Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn
Sie sind die drei aussichtsreichsten Kandidaten im Kampf um den CDU-Parteivorsitz: Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz (von rechts) Bildrechte: dpa

Parteivorsitz CDU-Regionalkonferenz im thüringischen Seebach

Auf acht Regionalkonferenzen wollen sich die drei aussichtsreichsten Kandidaten um den CDU-Vorsitz der Parteibasis stellen. Am Mittwoch kommen sie nach Thüringen, eine von zwei Vorstellungsrunden in Mitteldeutschland. Erste Differenzen in den Standpunkten der Kandidaten traten bereits im Vorfeld zutage.

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn
Sie sind die drei aussichtsreichsten Kandidaten im Kampf um den CDU-Parteivorsitz: Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz (von rechts) Bildrechte: dpa

Die drei aussichtsreichsten Kandidaten für den CDU-Vorsitz stellen sich am Mittwoch bei der Regionalkonferenz im thüringischen Seebach zum ersten Mal der ostdeutschen Parteibasis. Die CDU kündigte im Vorfeld an, dass etwa 600 Teilnehmer zu dem Diskussionsforum kommen werden.

Die größten Chancen auf den Parteivorsitz haben die Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Insgesamt haben bislang zwölf CDU-Mitglieder ihre Kandidatur für den Parteitag Anfang Dezember in Hamburg angemeldet.

Mohring: Basis will die Debatte

Das Treffen in Seebach ist die dritte von insgesamt acht Regionalkonferenzen und für die CDU-Mitglieder in Thüringen und Hessen gedacht. Die Anwärter stellen sich zunächst vor, dann beantworten sie Fragen aus dem Publikum.

Thüringens CDU-Landesvorsitzender Mike Mohring bezeichnete die bundesweiten Vorstellungsrunden als "Riesen-Möglichkeit". Er erwarte einen spannenden Diskurs darüber, welche Inhalte die jeweiligen Kandidaten an den CDU-Vorsitz knüpfen. Die Parteibasis wolle die Debatte, sagte Mohring.

Verschiedene Ansichten zum UN-Migrationspakt

Am Dienstag hatte die zweite Regionalkonferenz in Idar-Oberstein erste unterschiedliche Positionen der drei Kandidaten aufgezeigt. Deutlich wurde das bei der Diskussion um den UN-Migrationspakt, der im Dezember in Marokko unterzeichnet werden soll. Er soll illegale Einwanderung verhindern sowie legale Einwanderung besser steuern.

"Ich sage ganz klar: Ich stehe hinter diesem UN-Migrationspakt", sagte Kramp-Karrenbauer. Sie werde auf dem CDU-Parteitag dafür werben, weil der Pakt die afrikanischen Staaten mehr in die Pflicht nehme, das Migrationsproblem zu lösen.

Die anderen beiden Kandidaten nahmen weniger klare Positionen ein. Merz wies darauf hin, dass der Pakt nicht bindend für Deutschland sei. Er hätte sich eine frühere Debatte um das Thema gewünscht. Der CDU-Parteitag Anfang Dezember käme dafür zu spät. Dem widersprach Spahn und forderte erneut, dass der Parteitag den Pakt diskutieren müsse.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. November 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2018, 05:00 Uhr

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20 Kommentare

22.11.2018 18:58 Dorfbewohner 20

“Jakob 15

...Diskutiert mit dem Merz doch mal über Reichensteuer…Wie naiv kann man sein. (Und nein: Reichtum ist keine Schande. Er lässt sich aber auch nicht damit rechtfertigen, dass man "hart gearbeitet hat". Denn das haben viele Arme hierzulande auch - und das ist UNGERECHT).”

...schon wieder wird gemutmaßt, unterstellt...jetzt ist es beim Merz die Reichensteuer!

Werter Jacob, Kohl hatte noch eine im Vergleich hohe Reichensteuer, da war Ruhe, mindest 40% CDU-Wähler, Kohl wurde bejubelt...in Funk, Fernsehen und Presse...danach Rot/Grün und Merkel mit Reichensteuer ab in den Keller!

Sag mal, wurde jahrzehntelang Winterschlaf gehalten und erst jetzt beim Merz erinnert man sich und unterstellt schon mal sicherheitshalber?

…und nun merkt man auch plötzlich, dass Reichtum ungerecht ist!

Lachhaft, lebte Honecker und Mielke noch, ich würde sie in meinem Wohnzimmer lachen hören.

22.11.2018 16:24 Jakob 19

@18 - Werter Herr (?) Merseburger,
die Zukunft ist ungewiss, ganz recht. Aber was hatten wir gestern? Merz tritt in Seebach auf und schon spaltet er. Sein Asylvorstoß könnte in der CDU wie eine Handgranate wirken. Das braucht niemand. AKK macht als Vermittlerin genau das Gegenteil. Und dann sind da ja auch noch die Cum-Ex-Geschäfte (oder war es Ex-Cum, Cum-cum?) bei der Firma, deren Aufsichtsrat der Herr Merz war. Gat nicht nach meinem Geschmack, den Staat absichtlich um Milliarden zu prellen - das kann eine böse Hypothek sein für den Herrn Merz und wer weiß, ob und wie sehr er da mit drinsteckt und ob da noch was rauskommt oder nicht. Würde die Union schwächen. Und dann ist da noch sein Versagen, sein Verschwinden unter Merkel. Soll so jemand unser Land im In- und Ausland vertreten, der es nicht geschafft hat, sich gegen Frau Merkel durchzusetzen, wenigstens mit ihr zusammenzuarbeiten (jetzt tönt er ja plötzlich, das sei nun gar kein Problem für ihn, die Kooperation mit Merkel ...).

