Medienbericht Rechtsextremismus-Verdacht bei Bundeswehr-Elite-Einheit

Bei der Bundeswehr-Elite-Einheit KSK gibt es mehrere Verdachtsfälle von Rechtsextremismus. Gegen einen Unteroffizier und zwei Stabsoffiziere wird einem Medienbericht zufolge ermittelt.

Bei der Bundeswehr-Elite-Einheit Kommando Spezialkräfte (KSK) stehen offenbar mehrere Mitglieder unter Rechtsextremismus-Verdacht. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, hat der Militärische Abschirmdienst nachrichtendienstliche Ermittlungen gegen einen Unteroffizier eingeleitet. Die laufen laut der Zeitung seit einigen Monaten.

Das Bundesverteidigungsministerium habe dienstrechtliche Maßnahmen angekündigt. Der Unteroffizier müsse schnellstmöglich aus dem KSK entfernt werden, die Ausübung des Dienstes müsse ihm verboten werden, so ein Ministeriumssprecher. Laut dem Bericht soll das spätestens kommende Woche geschehen.

Ebenfalls zwei Stabsoffiziere unter Verdacht

Zudem seien zwei Stabsoffiziere im Visier des Abschirmdienstes. Sie sollen auf einer privaten Feier den Hitlergruß gezeigt haben. Einer der beiden Offiziere sei bereits suspendiert worden. Der andere gelte als "Verdachtsfall".

Nicht der erste Rechtsextremismus-Fall in der Bundeswehr

Es sind nicht die ersten Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen Soldaten der Bundeswehr. Ein KSK-Soldat soll mehrfach den Hitlergruß gezeigt haben. Zudem hatte der Fall des Offiziers Franco A. im April 2017 umfangreiche Ermittlungen ausgelöst, wegen des Verdachts, er könne Teil einer größeren rechtsextremistischen Gruppe sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Dezember 2019 | 11:00 Uhr

47 Kommentare

goffman vor 47 Wochen

Es ist natürlich kein Problem, wenn die Menschen, die unsere Verfassung schützen sollen nur privat verfassungsfeindlich sind. 🤔

So ein Quatsch. Natürlich haben auch nicht strafbare Handlungen Konsequenzen und auch privates Fehlverhalten kann ein Kündigungsgrund sein - dafür muss es nicht strafbar sein.

Lisa vor 47 Wochen

„ Sie sollen auf einer privaten Feier den Hitlergruß gezeigt haben.“

Hmmmm, ist denn nicht das öffentliche verwenden und verbreiten von Nazi Symbolen verboten? 🤔

Privat, in den eigenen vier Wänden, wenn man nicht gerade den Nachbarn so begrüßt, ist das vielleicht moralisch verwerflich, aber auch strafbar? 🤔

Könnte der MDR das mal aufklären?

🤔🤔🤔🤔🤔

goffman vor 47 Wochen

Die konkreten Fallzahlen sind mir durchaus bekannt. Ich halte es aber für wichtig, wenn man sie schon nennt, dann auch alle zu nennen, damit das Bild nicht verzerrt wird.

Verdachtsfälle für 2018:
270 Rechtsextremismus
50 Islamismus
35 Ausländerextremismus
20 Reichsbürger/Selbstverwalter
2 Linksextremismus

Im vergangenen Jahrzehnt bestätigten sich etwa 200 Fälle von Rechtsextremismus, 35 Fälle von islamistischem Extremismus und 15 Fälle von Linksextremismus. Quelle: Zeit

Mit der "Zeit" als Quelle möchte ich zudem darauf hinweisen, dass es zu allen Fällen von Extremismus "Empörung" in der Presse gab.