Pandemie Diese Corona-Regeln gelten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Bund und Länder haben den Lockdown in Deutschland bis zum 7. März verlängert. Eine Ausnahme gibt es für Friseursalons. Über die Öffnung von Schulen und Kitas entscheiden die Länder. Die Regeln im Überblick.

Ein Schriftzug €žBleiben Sie gesund! steht am Theater am Aegi in Hannover.
Bund und Länder haben sich am 5. Januar 2021 auf eine Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns geeinigt. Bildrechte: dpa

Diese Corona-Schutzmaßnahmen gelten bis zum 7. März 2021, die Bundesländer passen ihre Verordnungen entsprechend an.

Die wichtigsten Regeln kompakt - Schulen und Kitas können öffnen, wenn dies in den Bundesländern so entschieden wird.
- Der Einzelhandel bleibt geschlossen, nur Geschäfte mit Waren für den den täglichen Bedarf dürfen öffnen.
- Friseurinnen und Friseure dürfen seit dem 1. März wieder Haare schneiden.
- Arbeitgeber werden verpflichtet, mehr Homeoffice zu ermöglichen.
- Beim Einkaufen und im ÖPNV dürfen nur noch medizinische Masken (OP-Masken, FFP2-Masken) getragen werden.
- Alkoholverbot in der Öffentlichkeit.
- Gastronomie und Hotels dürfen nur außer Haus verkaufen.
- Staatliche Hilfen für betroffene Unternehmen und Soloselbstständige werden ausgebaut.
- Maskenpflicht an allen Orten mit Publikumsverkehr – auch unter freiem Himmel sowie am Arbeitsplatz, wenn kein Abstand eingehalten werden kann.
- Kultur-, Sport-, Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen.
- Ausgangsbeschränkungen/-sperren ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sind möglich.

Ausweitung der Maskenpflicht

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt weiterhin eine verschärfte Maskenpflicht. Demnach müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften medizinische Masken getragen werden. Das sind sogenannte OP-Masken oder solche mit dem höheren Standard FFP2.

Wer kann, solle so einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz in allen Situationen mit Menschen in geschlossenen Räumen tragen. Alltagsmasken (also Stoffmasken) bieten demnach keinen ausreichenden Schutz.

Homeoffice und Unternehmen

Es sollen möglichst viele Menschen von zu Hause aus arbeiten. Eine entsprechende Homeoffice-Verordnung ist in Kraft. Demnach sind Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, wenn keine zwingenden Gründe dagegen sprechen. Zudem gelten in Betrieben strengere Regeln: Pro Person müssen zehn Quadratmeter Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Die Regelungen sind zunächst bis zum 15. März befristet.

Geschäfte und Dienstleistungen

Der Einzelhandel bleibt in weiten Teilen geschlossen. Friseursalons dürfen aber als erste wieder seit dem 1. März öffnen – unter strengen Hygieneauflagen, mit Masken- und einer Reservierungspflicht.

Geöffnet sind außerdem weiterhin:

  • der Lebensmittel-Einzelhandel
  • Wochenmärkte und Direktvermarkter für Lebensmittel
  • Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte
  • Reformhäuser, Apotheken, Sanitätshäuser
  • Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker
  • Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten
  • Banken und Sparkassen sowie Poststellen
  • Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkaufsläden
  • Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte
  • der Großhandel

Schulen und Kindertagesstätten

Schulen und Kitas dürfen seit Mitte Februar wieder öffnen, wenn dies die Landesregierungen in den einzelnen Bundesländern so entscheiden. In Sachsen haben die Schulen seit dem 15. Februar wieder geöffnet. Sachsen-Anhalt öffnet ab dem 1. März wieder mit eingeschränktem Präsenzunterricht und Regelbetrieb in Kitas, wenn die Inzidenz auf kommunaler Ebene das zulässt. In Thüringen öffnen die Klassen der Jahrgangsstufe 5 und 6, Schüler höherer Stufen dürfen nur wieder in die Schulen, wenn die örtliche Inzidenz unter 100 liegt.

Bundesweit gilt: Wenn Eltern wegen der Schließung von Schule und Kita nicht zur Arbeit gehen können, haben sie zusätzliche 20 Tage Anspruch auf Kinderkrankengeld, Alleinerziehende 40 Tage.

