Kampf um CDU-Vorsitz Kramp-Karrenbauer will Nachfolge bis zur Sommerpause regeln

Anfang der Woche hatte Annegret Kramp-Karrenbauer überraschend ihren Rückzug als Parteivorsitzende angekündigt. Nun hat sie einen groben Zeitraum genannt, in dem ein Nachfolger gefunden werden soll. Unterdessen gingen bei der CDU zwei Initiativbewerbungen ein.

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Bundesministerin der Verteidigung, nimmt am ersten Tag der 56. Münchner Sicherheitskonferenz an einer Pressekonferenz teil.
Annegret Kramp-Karrenbauer am Freitag auf der Münchner Sicherheitskonferenz - auch von dort musste sie Fragen zur ihrem angekündigten Rücktritt beantworten. Bildrechte: dpa

Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will ihre Nachfolge möglichst bis zur Sommerpause regeln. Dies habe sie bereits am Montag im Präsidium sowie im Bundesvorstand ihrer Partei deutlich gemacht, sagte sie am späten Freitagabend in den ARD-"Tagesthemen".

Das Präsidium habe sie allerdings gebeten, keine Zeitpläne zu nennen, sondern erst Gespräche mit den drei potenziellen Kandidaten zu führen. Das werde sie in der nächsten Woche machen und daraufhin mit den CDU-Gremien beraten. Dann werde festgelegt, "wie es weitergehen soll".  

Logo der Hörfunkwelle MDR AKTUELL 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sie plant zunächst Gespräche mit Spahn, Laschet und Merz

MDR AKTUELL Sa 15.02.2020 07:08Uhr 00:29 min

https://www.mdr.de/nachrichten/audio/audio-1312778.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

"Es besteht kein Grund darin, innerhalb von 24 Stunden irgendeine Entscheidung zu treffen", sagte Kramp-Karrenbauer. Angesichts der internationale Lage und der Bedeutung Deutschlands müsse man immer auch die Stabilität des Landes im Blick behalten – "auch bei parteipolitischen Entscheidungen".

Kandidaten halten sich noch bedeckt

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag überraschend ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur und die Parteispitze verkündet. Die Kritik an ihrer Entscheidung wurde schnell überlagert von der Debatte um ihren potenziellen Nachfolger. Im Gespräch sind derzeit vor allem der frühere Fraktionschef Friedrich Merz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn. Merz und Spahn waren bei der Wahl zum CDU-Vorsitz im Dezember 2018 Kramp-Karrenbauer unterlegen.

Bisher halten sich die drei potenziellen Bewerber aber bedeckt. Spahn hatte lediglich gesagt, er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. Auch Merz hat eine definitive Festlegung in der Öffentlichkeit bisher vermieden. Aus seinem engsten Umfeld heißt es nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aber, er sei zu einer Kandidatur entschlossen.

Zwei Bewerbungen eingegangen

Bei der CDU-Parteizentrale gingen bisher zwei Initiativbewerbungen für die Nachfolge Kramp-Karrenbauers ein, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Die beiden Bewerber seien jedoch nicht bundesweit bekannt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Februar 2020 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2020, 09:08 Uhr

4 Kommentare

Realist62 vor 2 Tagen

Kramp-Karrenbauer sollte jetzt entgültig als CDU-Chefin zurücktreten und sich weiter blamieren und so Einfluss auf ihre Nachfolhe nehmen. Die CDU sollte sich an der SPD ein Beispiel nehmen und wie sie im letzten Jahr durch einen Mitgliederentscheid auch ihren neuen Vorsitzenden wählen. Eine Doppelspitze, wie bei den Sozen, brauch es nicht gleich zu sein.

Realist62 vor 2 Tagen

Der Punkt 2 errrnert mich an 2010 als Haseloff vorzeitig in Sachsen-Anhalt Ministerpräsident werden sollte. Die Sozen haben da auch den Neuen blockiert, der dann 2011 trotzdem Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt wurde.
Wenn die SPD das auch hier macht, dann kann man dieses Jahr im September eine Bundestahgswahl abhalten. Ich hätte da nichts dagegen.

Altmeister 50 vor 2 Tagen

Der Zeitplan wird nicht funktionieren.
AKK ist bekanntlich an der Trennung von Parteivorsitz und Kanzlerschaft gescheitert.
Die kurzfristige Neuwahl eines/einer Vorsitzenden kann diese Diskrepanz nicht beseitigen, weil A. Merkel im Amt bleibt. Dafür gibt es 2 Gründe:
1. Vor Beendigung der EU- Präsidentschaft Deutschlands im Dezember 2020 gilt ein Kanzlerwechsel als ausgeschlossen.
2. Die SPD hat schon angekündigt, dass sie keinen neue(n) Kanzler(in) mit wählen wird, wenn die/der nicht Frau Merkel heißt.
Das bringt jeden Spitzenkandidaten in das gleiche Dilemma wie AKK und verstärkt wegen Unsicherheit und Führungslosigkeit den Riss und das Chaos in der CDU.
Meine Prognose lautet: Frau Merkel tritt als Retterin noch mal an.