Hund, Katze und Maus Coronavirus: Meldepflicht für Haustiere kommt

Es passiert aktuellen Erkenntnissen zufolge nur sehr selten, aber es ist nicht unmöglich: Auch Haustiere wie Hund und Katze können sich mit dem Coronavirus infizieren. Um der Wissenschaft zu helfen, müssen Tierärzte solche Fälle bald den Behörden melden.

Ein Tierarzt hält eine Katze im Arm.
Einige wenige Fälle von infizierten Katzen sind bekannt, Hunde scheinen dem Coronavirus besser zu trotzen. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Besonders häufig ist es nicht, aber es kommt vor: Auch Haus- und Zootiere können sich mit dem Coronavirus anstecken. Um Infektionen bei Haustieren besser zu erforschen, soll es schon bald eine Meldepflicht für Corona-Fälle geben. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat dafür am Dienstag ein Gesetz dafür auf den Weg gebracht. Die Meldepflicht sieht vor, dass Tierärzte ihnen bekannte Fälle bei den Behörden anzeigen müssen. Das soll für alle vom Menschen gehaltenen Tiere gelten, auch für Zootiere.

Gleichzeitig versucht Klöckner, Panik bei Haustierbesitzern vorzubeugen. Es gebe keine Hinweise, dass Haustiere ihre Halter anstecken, sagte die Ministerin. Dass das Gesetz nun komme, bedeute auch nicht, dass Hunde- oder Katzenbesitzer mit ihren Lieblingen gleich zum Tierarzt müssten.

Keine Test-Pflicht

Die Bundesregierung plant demnach keine Test-Pflicht für die rund 31 Millionen Haustiere in Deutschland. Sinnvoll könne es aber sein, Katzen testen zu lassen, wenn die Halter bereits positiv auf das Virus getestet wurden.

Die Kosten werden allerdings nur übernommen, wenn ein Veterinäramt den Test anordnet. Wer sein Haustier freiwillig testen lassen will, muss das selbst bezahlen. Laut Thomas Mettenleiter, dem Leiter des Friedrich-Loeffler-Instituts, des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, liegen die Kosten dabei "im unteren zweistelligen Bereich". Antikörper-Tests, die eine überstandene Infektion anzeigen, seien etwas teurer.

Die Pandemie werde getrieben durch die Übertragung von Mensch zu Mensch, sagte Mettenleiter. Dennoch müsse man auch die Lage bei Tieren im Blick haben. Die Meldepflicht für Infektionen werde von seinem Institut mit einem Forschungsprogramm verknüpft.

Dabei sollten gefundene Viren genauer auf ihre Genetik überprüft werden, auch die Empfänglichkeit von Tieren für das Coronavirus werde getestet.

Weltweit nur ganz wenige Fälle registriert

Weltweit gibt es der Bundesregierung zufolge bislang nur 15 gemeldete Infektionen bei gehaltenen Tieren. Bisher bekannt sind vor allem Fälle von Katzen, die sich mit Corona infiziert haben. In einem New Yorker Zoo haben sich Löwen und Tiger angesteckt.

In Experimenten ließen sich Frettchen hingegen gut anstecken, sagte Mettenleiter. In den Niederlanden gebe es Fälle bei Nerzen, die für Pelze gezüchtet wurden – dort gebe es auch Hinweise darauf, dass Menschen sich bei den Tieren angesteckt haben könnten.

Mettenleiter räumte ein, dass eine Erkrankung der Haustiere nicht leicht zu erkennen sei. So sei ein Unterschied zum normalen Katzenschnupfen nicht feststellbar. Allerdings könne das Coronavirus auch bei Katzen zu Atemnot führen. Außerdem gebe es Hinweise, dass Katzen den Erreger über ihren Kot ausschieden.

Quarantäne kann sinnvoll sein

Hunde zeigen Mettenleiter zufolge hingegen keinerlei Symptome. Sie schienen auch weniger empfänglich für das Coronavirus zu sein. Mäuse und Ratten seien sogar gar nicht infizierbar.

Eine spezielle Behandlung für infizierte Tiere gebe es nicht, sagte Mettenleiter. Sinnvoll könne es in bestimmten Fällen sein, "den Kontakt zum Haustier möglichst zu unterbrechen, so gut es geht" – etwa durch eine Art Quarantäne in einem bestimmten Zimmer oder auf einer Quarantänestation in einem Veterinäramt. Die Quarantänezeit liege ähnlich wie beim Menschen bei etwa zwei Wochen. Wie bei Menschen gelte zudem, dass im Fall einer Infektion Abstandhalten nötig sei.

Das Friedrich-Loeffler-Institut testet auch, wie es bei Nutztieren aussieht. Schweine und Hühner stecken sich demnach nicht an. Versuche mit Wiederkäuern wie Rindern sollen folgen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 16. Juni 2020 | 19:30 Uhr

3 Kommentare

Gandalf vor 2 Wochen

Wie wäre es mal mit einem regierungsamtlichen und veröffentlichten Test zu:
Wie sinnvoll, welchen Schutzwert, hat das Tragen diverser Masken?
Wie lange hält sich der Virus in der Luft und in welchen Konzentrationen?
Wie lange existiert er auf diversen Oberflächen und welchen Sinn machen Desinfektionen der Oberflächen?

ossi1231 vor 2 Wochen

Was ist mit Corona bei einer Papaya?
Und hat schon wer Gurken und Tomaten getestet?

Gandalf vor 2 Wochen

Kann jemand den Sinn dieses Testes erklärend?