Kontaktreduzierung mit Ausnahmen

Auch die verschärfte Kontaktreduzierung gilt weiterhin. Private Zusammenkünfte sind demnach nur mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet. Dies gilt auch für Kinder unter 14 Jahren - mit einigen Ausnahmen:

So dürfen sich in Sachsen und Sachsen-Anhalt Familien und Nachbarn die Betreuung von Kindern bis 14 Jahre teilen - wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst. In Thüringen ist die Betreuung von Kindern unter sechs Jahren aus maximal zwei Haushalten erlaubt.

15-Kilometer-Radius und Ausgangssperre

Über Ausgangsbeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren entscheiden die Bundesländer. In der Regel werden sie in Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen (zum Beispiel mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200) durch die betroffenen Landkreise oder Kommunen verhängt. Das gleiche gilt für die 15-Kilometer-Regel. Sie verbietet touristische Reisen und Sport außerhalb eines Radius von 15 Kilometern um die Kommune.

Gastronomie

Das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten. Verstöße werden mit einem Bußgeld belegt. Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause durch Gastronomiebetriebe bleiben möglich. Betriebskantinen bleiben geschlossen, dürfen aber Essen zum Mitnehmen ausgeben. Der Verzehr vor Ort wird untersagt.

Alten- und Pflegeheime

In Alten- und Pflegeheimen sowie für mobile Pflegeteams sind Corona-Schnelltests für Mitarbeiter und Besucher verpflichtend. Die Praxis kann in den Bundesländern und in den Landkreisen unterschiedlich gestaltet werden.

Wirtschaftshilfen

Die Überbrückungshilfe III des Bundes wird verbessert. Das sind Zuschüsse zu den Fixkosten, wenn Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang wegen der Pandemie nachweisen können. So sollen unter anderem die Zugangsvoraussetzungen vereinfacht und die monatlichen Förderhöchstbeträge für Unternehmen und Soloselbstständige deutlich angehoben werden. Die sogenannte Neustarthilfe soll von 25 Prozent auf 50 Prozent des Vergleichsumsatzes erhöht werden. Auch die Betriebskostenpauschale wird angehoben. Neu ist, dass auch nicht ständig Beschäftigte wie Schauspieler die Neustarthilfe beantragen können. Auch will der Bund die Abschlagszahlungen spürbar erhöhen.

Die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags wird für Unternehmen, die Anspruch auf Hilfszahlungen haben und rechtzeitig einen aussichtsreichen Antrag gestellt haben, bis Ende April ausgesetzt.

Regelungen in Sachsen

In Sachsen gilt seit Mitte Dezember ein landesweiter harter Lockdown, der Mitte Januar noch einmal verlängert wurde. Eine neue Landesverordnung ist am 12. Februar verabschiedet worden, die erste Lockerungen seit 15. Februar regelt. Grundschulen und Kitas haben seitdem wieder geöffnet, seit dem 1. März dürfen auch Friseure und Fußpflege-Betriebe mit Hygienekozept wieder aufmachen. 

Fahrschulen dürfen ebenfalls seit 1. März wieder öffnen, wenn die Ausbildung berufsbedingt erforderlich ist. Sie müssen wieder schließen, wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen oberhalb von 100 liegt. Erlaubt wird auch Musikunterricht mit Einzelpersonen, aber nur für solche, die 2021 ein Musikstudium aufnehmen werden, vor Wettbewerben stehen oder eine wichtige Prüfung ablegen müssen. Unterrichtende müssen sich wöchentlich testen lassen. Zudem wird der Bestell- und Abholservice "Click & Collect" für den Einzelhandel ermöglicht. Kommunen sollen den 15-Kilometer-Radius und Ausgangsbeschränkungen lockern dürfen, wenn die Inzidenz unter 100 liegt.

Verschärft wird die Maskenpflicht. So muss in Kraftfahrzeugen, wenn mehr als ein Hausstand mitfährt, eine FFP2- oder eine OP-Maske getragen werden. Handwerkerinnen und Handwerker müssen Maske tragen, sobald andere Personen anwesend sind.

