Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende, spricht beim Bundesdelegiertentag der Frauenunion.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende, spricht beim Bundesdelegiertentag der Frauenunion. Bildrechte: dpa

Bundesdelegiertentag Kramp-Karrenbauer für mehr Frauenbeteiligung und Kindergeld ohne Antrag

In Leipzig hat sich am Wochenende die CDU-Frauen-Union zu einer Tagung getroffen. Dabei unterstrich CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer den Anspruch von Frauen auf gute Positionen in Politik und Wirtschaft. Außerdem schlug sie vor, Kinder- und Elterngeld automatisch auszuzahlen - ohne Antrag.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende, spricht beim Bundesdelegiertentag der Frauenunion.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende, spricht beim Bundesdelegiertentag der Frauenunion. Bildrechte: dpa

In Leipzig hat am Wochenende der Bundesdelegiertentag der Frauen-Union stattgefunden. In der Eröffnungsrede unterstrich Bundesverteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer den Führungsanspruch von Frauen: "Frauen sind die Hälfte der Gesellschaft, wir fordern, was uns zusteht".

Antragsloses Kinder- und Elterngeld

Außerdem forderte Kramp-Karrenbauer, dass Kinder- und Elterngeld automatisch ausgezahlt wird, ohne dass Eltern Anträge stellen müssen. "Wenn das in Österreich funktioniert, warum soll das denn bei uns nicht funktionieren?", fragte Kramp-Karrenbauer. Es sei dringend notwendig "Schneisen" in die ausufernde Bürokratie in Deutschland zu schlagen. Diese sei auch Ergebnis der eigenen Gesetzgebung, räumte Kramp-Karrenbauer selbstkritisch ein.

Als Vorsitzende wiedergewählt wurde Annette Widmann-Mauz. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration erhielt am Samstag 93,26 Prozent der Stimmen. Die 53-jährige war als einzige Kandidatin angetreten. Einstimmig wurde auf dem Delegiertentag der Beschluss gefasst, dass es mehr Frauen in Ämtern und Mandaten geben solle. "Unser Anspruch ist, dass die Listen der CDU verbindlich zur Hälfte mit Frauen besetzt [...] werden", erklärte Widmann-Mauz. "Wir brauchen auf jeden Fall auch mehr Frauen, die in den Wahlkreisen antreten und kandidieren", sagte die Vorsitzende weiter.

Rita Süssmuth, Annegret Kramp-Karrenbauer und Annette Widmann-Mauz, stehen beim Bundesdelegiertentag der Frauenunion auf der Bühne.
Rita Süssmuth, Annegret Kramp-Karrenbauer und Annette Widmann-Mauz stehen beim Bundesdelegiertentag der Frauen-Union auf der Bühne. Bildrechte: dpa

Die Themen des 33. Bundesdelegiertentag der "Frauen Union der CDU Deutschlands" waren laut Programm unter anderem auch Nachhaltigkeit und der Kampf gegen den Klimawandel. Gastredner waren unter anderem Ministerpräsident Michael Kretschmer und Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU Deutschland.

Frauenvereinigung - zuerst ohne den Osten

Die "Frauen Union der CDU Deutschlands" wurde eigenen Angaben zufolge am 1. Mai 1948 in Frankfurt am Main gegründet. Dabei waren nur Vertreterinnen der US-amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszonen anwesend - die CDU-Frauen der sowjetischen Zone waren nicht dabei. Erst am 19. Oktober 1991 entsteht laut eigener Chronik durch den Beitritt der Landesverbände der neuen Bundesländer die "Frauen Union des geeinten Deutschland". Sie setzt sich vor allem für eine angemessene Beteiligung der Frauen an Ämtern und allgemein ihre Teilhabe an der Gesellschaft ein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. September 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2019, 18:18 Uhr

15 Kommentare

ElBuffo vor 4 Tagen

Hm wie man Elterngeld antraglos gewähren will, erscheint mir schleierhaft. Woher weiß denn die Behörde, wer, wann in welchem Umfang in Elternzeit bzw. arbeiten gehen will?
Beim Kindergeld wäre es dagegen in der Tat ganz einfach. Beim letzten Kind hatte ich die persönliche Steuer-ID schon im Briefkasten bevor ich überhaupt die Geburtsurkunde in der Hand hatte. Der Staat weiß also ziemlich schnell, dass ein Kind geboren wurde. Ab dem Moment könnte das Kindergeld fließen. Die Konten seiner Bürger dürfte der Staat doch auch kennen. Aufs Amt muss man dann nur noch, wenn irgendwelche Ausnahmen vorliegen.

Peter vor 4 Tagen

Na winfried, erzählen Sie uns nicht gebetsmühlenartig, die "Neuen" würden allesamt in den Sozialsystemen landen.
Bei Hartz IV wird das Kindergeld auf den Anspruch angerechnet.
Also bitte, was wollen Sie.

Chemnitzer vor 4 Tagen

Die wenigsten Frauen waren überfordert. Die Männer halfen im Haushalt mit und am Tag waren die Kinder sehr gut von Fachpersonal in den Kitas betreut. Eine Frau konnte in der DDR auch ohne Vermögen studieren und sich im Beruf verwirklichen. Davon konnte man in der BRD nur träumen. Und manchmal waren Kinder aus präkären Familien aus der BRD in unseren Kinderferienlagern zu Gast. Ich erinnere mich genau an ein Kind, dass in einem Verschlag ohne Fenster lebte.

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