Demonstranten
Demonstranten versammeln sich am 27. August an der Stelle, an der am Tag zuvor ein 35 Jahre alter Chemnitzer niedergestochen worden war. Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Chronologie Die Ereignisse in Chemnitz

Die Ereignisse in Chemnitz haben nicht nur die Stadt in Aufruhr versetzt. Sie machten sogar weltweit Schlagzeilen. Von dem Tötungsdelikt am Rande des Stadtfestes, über rassistische "Hetzjagden" bis zur Instrumentalisierung eines Toten – in Chemnitz kommen viele Probleme zusammen, deren Ursachen nicht nur in der sächsischen Stadt selbst zu suchen sind. Das geschah bisher.

Demonstranten
Demonstranten versammeln sich am 27. August an der Stelle, an der am Tag zuvor ein 35 Jahre alter Chemnitzer niedergestochen worden war. Bildrechte: MDR/Harry Härtel

26. August, Sonntag

Morgens

Nach einer verbalen Auseinandersetzung kommt es laut Polizei um 03.15 Uhr in der Brückenstraße zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Drei Männer im Alter von 33, 35 und 38 Jahren werden teils schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Der 35-jährige Mann stirbt noch in der Nacht.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Totschlags. Ebenfalls am Sonntagmorgen nimmt die Polizei zwei Männer im Alter von 22 und 23 Jahren fest. Der Polizei zufolge hatten sie sich vom Tatort entfernt. Es waren allerdings mehrere Personen vom Tatort geflüchtet. Zunächst gibt die Polizei keine Einzelheiten zu den Nationalitäten der Beteiligten bekannt.

Mittags

Um 12.26 Uhr postet der offizielle Facebook-Kanal des Landesverbands Sachsen der Alternative für Deutschland (AfD) einen Aufruf zu einer Spontandemo "gegen Gewalt" in Chemnitz.

Nachmittags

Dem Aufruf für 15.00 Uhr folgen nach Angaben der Polizei etwa 100 Menschen, die sich im Bereich eines Info-Standes der AfD eingefunden hätten. Ohne weitere Vorkommnisse sollen sie bis gegen 16.00 Uhr den Ort verlassen haben.

Um 16.30 Uhr versammeln sich laut Polizei etwa 800 Menschen nahe der Brückenstraße. Eine Demonstration sei aber aber nicht angemeldet gewesen. Die Menschenmenge habe sich dann in Bewegung gesetzt. Aus der Menge heraus seien auch Flaschen auf Beamte geworfen worden.

27. August, Montag

Nachmittags

Ein 22 Jahre alter mutmaßlicher Iraker und ein 23-jähriger mutmaßlicher Syrer werden dem Haftrichter vorgeführt. Am frühen Nachmittag ergeht Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt die beiden jungen Männer, mehrfach mit einem Messer auf den 35 Jahre alten Mann eingestochen zu haben. Erste Medienberichte kursieren, wonach es sich bei dem Opfer um einen Chemnitzer mit kubanischen Wurzeln handeln soll.

Abends

Rund 6.000 Demonstranten kommen vor dem Karl-Marx-Monument zu einer Kundgebung der rechtspopulistischen Initiative "Pro Chemnitz" zusammen - darunter gewaltbereite Neonazis und Hooligans. Ihnen stehen etwa 1.500 Gegendemonstranten gegenüber. Knapp 600 Polizisten sind im Einsatz. Es gibt gewalttätige Auseinandersetzungen. 20 Menschen werden verletzt, darunter auch Polizeibeamte. Danach wird Kritik an der geringen Polizeipräsenz laut.

28. August, Dienstag

Immer mehr Gerüchte zu den Ereignissen am Sonntag tauchen auf - unter anderem, dass es vor den Messerstichen einen sexuellen Übergriff auf eine Frau gegeben habe. Die Polizei widerspricht diesen Gerüchten. Bundeskanzlerin Angela Merkel meldet sich zu Wort. Die CDU-Chefin spricht den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus und erklärt, in Deutschland gebe es keinen Platz für "Hetzjagden". Diese Formulierung hatte auch ihr Regierungssprecher Steffen Seibert benutzt und sich unter anderem auf Videobilder bezogen. Augenzeugen hatten zuvor berichtet, dass es derartige Szenen in Chemnitz gegeben habe.

29. August, Mittwoch

Der Haftbefehl mit Einzelheiten zu den mutmaßlichen Tätern wird in der Öffentlichkeit lanciert. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt wegen der strafbaren Verletzung von Dienstgeheimnissen.

Nachmittag

Die Polizeidirektion Chemnitz und das LKA bilden eine gemeinsame Ermittlungsgruppe zu den Ausschreitungen in Chemnitz. Es werden ein Online-Portal und eine Telefon-Hotline für Hinweise eingerichtet.