Zudem gelten weiterhin folgende Regelungen:

  • Beim Einkaufen und im Öffentlichen Nahverkehr müssen FFP2- oder OP-Masken getragen werden. Wo es die Tätigkeiten zulassen, sind Arbeitgeber verpflichtet, Homeoffice zu ermöglichen.
  • Kontakte müssen auf maximal eine nicht im Haushalt lebende Person oder auf den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes beschränkt werden. Um die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren sicherzustellen, dürfen sich Familien oder Nachbarn helfen. Dann dürfen sich diese Kinder und maximal zwei Hausstände treffen. 
  • Das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund ist weiterhin untersagt. Triftige Gründe sind: der Weg zur Arbeit, Schule, Kita, Arzt; Einkaufen und wichtige Dienstleistungen im Umkreis von 15 Kilometern; Sport und Bewegung im Freien im 15-km-Radius; Besuch des Kleingartens oder Grundstücks; Besuche und Unterstützung Hilfsbedürftiger; Begleitung Sterbender sowie Beerdigungen. Wenn an fünf Tagen in Folge die 7-Tage-Inzidenz eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt unter dem Wert 100 liegt, dann kann der 15-km-Radius aufgehoben werden. Wird der Wert wieder überschritten, sind die Maßnahmen erneut einzuführen.
  • nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr; in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz für fünf Tage in Folge unter 100 liegt, kann die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben werden. Wird der Wert wieder überschritten, sind die Maßnahmen erneut einzuführen.
  • Grundschulen und Kitas sind seit dem 15. Februar wieder geöffnet; Eltern dürfen aber selbst entscheiden, ob ihr Kind in die Schule geht; Abschluss- und Vorabschlussklassen dürfen seit Mitte Januar in geteilten Gruppen die Schule wieder besuchen, in Kitas und Horten gibt es eine Notversorgung
  • Elternbeiträge für Kita, Hort oder Tagespflege werden für den Zeitraum ab 14. Dezember 2020 erstattet. Das gilt aber nur, wenn die Notbetreuung nicht in Anspruch genommen wird.
  • Betriebskantinen müssen schließen. Wo das nicht geht, bspw. in Produktionsbetrieben, müssen die Unternehmen Hygienekonzepte erarbeiten.
  • Es gilt eine allgemeine Maskenpflicht außerhalb der Wohnung auch im Freien sowie am Arbeitsplatz, wo kein Abstand eingehalten werden kann.
  • Einzelhandel: Nur Supermärkte sowie Geschäfte zur Grundversorgung bleiben offen (inklusive Bäcker, Fleischer, Gemüse-, Getränkehändler, Tierbedarf, Tankstellen, Apotheken und andere wichtige Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe); Baumärkte werden geschlossen mit Ausnahmen für Handwerker. Außerdem dürfen Händler den sogenannten "Click&Collect" Service anbieten. Das heißt bestellte Ware darf im Laden abgeholt werden.
  • Friseursalons und Fußpflege-Betriebe dürfen ab dem 1. März wieder öffnen - unter der Bedingung, dass ein Hygienekonzept vorliegt und medizinische Masken getragen werden. Zudem sollen Friseure gestaffelte Termine vergeben, um eine Ansammlung von Kunden und Kundinnen zu vermeiden.
  • strenge Besuchsregeln in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen
  • Seit 14. Februar gelten wieder schärfere Grenzkontrollen an der deutsch-tschechischen Grenze. Für die Ein- und Ausreise benötigen Reisende eine digitale Einreiseanmeldung sowie einen negativen Corona-Test. Einreisen dürfen nur noch Deutsche sowie Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Ausnahmen gibt es für Ärzte, Kranken- und Altenpfleger sowie für Lkw-Fahrer. Auch wer aus wichtigen familiären Gründen kommt, etwa zur Beerdigung eines Angehörigen, darf die Grenze passieren.
  • Grenzpendler zwischen Deutschland und Tschechien bzw. Polen müssen einmal pro Woche einen Corona-Test vorlegen. Die Regelung gilt seit dem 18. Januar. Sachsen will Corona-Tests aus Polen und Tschechien akzeptieren.

Die gestrichene zweite Ferienwoche im Februar soll vor Ostern nachgeholt werden. Die Osterferien beginnen damit am 29. März und dauern bis zum 11. April 2021.

Regelungen in Thüringen

In Thüringen gilt seit dem 19. Februar eine neue Corona-Schutzverordnung. Sie enthält einige Änderungen, auch die Kontaktbeschränkungen werden leicht gelockert. Die neue Verordnung gilt bis zum 15. März und damit eine Woche länger als auf Bund-Länder-Ebene vereinbart.

