Annegret Kramp-Karrenbauer steht mit Paul Ziemiak beim CDU-Bundesparteitag auf der Bühne.
Hand in Hand für die Zukunft der CDU: CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Wunschkandidat für den Posten des Generalsekretärs, Paul Ziemiak. Bildrechte: dpa

Bundesparteitag in Hamburg Ziemiak zum neuen CDU-Generalsekretär gewählt

Indem sie den Chef der Jungen Union, Paul Ziemiak, als Generalsekretär vorschlug, wollte Neu-Parteichefin Kramp-Karrenbauer die CDU einen. Sein Wahlergebnis von 62,8 Prozent lässt aber zu wünschen übrig.

Annegret Kramp-Karrenbauer steht mit Paul Ziemiak beim CDU-Bundesparteitag auf der Bühne.
Hand in Hand für die Zukunft der CDU: CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Wunschkandidat für den Posten des Generalsekretärs, Paul Ziemiak. Bildrechte: dpa

Der bisherige Vorsitzende der CDU-Nachwuchsorganisation Junge Union, Paul Ziemiak, ist zum neuen Generalsekretär der CDU gewählt worden.

Ziemiak erhielt auf dem Bundesparteitag in Hamburg 62,8 Prozent der Delegiertenstimmen und steht damit als Nachfolger der neuen Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer fest.

Zuvor hatte Kramp-Karrenbauer Ziemiak den rund 1.000 Delegierten als ihren Wunschkandidaten vorgestellt. Die geringe Zustimmung von unter 70 Prozent gilt daher als deutlicher Dämpfer für die neue Parteichefin. Ziemiak sagte nach seiner Wahl: "Ich danke Euch für dieses ehrliche Ergebnis."

Konsequente Abschiebung gefordert

In seiner Bewerbungsrede hatte der 33-Jährige ein klares Bekenntnis zu klassisch konservativen Werten abgelegt. Er forderte eine Erneuerung der Partei mit einem klaren Kurs und einer klaren Sprache. "Wir müssen die Partei des Rechtsstaats sein". Zur AfD abgewanderte Wähler wolle er zurückholen, "auch mit einem klaren Bekenntnis zu diesem Land".

Ziemiak sprach sich für eine konsequente Abschiebung terroristischer Gefährder aus, verwechselte in seinen Ausführungen allerdings den Fall des nach Tunesien abgeschobenen mutmaßlichen Ex-Leibwächters von Osama bin Laden, Sami A., mit dem Attentäter vom Berliner Breitscheidtplatz, Anis Amri.

Zur sozialen Debatte sagte er, es dürfe nicht immer nur um Superreiche und Hartz IV gehen. "Ganz normale Familien, diejenigen, die fleißig sind in diesem Land", müssten im Fokus stehen, sagte er.

Vorschlag könnte Partei einen

Der 33-jährige Ziemiak ist ein Vertrauter von Gesundheitsminister Jens Spahn, der im Rennen um den Vorsitz unterlegen war. Die Personalie Ziemiak gilt als Versuch Kramp-Karrenbauers, eine tiefere Spaltung der Partei zu verhindern, da damit sowohl die Jungen in der Partei als auch konservative Kritiker der Politik der bisherigen Vorsitzenden Angela Merkel angsprochn werden sollen.

Am Freitag war die frühere saarländische Ministerpräsidentin in einer Kampfabstimmung gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz zur Nachfolgerin von Kanzlerin Angela Merkel zur CDU-Vorsitzenden gewählt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Dezember 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2018, 15:13 Uhr

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48 Kommentare

10.12.2018 13:12 ralf meier 48

@Altmeister 50 Nr 12 und Marlis Nr 20 Teil 2:

Hier nun meine gestern nicht freigeschaltete Einschätzung zusammen mit weiteren Verweisen aus der Qualitätspresse.

-> Mir scheint, der Posten des Generalsekretärs ist sein 'verdienter' Lohn für diesen Seitenwechsel zu AKK. Als glaubwürdiger Vertreter konservativer Positionen wird er sich allerdings nun kaum noch darstellen können.

Siehe auch : Focus 09.12.2018 Artikel : 'Erster Griff ins Klo": CDU-Mann kritisiert Ziemiak-Wahl scharf'.

Focus 10.12.2018 CDU-Parteitag im Ticker-Protokoll 'Der Werteunion-Chef forderte von der neuen CDU-Chefin ein starkes Angebot zur Zusammenarbeit. „Paul Ziemiak ist das nicht“,

Ich denke, das reicht um meine Meinung nicht nur als legitim, sondern auch als beründet zu betrachten.

