gegen die AfD nur haltlose Behauptungen auf. Da geht es schon lange nicht mehr um sachliche Diskussionen wie man es von gebildeten streitbaren Demokraten erwarten kann. Nein, es wird persönlich, es wird die AfD beschimpft. Mann/Frau könnte meinen da ist nur Vakuum wo etwas anders sein sollte. Es zeigt die AfD wirkt- wir Patrioten haben recht. Mein Vater sagte immer, sprich nicht lauter argumentiere weiser. Wir erkennen unsere politischen Gegenüber dadurch; niemand urteilt schärfer als der Ungebildete, er kennt weder Gründe noch Gegengründe. Oder wer schreit hat Unrecht ...

13.04.2019 15:01 karstde 94

@ Wessi 91: Lesen Sie erst einmal richtig das Grundgesetz. Damit meine ich nicht die 146 Artikel, sondern nehmen Sie sich einmal einen Kommentar zum GG vor. Haben Sie das gemacht, dann schauen Sie sich Ihr geschriebenes noch einmal an. Mehr darf ich hier nicht sagen, sonst streicht man mir wieder alles.

13.04.2019 13:37 Ralf112 93

@90 Thore: "wie hat sich denn der Hr. Otten "daneben" benommen"

Indem er als ehemaliger Offizier in eine Partei eingetreten ist, die gegen alles steht, worauf er als Soldat einen Eid geleistet hat!

"Ich denke, der Mann hat als BO mehr für dieses Land geleistet, als......naja Sie wissen schon !"

Mit dem Eintritt in die AfD hat er all seine Verdiente in ein rechtes/rechtsextremes Licht gestellt und damit der Bundeswehr und seinem Land erheblich mehr Schaden zugefügt, als er jemals Verdienste erwerben konnte!

Aber nochmals: Jeder in der AfD unterstützt oder akzeptiert durch seine Mitgliedschaft Aussagen wie 180-Grad-Erinnerungskehrtwende, alle Flüchtlinge sind Messerstecher, Lügenpresse, Schießbefehl gegen Frauen und Kinder an der Grenze, Rassismus gegen schwarze Fußballer, Vogelschiss-Verharmlosung, etc. etc. etc.

Durch all diese Punkte ist kein Vertreter der AfD wählbar.