Mehrere Künstler und Bands, darunter sind auch Die Toten Hosen, Marteria, Casper und Kraftklub, kündigen für den kommenden Montag ein Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit in der Innenstadt von Chemnitz an.

30. August, Donnerstag

Proteste unweite des Stadions in Chemnitz. Dort fand am Donnerstagabend (30.08.18) das Sachsengespräch mit Ministerpräsident Kretschmer statt.
Proteste am Chemnitzer Stadion, in dem ein Gespräch mit Ministerpräsident Kretschmer stattfand. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Ein Justizvollzugsbediensteter aus Dresden wird suspendiert. Er hatte nach Angaben des sächsischen Justizministeriums zugegeben, den Haftbefehl weitergegeben zu haben.

Weiter verbreitet wurde er dann unter anderem von AfD-Politikern, auf der Seite von "Pro Chemnitz" und von Pegida-Mitgründer Lutz Bachmann sowie auf zahlreichen Facebook-Seiten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) veranstaltet am Abend mit der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) ein Bürgergespräch in der Stadt. Zugleich ruft "Pro Chemnitz" zum Protest auf – 900 Menschen folgen dem.

31. August, Freitag

Die Polizei fordert wegen mehrerer am Sonnabend geplanter Proteste alle verfügbaren Kräfte an, auch aus anderen Bundesländern und Bundespolizei. Das an diesem Tag geplante Zweitliga-Fußbballspiel des HSV gegen Dynamo Dresden wird wegen des Mangels an Polizeikräften in Dresden abgesagt.

Die Vorsitzende im Bundestags-Innenausschuss, Andrea Lindholz (CSU), sagte dem SWR: "Ich weiß, dass er mit zweifach gefälschten Papieren unterwegs gewesen ist, und dass sich der Mann zweimal in die Niederlande abgesetzt hat und auch mit zwei Identitäten unterwegs gewesen ist".

Laut Verwaltungsgericht Chemnitz hätte er im Mai 2016 nach Bulgarien abgeschoben werden können. Dies sei aber nicht vollzogen worden, weshalb die Überstellungsfrist von sechs Monaten abgelaufen sei. Der Mann war zuerst in Bulgarien als Asylbewerber registriert.

Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Stefan Räpple (AfD) bietet dem suspendierten sächsischen Justizbeamten, der den Haftbefehl fotografiert und weitergeben hatte, einen Job an.

1. September, Sonnabend

Tausende Menschen demonstrieren in Chemnitz am Nachmittag und am Abend. Die Polizei und die Stadt hatten sich auf insgesamt 10.000 Teilnehmer eingerichtet. Dieses Mal stimmt die Prognose in etwa.

Zum einen hatten Pegida und die AfD zu einem "Trauermarsch der AfD-Landesverbände Sachsen, Thüringen und Brandenburg mit Teilnehmern aus allen Bundesländern" aufgerufen. In dem Aufruf heißt es: "Anlass ist der brutale Mord an einem Chemnitzer Familienvater durch zwei Asylbewerber zum Chemnitzer Stadtfest. Zugleich möchten wir aller Todesopfer gedenken, die es ohne die Asylpolitik der CDU-geführten Regierung nicht gegeben hätte."

Demonstranten der rechten Szene gestikulieren und drohen den Gegendemonstranten Gewalt an.
Demonstranten der rechten Szene in Chemnitz am 27. August Bildrechte: dpa

Auch die "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" will unter dem Motto "Sachsen steht auf" demonstrieren - ab 16.00 Uhr vor dem Karl-Marx-Monument auf der Brückenstraße. Kurz vor 17.00 Uhr erklärt ein Vertreter jedoch, dass man die eigene Demonstration wegen Unstimmigkeiten mit der Polizei über die Route auflöse und sich der AfD-Demonstration anschließe.

Unter dem Motto "Herz statt Hetze" veranstalten Vereine, Gewerkschaften, SPD, Grüne und Linke um 15.00 Uhr eine Gegenkundgebung. Am Vormittag hatte es auch eine kleinere Kundgebung von Chemnitzer Friedensaktivisten gegeben.

Am Ende der angespannten, aber relativ ruhigen Demonstrationen bilanzierte die Polizei auf beiden Seiten mehr als 11.000 Teilnehmer. Die Polizei nahm 37 Anzeigen auf, darunter Sachbeschädigung und Körperverletzung.