[Lieber Herr Meier, gerne nochmal: Sie baten uns, Ihren Kommentar nicht zu veröffentlichen und wollten eine korrigierte Version verfassen. Diese hat uns nie erreicht. Grüße aus der MDR.de Redaktion]

10.12.2018 12:49 ralf meier 47

@Altmeister 50 Nr 12 und Marlis Nr 20 Teil 1: Hallo, ich schicke Ihnen hier unverändert den ersten Teil eines im Sprachgebrauch der Moderation gestern 'nicht freigeschalteten' Kommentars, da ich davon ausgehe, das eine erneute 'Nichtfreischaltung' dieses Teils nur als Zensur betrachtet werden könnte und der MDR bekanntlich nicht zensiert. Also:
Mittlerweile wird ihre Einschätzung zu Herrn Ziemiak von 'offizieller' Seite aus bestätigt. Im aktuellen n-tv Arikel : 'Konservative in der CDU"Wir erwarten jetzt die Asylwende" antwortet der Chef der CDU/CSU Werteunion Alexander Mitsch auf doe
Frage: Waren es enttäuschte Merz-Anhänger, die ihm die Zustimmung verweigert haben, weil sie ihm übel nehmen, dass er das Lager gewechselt hat?
Gut möglich.

im zweite Teil wiederhole ich dann meine ganz pers. Einschätzung.

[Lieber Herr Meier, bitte behaupten Sie Nichts, was so nicht stimmt. Sie baten uns, Ihren Kommentar nicht zu veröffentlichen und wollten eine korrigierte Version verfassen. Diese hat uns nie erreicht. Grüße aus der MDR.de Redaktion]

10.12.2018 10:42 Volkmar 46

Die können die Leute wechseln, sich in alle Richtungen verbiegen, Treppen hoch und runter laufen oder rennen, Solange das Übel Merkel bleibt wird sich nichts ändern!

10.12.2018 10:02 Roberto 45

@ 44 Annerose Will:

Sind Sie nicht ein Fan von Bundeskanzler Kurz? Dann lesen Sie mal bei ihm nach...

10.12.2018 07:45 annerose will 44

" Ein Jura-Studium hat er abgebrochen. " Nun ja unsere Politiker und ihre Bildungshintergründe... Wo soll da Kompetenz herkommen ?

10.12.2018 04:31 INFO 43

Generalsekretär = Leiter der Verwaltung, der Organisation und der Dienstvorgesetzte der hauptamtlichen Mitarbeiter.
Während der oft ehrenamtliche Vorstand der Organisation wichtige Grundsatzentscheidungen trifft, ist der Generalsekretär zuständig für das Tagesgeschäft.
Gebräuchlich ist die Bezeichnung Generalsekretär in Deutschland beispielsweise bei Parteien und Sportverbänden.
ergo: Hauptgeschäftsführer (bei Kammern) oder auch Generaldirektor (bei Stiftungen).

09.12.2018 19:19 pkeszler 42

@konstanze 40: "Herr Ziemiak hatten Sie eine vorherige Absprache mit Frau Kramp-Karrenbauer:....
Ja oder Nein !"
Was wollen Sie mit dieser Frage? Die CDU ist ohnehin gespalten, in Konservativ und Liberal, in Arm und Reich usw. Da spielt es doch gar keine Rolle, wer den einen Flügel vertritt und wer den Anderen. Schon die beiden Wahlergebnisse machen dies mehr als deutlich.

09.12.2018 16:07 CDU Wählerin 41

Kurt Biedenkopf Heiner Geißler Hermann Gröhe Bruno Heck Peter Hintze Volker Kauder Annegret Kramp-Karrenbauer Konrad Kraske Angela Merkel Laurenz Meyer Ronald Pofalla Ruprecht Polenz Volker Rühe Peter Tauber und nun Paul Ziemiak ^^

09.12.2018 13:11 konstanze 40

Herr Ziemiak hatten Sie eine vorherige Absprache mit Frau Kramp-Karrenbauer: Sie werden Generalsekretär, wenn Ihre Leute für Kramp-Karrenbauer stimmen ?
Und bitte kein Politsprech, sondern Ja oder Nein !

09.12.2018 10:53 Volksmund 39

Die Berichterstattung ist mal wieder mehr als manipulativ. Das zeigt dieser Bericht, der mit den Prozentzahlen trickst! Offiziell lag Ziemiaks Zustimmung bei 62,8 %. Dieses Ergebnis legt aber nur 834 abgegebene Stimmen zugrunde. Von diesen hat er 503 Ja-Stimmen bekommen. Setzen wir diese Stimmen mit den anwesenden 1001 Deligierten ins Verhältnis, sind weitere Kommentare überflüssig! Und dieses Top Ergebnis hat er auch noch ohne Gegenkandidat erziehlt!