Die nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr fällt weg. Fahrschulen dürfen wieder unterrichten. Private Betreuung für Kinder bis zwölf Jahren aus maximal zwei Haushalten ist erlaubt. Kinder bis drei Jahre zählen bei Kontaktbeschränkungen nicht mehr mit. Die Mensen des Studierendenwerks Thüringen dürfen wieder öffnen. Bei standesamtlichen Hochzeiten oder Bestattungen sind 25 statt bisher 15 Personen erlaubt, allerdings gilt das nicht für anschließende Feiern.

Dagegen wird die Pflicht zu medizinischen Gesichtsmasken ausgeweitet: Personen ab 15 Jahren müssen sie nun auch in Dienstleistungsbetrieben, in der Fahrschule sowie bei Sitzungen von kommunalen Gremien tragen.

Seit 1. März treten weitere Lockerungen in Kraft, es dürfen unter anderem Friseurbetriebe, Baumschulen, Gartenmärkte, Gärtnereien- und Floristikbetriebe wieder öffnen. Auch Baumärkte, die einen Gartenbereich haben, dürfen diesen wieder öffnen.

Für die Öffnung von Grundschulen und Kitas ist die kommunale Sieben-Tage-Inzidenz maßgeblich: Liegt der Wert im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt bei 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner oder darüber, müssen die Einrichtungen geschlossen bleiben. Liegt der Wert zwischen 150 und 200, gilt die Schließung als Empfehlung. Bei einer Inzidenz von dauerhaft bei 120 oder höher prüft das Ministerium weitere Schritte.

Überall sonst können die Kitas seit dem 22. Februar öffnen, ebenso Grundschulen für den eingeschränkten regulären Präsenzunterricht. Die Klassen 5 und 6 sind seit dem 1. März dort wieder offen, wo die Inzidenz das zulässt. Schüler ab Klasse 7 dürfen nur wieder zum Präsenzunterricht in die Schulen kommen, wenn in den betroffenen Kreisen und kreisfreien Städten die Sieben-Tage-Inzidenz seit mindestens einer Wioche unter 100 liegt.

Zudem gelten weiterhin folgende Regelungen:

  • Kontakte sollen auf maximal eine nicht im Haushalt lebende Person oder auf den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands beschränkt werden.
  • Es gilt kein pauschaler 15-Kilometer-Bewegungsradius rund um Wohnort oder Arbeitsplatz. Stattdessen gibt es die Empfehlung, alle Versorgungsgänge und sonstigen Aktivitäten (zum Beispiel Sport) "wohnortnah", also innerhalb eines Radius von 15 Kilometern, zu erledigen. Ausnahmen kann jeder Kreis beschließen.
  • Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung (FFP2-Standard oder OP-Maske) in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln sowie bei Veranstaltungen zu religiösen und weltanschaulichen Zwecken (zum Beispiel Gottesdienste) und in medizinischen und therapeutischen Einrichtungen.
  • Bei der Arbeit muss grundsätzlich eine Maske getragen werden. Am eigenen Arbeitsplatz müssen Beschäftigte dann eine Maske tragen, wenn der Mindestabstand zu Kolleginnen und Kollegen von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann.
  • Schließung der meisten Geschäfte im Einzelhandel und von Dienstleistungsbetrieben. Ausgenommen sind Läden, die Waren zur Grundversorgung verkaufen, also Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Apotheken, Drogerien, Geschäfte für Tierbedarf.
  • Beschränkung der Kundenzahl in Supermärkten und Geschäften je nach Verkaufsfläche
  • Verbot des Ausschanks und Konsums von Alkohol in Innenstädten sowie an Treffpunkten unter freiem Himmel
  • Einstellung des Betriebs in Sportstätten, Volkshochschulen, Musikschulen und in der Erwachsenenbildung
  • Kliniken sind aufgerufen, alle Kräfte auf die Versorgung von Covid-19-Patienten zu konzentrieren.
  • Bewohner in Alten- und Pflegeheimen dürfen pro Tag nur einen Besucher empfangen.
  • Kommunale Behörden erlassen ab einer Inzidenz von 100 beziehungsweise 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen noch striktere Maßnahmen, beim Absinken unter den Inzidenzwert 50 können die Regelungen gelockert werden.