Bilder der Kundgebung "Herz statt Hetze"
Teilnehmer der Kundgebung unter dem Motto "Herz statt Hetze". Bildrechte: Christian Essler

Es gab 18 Verletzte, darunter drei Polizisten. Rund 300 Demonstranten wurden wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs vorübergehend festgehalten. Sie sollen versucht haben, in Gruppen zur AfD-Demonstration vorzudringen. Mehr als 1.800 Polizisten waren während der Kundgebungen von AfD, Pegida, "Pro Chemnitz" und den Gegendemonstrationen im Einsatz. Die Beamten wurden von Polizisten aus neun Bundesländern unterstützt.

2. September, Sonntag

Am Sonntag gibt es zwei neue Veranstaltungen in Chemnitz gegen Fremdenfeindlichkeit. Am frühen Nachmittag kommen rund 200 Menschen unter dem Motto "Chemnitzer Bürger setzen ein friedliches Zeichen gegen Gewalt und Fremdenhass" auf den Neumarkt. Veranstalter Dirk Richter sagt, man könne das Feld nicht den Extremen überlassen. Deren Stärke sei zu lange unterschätzt worden, es sei Zeit zu handeln.

Später am Tag folgen rund 1.000 Menschen einem Aufruf der evangelisch-lutherischen Kirche Sachsen. Das Motto dort heißt: "Wir in Chemnitz – aufeinander hören, miteinander handeln". Dabei sind auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), Landesinnenminister Roland Wöller (CDU) und Landesbischof Carsten Rentzing.

Bei der Kundgebung sagt die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD), sie habe das Gefühl, in den vergangenen Tagen sei ein Graben entstanden. Ein mündiger Bürger wisse, dass er Menschen nicht hinterherlaufen dürfe, die den Hitlergruß zeigen. Den Kundgebungsteilnehmern rief sie zu: "Wir sind in der Mehrheit, nicht die Rechtsradikalen."

3. September, Montag

Zuschauer stehen vor dem Konzert unter dem Motto #wirsindmehr auf dem Parkplatz vor der Johanniskirche
Zehntausende zumeist junge Menschen haben mit ihrem Besuch in Chemnitz ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt. Bildrechte: dpa

Rund 65.000 Menschen kommen zu einem Rockkonzert gegen Rechts nach Chemnitz. Unter dem Motto #wirsindmehr treten in der Stadt ab 17 Uhr Bands wie Die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z, Materia und Kraftklub auf. Damit wollen sie ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen. Natürlich sei ihnen klar, dass ein Konzert nicht die Welt retten könne, sagt Kraftklub-Sänger Felix Brummer und ergänzt:

Aber manchmal ist es wichtig, zu zeigen, dass man nicht allein ist.

Kraftklub-Sänger Felix Brummer

Die Polizei meldet keine Zwischenfälle. Sie wird erneut von Kollegen aus sieben anderen Bundesländern und von Bundespolizei unterstützt. Vor dem Konzert hatte die Stadt zwei Kundgebungen gegen das Konzert. Unter anderem wollte sich die fremden- und islamfeindliche Thügida aus dem Nachbarland Thüringen in unmittelbarer Nähe zu dem Konzert versammeln.

4. September, Dienstag

Am Nachmittag wird bekannt, dass die Polizei nach dem Tötungsdelikt nach einem dritten Tatverdächtigen sucht. Laut der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden handelt es sich um einen 22 Jahre alten mußmaßlichen Iraker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Chemnitz besuchen. Das teilt die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) mit. Sie habe Merkel zu einem Bürgerdialog über Sicherheit und Zuwanderung im Oktober eingeladen und eine Zusage bekommen. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest.

5. September, Mittwoch

Kretschmer gibt im Landtag eine Regierungerklärung ab. Er sagt unter anderem: "Es gab keinen Mob, keine Pogrome oder Hetzjagden" in Chemnitz. Gleichwohl erklärt er den Rechtsextremismus zur "größten Gefahr" und beschreibt Ostdeutschland als "Seismograph" für gesellschaftliche Entwicklungen in ganz Deutschland. Dafür erntet der sächsische Regierungschef Kritik und Zustimmung im Landtag wie auch von außerhalb des Landes.

Im Verlauf des Tages wird auch bekannt, dass im Zusammenhang mit der Weitergabe und Veröffentlichung des Haftbefehls die Staatsanwaltschaft Dresden gegen weitere verdächtige Justizbeschäftigte ermittelt wird.

7. September, Freitag

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen spricht über den Begriff "Hetzjagden" in der "Bild"-Zeitung. Zu Videobildern im Internet sagt er, es "sprechen nach meiner vorsichtigen Bewertung gute Gründe dafür, dass es sich um gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken". Grüne und Linke fordern daraufhin Maaßens Rücktritt.

An diesem Abend gibt es in Chemnitz weitere Kundgebungen, einerseits von der rechten Bewegung "Pro Chemnitz", andererseits vom Bündnis "Chemnitz nazifrei".

