Mitteldeutschland Corona: Diese Regeln gelten für Fitnessstudios und Freibäder

Ein Sprung in den See oder Fußballspielen mit Freunden im Park – mit dem beginnenden Sommer zieht es immer mehr Menschen nach draußen. Auch auf Sport im Fitnesstudio wollen viele nicht verzichten. Doch was erlaubt? Ein Überblick für die mitteldeutschen Länder.

Freibad Bleicherode mit Turm
Die Freibäder in Mitteldeutschland dürfen inzwischen wieder öffnen, müssen aber sicherstellen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Bildrechte: MDR/Nicole Mattern

Die Wiedereröffnung von Sportanlagen handhabt jedes Bundesland anders. Grundsärtlich darf inzwischen aber in allen drei mitteldeutschen Ländern wieder Sport getrieben und gebadet werden. Im Detail gibt es aber ein paar Unterschiede. Ein Überblick:

Fitnessstudios

Als erstes mitteldeutsches Bundesland gab Sachsen ab 18. Mai Tanzschulen, Fitness- und Sportanlagen wieder für den Publikumsverkehr frei. In den Sportstudios und Reha-Sport-Zentren dürfen unter Einhaltung von Hygiene- und  Abstandsregelungen auch Kurse stattfinden. Das bedeutet etwa, dass zwischen den Sportlern möglichst ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten wird und Sportgeräte regelmäßig desinfiziert werden.

In Fitnessstudios und anderen Sportstätten müssen keine Schutzmasken getragen werden. Während des Trainings soll das wiederholte Auf- und Absetzen von Mund- und Nasen-Bedeckungen sogar unterlassen werden. Das erhöhe die Infektionsgefahr, heißt es.

In Sachsen-Anhalt dürfen Einrichtungen wie Fitnessstudios oder Tanzschulen seit dem 28. Mai wieder öffnen. Thüringen musste die Öffnung seiner Fitnessstudios nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Ende Mai früher als geplant erlauben. Eigentlich war die Öffnung erst für den 1. Juni vorgesehen. In beiden Ländern gelten ähnliche Hygieneauflagen wie in Sachsen.

Sport im Freien und in Vereinen

In Mitteldeutschland dürfen die Menschen auch im Freien Sport treiben. Allerdings gibt es abweichende Regelungen im Detail, zum Beispiel bei Kontaktsportarten.

In Sachsen lautet der Grundsatz: "Vereinssportler in Mannschafts- und Kontaktsportarten können trainieren." Wo dabei kein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, sind "Trainingseinheiten so zu konzipieren, dass der körperliche Kontakt auf ein Minimum beschränkt wird". Beim Fußball soll beispielsweise auf den gemeinsamen Torjubel verzichtet werden. Auch Wettkämpfe sind im Freistaat erlaubt, aber nur innerhalb Sachsens und ohne Zuschauer.

In Sachsen-Anhalt sind die Regeln strenger. Hier dürfen lediglich Gruppen bis fünf Personen trainieren, wenn dabei das Abstandsgebot eingehalten werden kann. Kontaktsportarten, Wettkämpfe und Zuschauer sind nicht erlaubt.

Auch in Thüringen sind keine Kontaktsportarten oder Wettkämpfe gestattet. Es muss jederzeit ein Abstand von zwei Metern zwischen den Sportlern möglich sein. Erlaubt ist Individualsport im Freien. Dazu gehören unter anderem Rudern, Segeln, Tennis, Leichtathletik und Reiten. Voraussetzung ist, dass sich die Sporttreibenden in Gemeinschaftsräumen oder in Sanitäranlagen nicht begegnen.

Barrierefreiheit

Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen
Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen Bildrechte: imago images / Ralph Peters

Baden

Mit den steigenden Temperaturen auch in Mitteldeutschland fragen sich immer mehr Menschen, wann Freibäder wieder öffnen und ob das Schwimmen im örtlichen Badesee erlaubt ist. Hier ist die Antwort eindeutig: Ein allgemeines Badeverbot gibt es nicht.

In Sachsen ist das Baden an erlaubten Badestellen unter Einhaltung der Abstandsregelungen gestattet. Für Freibäder ist ein von der zuständigen kommunalen Behörde genehmigtes Hygienekonzept vorgeschrieben.

In Sachsen-​Anhalt konnte die Badesaison mit Inkrafttreten der 6. Eindämmungsverordnung ab 28. Mai beginnen.Voraussetzung für die Aufnahme des regulären Badebetriebes sind auch hier Hygienekonzepte.

Das Schwimmen in Freibädern und Badeseen ist in Thüringen seit dem 1. Juni möglich. Hallenbäder bleiben noch – anders als in Sachsen und Sachses-Anhalt – bis auf Weiteres geschlossen.

Keine erhöhte Ansteckungsgefahr im Wasser

Außergewöhnlich hoch ist die Ansteckungsgefahr in Schwimmbädern offenbar nicht. Der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) zufolge tötet Chlor das Coronavirus bisherigen Erkenntnissen zufolge ab. Eine Ansteckung über das Wasser sei daher nicht möglich.

Auch das Umweltbundesamt kommt in einer Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass das Risiko einer Ansteckung äußerst gering sei, da der Hauptübertragungsweg über virushaltige Tröpfchen direkt von Mensch zu Mensch (zum Beispiel durch Niesen, Husten) erfolge und es laut WHO keine Hinweise gebe, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen wird.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Mai 2020 | 06:00 Uhr