Regelungen in Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt öffnen seit März schrittweise die ersten Schulen. Dazu hatte Bildungsminister Marco Tullner Anfang Februar einen Plan vorgelegt. Demnach ist Voraussetzung für die Öffnung von Kitas, Grundschulen und Förderschulen ein örtlicher Corona-Inzidenzwert von unter 200 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

In allen anderen Schulen beginnt der Unterricht bei entsprechender Inzidenz mit einem Wechselmodell aus Distanz- und Präsenzunterricht. Ausgenommen davon sind die Abschlussklassen, die komplette im Präsenzunterricht beschult werden. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 haben zudem Anspruch auf eine Notbetreuung. Die Pflicht zur Präsenz in der Schule ist aufgehoben – die Entscheidung, ob ihre Kinder in die Schule müssen, liegt also bei den Eltern.

Wie in den anderen Bundesländern dürfen seit dem 1. März außerdem die Friseurgeschäfte wieder öffnen. Bedingung ist, dass ein Hygienekonzept vorliegt sowie medizinische Masken getragen werden und Termine so vergeben werden, dass es nicht zu einer Ansammlung von Kunden und Kundinnen im Laden kommt. Änhliche Regelungen gibt es für Fußpflege-Einrichtungen "mit Ausnahme dekorativer Maßnahmen", wie es in der Verordnung heißt.

In Sachsen-Anhalt sind außerdem Baumärkte, Gärtnereien, Garten- und Blumengeschäfte sowie Fahr- und Flugschulen wieder geöffnet. Auch dürfen Spitzensportler wieder trainieren.

Weiterhin sind folgende Regelungen in Kraft:

  • Im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen müssen FFP2- oder OP-Masken getragen werden, Stoffmasken reichen nicht mehr.
  • Arbeitgeber werden stärker verpflichtet, ihren Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen.
  • Kontakte sollen auf maximal eine nicht im Haushalt lebende Person oder auf den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes beschränkt werden. Diese Regel bleibt bestehen, wird aber um den Zusatz ergänzt, dass Kinder unter drei Jahren nicht mehr bei der Personenzahl mitzählen.
  • Auch in Sachsen-Anhalt dürfen sich seit dem 25. Januar Familien oder Nachbarn bei der Kinderbetreuung helfen. Kinder bis 14 Jahre dürfen demnach in maximal zwei Haushalten betreut werden. Dabei sollen möglichst feste Betreuungsgruppen gebildet werden. Eltern könnten sich beim Aufpassen auf die Kinder zum Beispiel mit einem Haushalt in der Nachbarschaft abwechseln.
  • Der für Hotspots (Sieben-Tage-Inzidenz über 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern) beschlossene Bewegungsradius von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort gilt auch in Sachsen-Anhalt.
  • Hotels sind für berufliche und familiäre Reisen aus wichtigem Grund geöffnet.
  • Gottesdienste sind möglich, wenn strenge Auflagen beachtet werden.
  • Bis auf die Grundversorgung werden alle Einkaufsmöglichkeiten eingeschränkt. Außerdem geöffnet bleiben der Lebensmittelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker und Tankstellen.
  • Von der Schließung ebenfalls ausgenommen sind: Kfz-Werkstätten, Fahrradgeschäfte mit Werkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Buchhandlungen, Tierbedarfsmärkte und Futtermittelmärkte.
  • Dienstleistungsbetriebe wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien bleiben weiter möglich.
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen können weiter Besuch empfangen, einen Besucher pro Tag. Seit dem 14. Dezember müssen Besucherinnen und Besucher zuvor einen Coronatest machen.

Bereits seit Ende November gilt landesweit:

  • Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in allen öffentlich zugänglichen geschlossenen Räumen sowie unter freiem Himmel in Innenstädten mit Publikumsverkehr, vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen, in Arbeits- und Betriebsstätten sowie auch am Arbeitsplatz, wenn 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können.
  • Beschränkung der Kundenzahl in Supermärkten und Geschäften je nach Verkaufsfläche
  • In Landkreisen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelten schärfere Regeln.

In Sachsen-Anhalt sind die Winterferien nicht verschoben worden. Sie finden vom 8. bis 13. Februar 2021 statt.

Abstand + Hygiene

Wo immer möglich, sollte ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen eingehalten werden. Damit soll nach Einschätzung von Fachleuten die Übertragung größerer Tröpfchen beim Sprechen und Atmen vermieden werden. Bei längeren Kontakten spielen aber auch die sehr viel kleineren Aerosole eine wichtige Rolle. Diese können viel länger in der Luft schweben und sich gerade in geschlossenen Räumen auch unvorhersehbar bewegen.

