Junge bei Pro-Europa-Demo in Leipzig
Unter dem Motto "Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus" warben die Demonstranten dafür, pro-europäischen Parteien die Stimme zu geben. Bildrechte: MDR/David Kopp

Vor Europawahl Demos für Europa und gegen Nationalismus

In mehreren deutschen Städten und anderen EU-Staaten haben Zehntausende Menschen für die europäische Einheit und gegen Nationalismus demonstriert. Unter anderem in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Leipzig, München und Stuttgart folgten zahlreiche Menschen dem Demo-Aufruf. Redner riefen dazu auf, zur Europawahl zu gehen und stellten zugleich Forderungen ans Parlament in Straßburg.

Junge bei Pro-Europa-Demo in Leipzig
Unter dem Motto "Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus" warben die Demonstranten dafür, pro-europäischen Parteien die Stimme zu geben. Bildrechte: MDR/David Kopp

In zahlreichen Städten haben am Sonntag Menschen für die europäische Einheit und gegen Nationalismus und Rechtsextremismus demonstriert. Zu den Veranstaltungen hatte ein europaweites Bündnis aus mehreren Initiativen aufgerufen.

Unter dem Motto "Ein Europa für Alle" sollten Wähler dazu ermutigt werden, für EU-freundliche Parteien zu stimmen.

Rund 150.000 Demonstranten bundesweit

Neben Organisationen und Initiativen wie Greenpeace, Campact, Attac, ProAsyl oder Die Naturfreunde zeigten sich auch einige Parteien solidarisch. SPD-Chefin Andrea Nahles sagte in Köln, sie hoffe, dass es jetzt einen "pro-europäischen Push" gebe in Europa. In der nordrhein-westfälischen Stadt folgten nach unterschiedlichen Angaben 20.000 bis 45.000 Menschen dem Demo-Aufruf.

Wir kritisieren Europa, aber nicht dafür, dass es existiert. Sondern weil es noch nicht sozial und solidarisch genug ist.

Klaus Lederer Kultursenator von Berlin

Bundesweit demonstrierten laut einem Sprecher des Kölner Bündnisses rund 150.000 Menschen für Europa. In Berlin blieben die Teilnehmerzahlen allerdings hinter den Erwartungen zurück: Statt 50.000 Demonstranten waren es nach Angaben der Veranstalter rund 20.000, die Polizei meldete die Hälfte.

Warnung vor dem "Feuer völkischer Ideologien"

Auf der Abschlusskundgebung vor der Siegessäule sagte der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge, es gebe viel zu ändern in Europa.

Künstler und Aktive der Kulturlandschaft demonstrieren mit bunten Luftballons, Europafahnen und Glitzerfolien vor der Volksbühne
Künstler und Aktive der Kulturlandschaft demonstrieren mit bunten Luftballons, Europafahnen und Glitzerfolien vor der Volksbühne. Bildrechte: dpa

Dies müsse aber weiter im Geist der Partnerschaft, der Völkerverständigung und der Versöhnung erfolgen. Zugleich warnte er, Populisten spielten "mit dem Feuer völkischer Ideologien und nationalem Egoismus", um das Friedensprojekt Europa von innen heraus zu schwächen.

Neben anderen Rednern rief auch Christoph Bautz von Campact dazu auf, wählen zu gehen. Vom neuen EU-Parlament forderte er indes, ein sozialeres Europa mit europäischem Mindestlohn und Grundeinkommen zu gestalten. Auch den Kampf gegen die Klimakrise hob er als zentrale Herausforderung hervor.

Demos als Antwort auf Treffen von Rechtspopulisten

Pro-Europa-Demo "Ein Europa für Alle" in Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz, 19. Mai 2019
Für Leipzig meldeten die Veranstalter bis zu 10.000 Demonstranten. Bildrechte: MDR/S. Beckert

In Leipzig kamen laut Organisatoren bis zu 10.000 Demonstranten zusammen, in Hamburg sollen es etwas mehr gewesen sein.

Auch in zwölf anderen EU-Staaten gingen Menschen für ein geeintes Europa auf die Straße, darunter in Polen, Bulgarien, Schweden, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und Spanien.

Die Demonstrationen sind laut Organisatoren auch als Antwort auf das Treffen von nationalistischen und rechtspopulistischen Parteien am Samstag in Mailand gedacht. In ihren Aufrufen warnten die Bündnisse vor rechtsextremen Bewegungen. Diese bedrohten Freiheits- und Menschenrechte und seien eine Gefahr für ein demokratisches und friedliches Europa, hieß es.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN Das Sachsenradio | 19. Mai 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2019, 20:13 Uhr