Corona-Pandemie Bundeskanzlerin Merkel warnt vor Kontrollverlust

Bundeskanzlerin Merkel hat am ersten Tag der wieder geltenden Kontaktbeschränkungen noch einmal die Gründe für die Maßnahmen erläutert und dabei eindringlich vor einem Kontrollverlust gewarnt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt in der Bundespressekonferenz vor Hauptstadtjournalisten eine Pressekonferenz.
Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich zu den Beweggründen für die neuen Kontaktbeschränkungen. Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die neuen Corona-Beschränkungen als dringend erforderlich verteidigt. Sie nutzte die Bundespressekonferenz, um die Beweggründe für die neuen Kontaktbeschränkungen, die seit Montag gelten, zu begründen.

Angesicht der sich rasant entwickelnden Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen, die sich binnen 14 Tagen verdreifacht haben, sei das Ziel der neuen Einschränkungen, die zweite Welle zu brechen. Das exponentielle Wachstum der Zahl der Intensivpatienten (Verdopplung binnen zehn Tagen) lasse die Krankenhäuser auf eine akute Notlage zulaufen, sagte Merkel. Ziel sei es deswegen, wieder auf unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche zu kommen.

"Verzicht auf das, was das Leben schön macht"

Notwendig sei daher nun "vier Wochen lang ein Verzicht auf das, was das Leben schön macht", so Merkel weiter. Es sei leider nicht mehr der Zeitpunkt, wo es ausreiche, bei den Schutzmaßnahmen "nur diese oder jene kleine Variante zu machen". Einen anderen Weg als diesen hätten sie und die Ministerpräsidenten nicht gesehen.

Wir wären dann halbherzig und das Virus bestraft Halbherzigkeit.

Angela Merkel Bundeskanzlerin

Die Bundeskanzlerin verteidigte erneut die Schließung von Gastronomie und Kultureinrichtungen im November. Sie sagte den betroffenen Betrieben erneut schnelle und unbürokratische Hilfe zu. Die Hilfen sollte auch die Kultur erreichen, sagte Merkel. Die Verringerung der Kontakte sei das oberste Gebot, um die schnelle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

In diesem Zusammenhang appellierte Merkel an die Bürgerinnen und Bürger, die Corona-Warn-App auch wirklich zu nutzen. So würden derzeit nur etwa 60 Prozent der positiv Getesteten diese Information auch in der App hinterlegen, sodass diese Risiko-Kontakte anzeigen könne. Merkel warnte vor einem Kontrollverlust: "Es ist nicht mehr möglich, die Kontakte jedes einzelnen nachzuvollziehen, und das heißt, dass viele Menschen infiziert durch die Gegend laufen, ohne gewarnt worden zu sein, insbesondere diejenigen ohne Symptome – und die stecken wieder andere an."

Die Lage im Dezember: Noch offen

Kanzleramtschef Helge Braun hatte am Vormittag bekräftigt, dass die neuen Corona-Auflagen möglichst Ende des Monats wieder gelockert werden sollten. Man könne das aber nicht garantieren. Auch die Bundeskanzlerin versprach für den Dezember keine Normalität.

Es wird ein Weihnachten unter Corona-Bedingungen sein, aber es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein.

Angela Merkel Bundeskanzlerin

Im Vergleich zum Beginn der Pandemie im Frühjahr gebe es jedoch einige Lichtblicke, erklärte Merkel. So gebe es besser Schutzausrüstung, Schnelltests, bessere Medikamente sowie die positive Aussicht auf Impfstoffe in den nächsten Monaten. Aber es bleibe dabei: Solange das alles nur in Ansätzen da sei, [...] "müssen wir die nächsten viel Monate mit der Pandemie leben."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. November 2020 | 14:30 Uhr

105 Kommentare

Dreibeiner vor 3 Wochen

wie auch ohne Impfstoff und zum ersten mal aud der ganzen Erde - da handeln viele noch sehr viel radikaler - wir können Wohnung ohne Erlaubnisschein verlassen so oft wie wir mögen zum Einkaufen und zur Arbeit usw.

Tacitus vor 3 Wochen

Ein Wissenschaftler ist jemand, der in einer Wissenchaft arbeitet. Ein Politiker ist jemand, der in der Politik tätig ist. Frau Merkel ist keine Wissenschaftlerin, sie ist Politikerin (sei 30 Jahren). Ebenso Herr Lauterbach.

Rychlik vor 3 Wochen

nach dem hilferuf der mitarbeiter des corona-krankenhauses im polnischen słubice hat sich die situation der material-engpässe entspannt. brandenburger spenden helfen polnischem notfallkrankenhaus in słubice.

#audswesonnenseite bei uns muss es sowieut nicht kommen, weder hass noch hetze helden sondern nur besonnene sinnvolle massnahmen wie sie frau merkel für unser aller gesundheit verantwortet