Hände sollten für 20 bis 30 Sekunden gründlich mit Seife und heißem Wasser gewaschen werden. Husten und niesen sollte man in die Armbeuge. Auf Händeschütteln und Umarmungen bei Begrüßungen oder Abschieden sollte verzichtet werden.

Lüften

Da das Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen deutlich höher ist als im Freien, empfehlen Fachleute häufiges und gründliches Lüften – oder nach Möglichkeit, Treffen mit Personen anderer Haushalte nach draußen zu verlegen.

Quarantäne

In Verdachtsfällen auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 verhängen die örtlichen Gesundheitsämter in der Regel auch Quarantäne-Auflagen – etwa nach dem Kontakt mit einem infizierten Menschen. Bei der Kontaktverfolgung kann aber wichtige Zeit verloren gehen. Deshalb ist auch die eigenständige Isolierung bei einem Verdacht sinnvoll.

Mit den in größerer Zahl zur Verfügung stehenden Antigen-Schnelltests soll im Dezember eine "testgestützte Verkürzung der Quarantänezeit" möglich sein. Demnach soll die Quarantäne-Zeit von Kontaktpersonen im Regelfall bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests von 14 auf zehn Tage verkürzt werden.

Corona-Warn-App

Je mehr Menschen die Corona-Warn-App nutzen, desto wirksamer wird sie bei der Pandemiebekämpfung. Sie ermöglicht, Risikokontakte von bestätigten Sars-CoV-2-Fällen schneller zu informieren und Infektionsketten zu unterbrechen, die Gesundheitsämter nicht herausfinden können – etwa, wenn eine infizierte Person in Bus oder Bahn längeren Kontakt zu Unbekannten hatte.

Arbeitsplatz und Einkaufen

Industriebetriebe und Handwerk können weiter arbeiten, werden aber aufgefordert, wo immer möglich Heimarbeit anzubieten. Geöffnete Geschäfte und Märkte müssen sicherstellen, dass höchstens ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche im Laden ist. Generell sind Unternehmen gehalten, Hygienekonzepte anzupassen. Kontakte, sowohl in der Belegschaft als auch mit Kundinnen und Kunden, sollen so weit wie möglich reduziert werden. Wo Heimarbeit oder mobiles Arbeiten umsetzbar ist, sollte dies auch geschehen.

In Geschäften bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche bleibt weiter eine Person auf zehn Quadratmetern erlaubt. In größeren Geschäften sinkt die Kundenzahl auf eine Person pro 20 Quadratmeter.

In Arbeits- und Betriebsstätten ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, außer am Arbeitsplatz selbst, sofern ein Abstand von 1,5 Metern zu weiteren Personen sicher eingehalten werden kann.

Freizeit

Ein großer Teil des öffentlichen Lebens wurde schon im November heruntergefahren. Unterhaltungs- und Freizeit-Veranstaltungen sind bundesweit untersagt. Zu den Einrichtungen, die vorerst geschlossen bleiben müssen, gehören:

  • Theater, Opern, Konzerthäuser
  • alle Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen
  • Hotels und andere Unterkünfte: Übernachtungen sind nur aus beruflichen Gründen erlaubt.
  • Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen
  • Einrichtungen des Freizeit- und Amateursportbetriebs und Fitnessstudios
  • Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Thermen
  • Prostitutionsstätten
  • Individualsport bleibt allein erlaubt, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand.

Gesundheit

Weiterhin geöffnet bleiben Betriebe, die medizinisch notwendige Behandlungen anbieten. Dazu zählen unter anderem Physio-, Ergo- und Logotherapie sowie die Podologie.

ÖPNV und Bahnreisen  

Im öffentlichen Personennahverkehr gelten generelle Maskenpflichten. Diese gelten auch für Bahnunternehmen. Die Deutsche Bahn AG hat angesichts des verschärften Lockdowns angekündigt, ihr Angebot im Fernverkehr ab 7. Januar zu reduzieren. Ein "Grundtakt" werde aufrechterhalten. Seit Ende November hat die Bahn die Reservierbarkeit der Sitzplätze beschränkt. "Maskenkontrollen" sollen verstärkt werden. Auch auf Fahrgäste im Regionalverkehr kommen Änderungen zu. Die regionalen Verkehrsunternehmen wollen jedoch das volle Bahn- und Busangebot in den Stoßzeiten aufrechterhalten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Januar 2021 | 22:00 Uhr