8. September, Sonnabend

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden widerspricht Verfassungsschutzpräsident Hans -Georg Maaßen, dass es sich bei den Videobildern im Internet um Falschinformationen handle. Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein sagt "Zeit Online": "Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass das Video ein Fake sein könnte." Daher werde es für Ermittlungen genutzt. Über den Verfassungsschutzpräsidenten entbrennt in den Tagen danach eine heftige politische Debatte . Grüne, Linke und FDP fordern seinen Rücktritt.

10. September, Montag

Die Polizei durchsucht in Chemnitz Wohnungen, ein Rechtsanwaltsbüro und die Räume der rechtspopulistischen Bewegung "Pro Chemnitz". Dabei werden Speichermedien beschlagnahmt. Gegen drei Beschuldigte wird ermittelt, weil sie einen Haftbefehl gegen einen tatverdächtigen Asylbewerber im Internet verbreitet haben.

11. September, Dienstag

Das politische Fernsehmagazin "Frontal 21" berichtet, dass einer der Angreifer ein Sicherheitsmitarbeiter aus Chemnitz ist, der für die Firma Securitas im Flüchtlingsheim Chemnitz arbeitete. Der Sender beruft sich dabei auf Informationen mehrerer Asylbewerber und auf den Arbeitgeber des Mannes.

13. September, Donnerstag

Knapp zwei Wochen nach einer Demonstration in Chemnitz wird das erste beschleunigte Verfahren gegen einen Teilnehmer verhandelt. Ein 33 Jahre alter Mann aus Chemnitz wird für das Zeigen des Hitlergrußes zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 2.000 Euro verurteilt.

14. September, Freitag

Mitglieder einer selbst ernannten Bürgerwehr bedrohen auf der Chemnitzer Schlossteichinsel Gäste einer Geburtstagsfeier. Später kreisen sie eine Gruppe Ausländer in dem Park ein. Ausländerfeindliche Begriffe fallen. Ein 26-jähriger Iraner wird verletzt.

15. September, Sonnabend

15 Mitglieder der selbst ernannten Bürgerwehr werden vorläufig festgenommen, gegen sechs ergeht Haftbefehl.

18. September, Dienstag

Die schwarz-rote Regierung entscheidet, den umstrittenen Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen seines Amt zu entheben. Künftig soll er als Staatssekretär im Bundesinnenministerium tätig werden. Mit diesem Wechsel ist eine deutlich höhere Besoldung Maaßens verbunden. Die SPD wirft ihm vor, er habe sich mit seinen umstrittenen Äußerungen zu den fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz "zum Stichwortgeber rechter Verschwörungstheoretiker gemacht".

Unterdessen kommt es im Ermittlungsverfahren im Chemnitzer Fall zu einer Wende: Der 22-jährige Iraker Yousif A., der seit drei Wochen in Haft sitzt, weil er im Verdacht stand, Daniel H. getötet zu haben, ist wieder auf freiem Fuß. Das Amtsgericht Chemnitz folgt dem Antrag seines Rechtsanwaltes, der keinerlei Beweise für eine Tatbeteiligung des Irakers sieht. Der von der Staatsanwaltschaft erlassene Haftbefehl stütze keinen dringenden Tatverdacht, der für die Haft erforderlich sei.

20. September, Donnerstag

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die selbsternannte Bürgerwehr Chemnitz durchsucht die Polizei Objekte in ganz Sachsen.

23. September, Sonntag

Nach heftigen politischen Streit revidiert die Regierungskoalition die geplante Beförderung des abgesetzten Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen. Laut Bundesinnenministerium wird Maaßen nun Sonderberater für europäische und internationale Aufgaben. Er soll u.a. Abkommen für Rückführungen von Asylbewerbern aushandeln. Seine Bezüge sollen nicht erhöht werden.

1. Oktober, Montag

Mutmaßliche Rechtsterroristen, die am Morgen in Bayern und Sachsen festgenommen wurden, erreichen den Bundesgerichtshof und werden von Polizisten abgeführt.
Mutmaßliche Rechtsterroristen festgenommen Bildrechte: dpa

Die Generalbundesanwaltschaft veranlasst die Festnahme von sieben mutmaßlichen Rechtsterroristen aus dem Raum Chemnitz. Den Ermittlern zufolge stehen sie hinter der terroristischen Vereinigung "Revolution Chemnitz".

Die Gruppe soll Angriffe auf Ausländer und politisch Andersdenkenden geplant haben. Ein achter Mann, der zur Gruppe gehören soll, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Alle Männer sollen der Hooligan- beziehungsweise der Skinhead-Szene angehören. Einen Tag später wird gegen alle Untersuchungshaft angeordnet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. September 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2018, 17:05 Uhr