22.11.2018 14:47 W. Merseburger 18

An @ 15, Jakob,
ihr Kommentar zu meiner Meinung trifft genau ins Schwarze meiner Argumentation. Man möchte Merz nicht als CDU Vorsitzenden und genau dieses Ziel transportieren die Medien. Auch sie wissen heute schon, welche Politik Merz machen wird, wen er bevorzugt und was ihn nicht interessiert. Und es ist nicht naiv, den Medien ihren Beitrag zur politisch gezielten Beinflussung der Menschen im Sinne von Interessenverbänden vorzuhalten.

22.11.2018 11:49 HOPF L. 17

@13 ewa,21.11.2018,22:08 Uhr.Zu der Person von Friedrich Merz,möchte ich Sie darauf hinweisen,daß
Er von 1985 - 1986,Amtsrichter in Saarbrücken war.
Er ist aber,mit dem Einser Jurist Peter Müller,jetzt Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe
nicht vergleichbar.Herr Peter Müller,ist wegen Dr.
Heiner Geißler,der während Seiner beruflichen
Tätigkeit auch einmal Amtsrichter war,und dessen
Einstellung zur sozialen Gerechtigkeit,in die CDU
eingetreten.

22.11.2018 11:17 HOPF L. 16

@7 Peter,21.11.2018,18:15 Uhr.Ich möchte Sie darauf hinweisen,daß die AfD,noch überhaupt kein Rentenkonzept hat.Dies wurde von Herrn Alex.
Gauland selbst zugegeben.Auf eine Antwort zur gesetzlichen Rentenversicherung von Professor Meuthen,nach dem Schweizer Modell warte ich
heute noch.Was die AfD zu diesem Thema abgibt,
ist nur heiße Luft.Norbert Blüm und das SPD Ur-
gestein Rudolf Dressler wissen,daß diese AfD,
keine Politik für die Bevölkerung,auf dem Gebiet
der gesetzlichen Sozialversicherung machen.Es
kommt nicht von Ungefähr,daß sich Norbert Blüm,
am 20.11.2018,in der Sendung von Markus Lanz,
gegen Friedrich Merz,als CDU Vorsitzender ausge-
sprochen hatte.

22.11.2018 09:33 Jakob 15

@11 - Werter Herr Merseburger, ICH vertrete hier die Meinung, nicht "die Medien", dass man schon verrückt sein muss zu hoffen, dass eine eben aus der Versenkung wiedererstandene Heuschrecke nun unser aller Heiland und Lichtgestalt sein könnte und die Probleme des einfachen Bürgers lösen wird. Diskutiert mit dem Merz doch mal über Reichensteuer. Und über Lobbyismus. Was glauben Sie, welchen Anteil seines Reichtums der Herr Merz der Finanzindustrie zu verdanken hat und in wessen Sinne er sich politisch und gesetzgeberisch künftig einsetzen wird? Wie naiv kann man sein. (Und nein: Reichtum ist keine Schande. Er lässt sich aber auch nicht damit rechtfertigen, dass man "hart gearbeitet hat". Denn das haben viele Arme hierzulande auch - und das ist UNGERECHT).

21.11.2018 22:39 Wessi 14

@ 2 Ist Gauland deshalb ausgetreten? Wäre zu vermuten. @ 6 Richtig...ausnahmsweise.AfD ist aber genau so neoliberal.

21.11.2018 22:08 ewa 13

Der Herr M ist weder ein Studienabbrecher noch Weggelobter aus der Wirtschaft. Er hat einen Berufsabschluss und sein Geld in den letzten Jahren unabhängig vom Steuerzahler verdient.
Das kann man von jenen, die jetzt nach dem ach so kleinsten dunklen Fleck in seinem Werdegang suchen nicht sagen.

21.11.2018 21:32 Juri 12

Das passt die drei im Saal vom
Seebacher Carneval Club Helau

21.11.2018 21:04 W. Merseburger 11

An @ 3
Ich wollte hier an dieser Stelle mich nicht äußern. Aber eines kann man nicht stehen lassen. F. Merz (Merz mit e) hat aufgrund seiner Tätigkeit offensichtlich ein sehr gutes Einkommen. Das ist, im Gegensatz zur Meinung von vielen Schreiberlingen von der "dummen" Presse kein Makel. Aber bei der Meinungsmache der Medien geschieht hier wieder, analog des Wahlkampfes gegen Martin Schulz, einem wie Merz anzuhängen, wer so viel verdient, kann doch nicht die Probleme des Normalbürgers lösen. Es gilt auch hier: Die Medien sind keine Partei und haben deshalb tunlichst ein Diffamieren eines Kandidaten zu unterlassen!