Bundeswehr Verteidigungsministerium: Drohnen-Bewaffnung "dringend geboten"

Das Bundesverteidigungsministerium hat sich dafür ausgesprochen, Drohnen in Zukunft zu bewaffnen. Die Luftwaffe der Bundeswehr fordert das seit vielen Jahren zum Schutz der Soldaten. Kritiker fürchten, dass die Hemmschwelle zum Waffeneinsatz sinken würde.

US Kampfdrohne MQ-1 Predator fliegt über einer Wüstengegend.
Der Einsatz bewaffneter Drohnen durch die USA ist völkerrechtlich umstritten, aber weit verbreitet. Bildrechte: dpa

Das Bundesverteidigungsministerium empfiehlt die Anschaffung von bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr. In einem am Montag veröffentlichten Bericht an den Bundestag heißt es, bewaffnete Drohnen erhöhten die Reaktionsfähigkeit der Armee. Sie könnten außerdem zum Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Einrichtungen beitragen. Deswegen sprächen sich das Ministerium und die Bundeswehr für die Anschaffung aus.

Neue Bundeswehr-Drohnen können Waffen tragen

Bisher setzt die Bundeswehr in Afghanistan und Mali jeweils drei Aufklärungsdrohnen ein. 2021 ist der Wechsel auf ein neueres Modell geplant, das auch Waffen tragen kann. Die Luftwaffe der Bundeswehr fordert seit vielen Jahren Kampfdrohnen. In Afghanistan hätten sie als Schutzschirm für deutsche Patrouillen dienen und Leben retten können, heißt es dort.

Die Nutzung der Drohnen darf laut Bundeswehr aber nur nach strengen Regeln erfolgen. Voraussetzung dafür sei auch eine Zustimmung des Bundestages. Bislang setzt die Bundeswehr lediglich unbewaffnete Drohnen zur Aufklärung ein.

Kritiker bewaffneter Drohnen meinen, dass die ferngesteuerten Flugzeuge die Hemmschwelle zum Waffeneinsatz senken, weil keine eigenen Soldaten gefährdet werden. Die gezielten Tötungen von Terrorverdächtigen durch US-Drohnen in Pakistan, Afghanistan, Somalia oder im Jemen sind völkerrechtlich höchst umstritten. In Deutschland sollen sie verboten werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juli 2020 | 18:00 Uhr

19 Kommentare

THOMAS H vor 4 Wochen

ralf meier: "Das muß ich doch nicht weiter erklären oder?"
M. E. DOCH !!!, da ich nichts Naives daran finde, mich öffentlich für Frieden ("Pazifismus -abgeleitet vom lateinischen Substantiv pax für Frieden und demVerbum facere für tun, machen, herstellen" Quelle Wikipedia) auf der ganzen Welt auszusprechen, wobei ich mich schon zu DDR-Zeiten (40 Jahre keine Beteiligung an Kriegseinsätzen) dagegen gewährt habe eine Waffe in die Hand nehmen zu müssen und es, trotz Tauglichkeit (mein Wehrdienstausweis liegt, ungebraucht, heute noch in einer Kassette), geschafft habe nicht "gezogen" zu werden.
Meine Begründung am Tag der Musterung: Die NVA braucht mich nicht und ich nicht die NVA.

Baldur von Ascanien vor 4 Wochen

Lieber MDR, wer bestimmt im Zweifelsfall, was strenge Regeln sind? Wenn es die Selben sind, die unseren Weg bisher bestimmt haben, ahne ich Schlimmes.....

Erichs Rache vor 4 Wochen

"Aus dem Bericht der Vereinten Nationen vom 18. September 2013, geht hervor, dass allein in Pakistan seit 2004 mindestens 2200 Menschen durch Drohnen getötet wurden – darunter mindestens 400 Zivilisten. Dieselbe Quelle berichtet von mehr als 52 getöteten Zivilisten seit 2009 im Jemen. Weitere Länder, in denen unbemannte Flugkörper eingesetzt werden, sind Afghanistan, Libyen, Irak, Somalia und Gaza. "


Allein Drohenangriffe in Pakistan bis 2011
"Etwa 385 bis 775 Unbeteiligte, darunter 164 Kinder, kamen demnach bei den Angriffen ums Leben"

Vgl. Wikipedia, "Gezielte Tötung"

Sie können gern die aktuelle Zahlen bis heute recherchieren. Es dürften mittlerweile Tausende sein.