Ein Hubschrauber EC 665 Tiger von Eurocopter Deutschland der Deutschen Luftwaffe
Die Bundeswehr hat 53 Maschinen vom Typ Tiger. Davon war 2018 nicht einmal jede vierte einsatzbereit. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Bundeswehr-Bericht Nur wenige Hubschrauber einsatzbereit

Um die Ausstattung der Bundeswehr zu verbessern, ist der Wehretat deutlich aufgestockt worden. Doch mehr Geld bedeutet nicht automatisch bessere Qualität. Das zeigt auch der jüngste Bericht zur Materiallage.

Ein Hubschrauber EC 665 Tiger von Eurocopter Deutschland der Deutschen Luftwaffe
Die Bundeswehr hat 53 Maschinen vom Typ Tiger. Davon war 2018 nicht einmal jede vierte einsatzbereit. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Die Ausstattung der Bundeswehr ist offenbar weiterhin mangelhaft. Die "Welt am Sonntag" schreibt, die Bundeswehr verfüge über 53 Kampfhubschrauber vom Typ Tiger. Davon seien im vergangenen Jahr im Schnitt keine zwölf einsatzbereit gewesen.

Nicht einmal jeder Vierte einsatzbereit

Die Zeitung beruft sich auf einen neuen, als geheim eingestuften Bericht zur "Materiallage der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr". Demnach waren 2018 von 71 Transporthubschraubern des Typs NH90 durchschnittlich weniger als 18 Exemplare einsatzfähig. Von 71 Maschinen des Typs CH-53 seien in Schnitt 16 einsatzfähig gewesen.

Eberhard Zorn
Eberhard Zorn ist Generalinspekteur der Bundeswehr. Bildrechte: dpa

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hatte die durchschnittliche Einsatzbereitschaft der wichtigsten Waffensysteme der Bundeswehr mit 70 Prozent angegeben. Die Truppe sei damit "trotz erheblicher Mehrbelastung" in der Lage gewesen, ihre Aufgaben zu erfüllen, schrieb Zorn an den Verteidigungsausschuss des Bundestages. Aber auch Zorn hatte Defizite etwa bei U-Booten, Transporthubschraubern und Tornado-Kampfflugzeugen eingeräumt.

Streit um Geheimhaltung

Ein Hubschrauber NH90 TTH steht auf einem Landeplatz.
Auch NH90-Hubschrauber blieben meist defekt am Boden. Bildrechte: IMAGO

Die Opposition kritisierte die Einstufung des Berichts als geheim. FDP und Grüne meinten, die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr sei offenbar so schlecht, dass es die Öffentlichkeit besser nicht erfahren solle.

Zorn wies die Kritik zurück. Der Bericht sei umfangreicher und detailreicher als in den vergangenen Jahren. Er lasse damit Rückschlüsse auf die aktuellen Fähigkeiten der Bundeswehr zu.

Die Bundeswehr stand in der Vergangenheit wiederholt wegen Ausrüstungsmängeln in der Kritik. Deshalb ist der Wehretat deutlich aufgestockt worden. Auch in der Nato steht Deutschland unter Druck. Vor allem die USA verlangen, die Bundesrepublik müsse deutlich mehr für Verteidigung ausgeben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2019, 10:04 Uhr

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18 Kommentare

19.03.2019 08:54 Sobunki 18

Das letzte Wort in meinem Kommentar muss natürlich " Anji" heißen !!!!!

19.03.2019 08:49 Shobunki 17

Wie viele Kinder-und Bildungseinrichtungen sind schlecht bis mangelhaft ausgestattet und wie schlecht steht es um unsere medizinischen Einrichtungen!!! Kinderarmut und Altersarmut und das Ganze in Deutschland, aber wenn Frau" von und zu " um Hilfe schreit, springt" unsere " Anja !!!

18.03.2019 22:57 Mane 16

Ist doch normal.jemand der keine Ahnung hat von der Materie kann doch keine Leitungsfunktion übernehmen.Aber so ist es bei allen Ministern in der Regierung.Da kann nichts werden.Wir sind doch die Dummen der Welt.

18.03.2019 12:09 peter 15

Die verantwortliche Mutter der Kompanie gehört weggesperrt!!!
Der Russe krümmt sich vor Lachen!!!

17.03.2019 20:16 Auf zum letzten Gefecht! 14

wisst ihr noch warum Herr Scharping entlassen wurde?

Ich zitiere mal aus Wikipedia:
"Im Juli 2002 wurde Scharping von Bundeskanzler Schröder entlassen. ... und der Verlust von Ansehen und Respekt in der Bundeswehr"
;-)

17.03.2019 19:05 Lisa 13

„Nicht einmal jeder Vierte einsatzbereit„
Da hat dann aber das Kriegsministerium eine gute co2 Bilanz wenn sie zur Frau Schulz zum Rapport müssen ;-)

17.03.2019 17:08 Sonja 12

@ 1 1 in der NVA waren auch kluge Soldaten nicht eiso eine von Verteidigungsm. die von nichts Ahnung hat solche hätten damals keinerleie chancen gehabt das ist der unterschie zu heute wo ich als Kassiererin ehemalig heute einen Patienten im KH.die Leber rausnehmen könnte ......... wie die gesamte Regierung total eine fehlbesatzung sind.

17.03.2019 16:39 schmachulke 11

Wenn von 71 Hubschraubern nur 16 einsatzereit sind brauchen wir halt neu, ist doch klar. Mach ich auch so, wenn mein Auto einen Platten hat. Vielleihcht sollten mal Köpfe rollen beim Bund. Sind denn dort nur Flachzangen am Werk? Da war die NVA trotz eines Bruchteils der Verteidigungsausgaben offenbar besser aufgestellt. Vielleicht sollte sich die Bundeswehr mal auf das konzentrieren, was ihre eigentlich Aufgabe ist: Die Landesverteidigung. Dafür reichen 45 Mrd. Euro im Jahr allemal.

17.03.2019 16:05 jochen 10

v.d. Leyen - Eine wandelnde Katastrophe von Merkels Gnaden. Wer kann diese fehlgeleitete Person denn immer noch in Schutz nehmen ?
Realitätsverweigerer tun das.

17.03.2019 14:10 Wachtmeister Dimpfelmoser 9

Soldaten sind vorbeimarschiert,
die ganze Kompanie.
Und wenn wir groß sind, wollen wir
Soldat sein, so wie sie.
Gute Freunde, gute Freunde,
gute Freunde in der Bundeswehr.
Sie schützen unsre Heimat,
zu Land, zur Luft und auf dem Meer.

Und bald ... - gar nicht mehr.