Deutschland rüstet auf Bundeswehr stellt neues Panzerbataillon auf

Erstmals seit 1990 rüstet die Bundeswehr wieder ihre Panzertruppe auf. In Baden-Württemberg entsteht ein 500 Mann starkes neues Panzerbataillon. Das hat Verteidigungsministerin von der Leyen am Bundeswehr-Standort Munster angekündigt. Außerdem sollen zig Milliarden Euro in neue Kampftechnik und die Digitalisierung der Truppe fließen.

Verteidigungsministerin von der Leyen vor Kampfpanzern Leopard 2 und Schützenpanzerwagen Puma in Munster
Verteidigungsministerin von der Leyen vor Kampfpanzern Leopard 2 und Schützenpanzerwagen "Puma" in Munster. Bildrechte: dpa

Erstmals seit der Wiedervereinigung stellt die Bundeswehr wieder ein neues Panzerbataillon auf. Wie Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Donnerstag bei einem Besuch des Ausbildungszentrums der Bundeswehr im niedersächsischen Munster mitteilte, soll der etwa 500 Mann starke Verband aus vier Kompanien in Hardheim in Baden-Württemberg stationiert werden.

Sechstes Panzerbataillon der Bundeswehr

Der neue Verband wird das nunmehr sechste Panzerbataillon der Bundeswehr sein. Zum Vergleich: Vor 1990 besaß die Bundeswehr 70 Panzerbataillone. Seither wurde die Panzertruppe kontinuierlich abgerüstet.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht mit Panzersoldaten in Munster.
Von der Leyen im Gespräch mit Panzersoldaten in Munster. Bildrechte: dpa

Von der Leyen betonte vor diesem Hintergrund auch ausdrücklich: "Es ist das erste Mal jetzt seit der Wiedervereinigung, dass wir wieder eine wachsende Truppe haben." Die CDU-Politikerin versprach in dem Zusammenhang, dass die Bundeswehr mehrere Hundert neue oder modernisierte Kampf- und Schützenpanzer bekommen soll. Dadurch sollte die Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung erhöht werden.

Mit der Aufstellung des neuen Panzerbataillons in Hardheim ist die Schließung der dortigen Carl-Schurz-Kaserne vom Tisch. Stattdessen will die Bundeswehr 20 Millionen Euro am Standort investieren.

Vier Milliarden für Digitalisierung

Nach Angaben der Verteidigungsministerin rüstet das Heer außerdem im großen Stil für das digitale Zeitalter auf. Vier Milliarden Euro sollen hier in den kommenden Jahren investiert werden. Die Digitalisierung der Truppe sei auch wichtig mit Blick auf das deutsche Engagement in der schnellen Speerspitze der Nato ("Very High Readiness Joint Task Force") in den Jahren 2019 und 2023, betonte von der Leyen.

"Schneller und präziser als der Gegner"

Nach Angaben von Heeresinspekteur Generalleutnant Jörg Vollmer geht es dabei um die Nutzung digitaler Technologien für Operationen zu Lande. Ziel sei es, "schneller und präziser als der Gegner führen und wirken zu können". Dazu brauche man unter anderem eine komplette Vernetzung mit breitbandigen Daten- und Sprachautobahnen und eine auf Algorithmen gestützte Aus- und Bewertung.

In Munster, wo unter anderem der Führungsnachwuchs der Panzertruppe ausgebildet wird, soll dazu eine neue Einheit mit etwa 50 Soldaten und rund 60 Fahrzeugen geschaffen werden. Mit diesem Test- und Versuchsverband soll die Digitalisierung der Bundeswehr erprobt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Dezember 2018 | 19:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2018, 22:22 Uhr

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21 Kommentare

08.12.2018 18:14 Bingo 21

Uschis-Pansersoldaten.Neue Panzer braucht das Land...und das bei der Schädlichkeit der Dieselabgase...denkt den niemand an die Umwelt ??

08.12.2018 15:07 Ekkehard Kohfeld 20

@ Fragender Rentner 19
Von wem haben sie wohl diese fahrtüchtigen Dinger bekommen? :-)
Was machen die bei Dieselfahrverboten???
Die halten doch gar keine Abgasnorm ein.

08.12.2018 10:33 Fragender Rentner 19

Von wem haben sie wohl diese fahrtüchtigen Dinger bekommen? :-)

07.12.2018 23:44 Bummi 18

Wenn schon, dann hätte man die Luftwaffe aufrüsten müssen. Was sollen den Panzer. Wollen wir in Zukunft Panzer in die Kriesenherde der Welt schicken? Dafür kriegen die nie ein Mandat. Nur Geld vergeuden, danke CDU. Unsere Bedrohung heißt Klimaerwärmung. Das müssen wir aufhalten, da muss das Geld reinfließen. Von wegen wir leben in ner Demokratie, Geld regiert unsere Welt.

07.12.2018 21:34 colditzer 17

07.12.2018 17:56 Carolus Nappus

...
Ich rate mal, Baden - Württemberg ist weiter weg von der Front.
Schönen 2. Advent!

07.12.2018 21:04 karstde 16

Diese Truppe und ihre Chefin! Jeder der noch in der NVA war, kommt doch vor Lachen nicht mehr in Schlaf.

07.12.2018 20:14 part 15

Der wahre Feind des Volkes wartet nicht außerhalb der Grenzen Deutschlands, nein er sitzt in den Vorstandsetagen der Rüstungskonzerne und im Parlament, denn eine Hand wäscht die Andere.

07.12.2018 17:56 Carolus Nappus 14

Nee, Colditzer. Rate mal, warum das Battaillon nicht in Sachsen aufgestellt wird, sondern in Baden-Württemberg? na gut, Sachsen war hierfür ohnehin nicht in der engeren Auswahl. Die Entscheidung fiel zwischen Hardheim und Bad Salzungen.
Man darf raten, welcher Standtort grundsätzlich attraktiver ist.

07.12.2018 17:20 colditzer 13

Lese gerade, in Leipzig fehlen Bus-und Bahnfahrer.
Man stelle doch die jungen Panzerfahrer kurz mal zur Verfügung.
Der Feind ist ja noch nicht bis zur Oder.
Ob Panzer oder S-Bahn, wo ist der Unterschied.

07.12.2018 09:40 Wachtmeister Dimpfelmoser 12

Na ja, neue Panzer schön und gut. Aber dabei nicht den Workshop "Sexuelle Orientierung und Identität in der Bundeswehr" vernachlässigen!